CD-Review: Benighted - Asylum Cave

März 2011

Besetzung

Julien Truchan – Gesang
Olivier Gabriel – Gitarre
Liem N‘Guyen – Gitarre
Eric Lombard – Bass
Kévin „Kikou“ – Schlagzeug

Tracklist

01. Asylum Cave
02. Let The Blood Spill Between My Broken Teeth
03. Prey
04. Hostile
05. Fritzl
06. Unborn Infected Children
07. The Cold Remains
08. A Quiet Day
09. Shadows Descend
10. Swallow
11. Lethal Mercyism
12. Drowning

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Wenn es eine Sache gibt, an der es Frankreich definitiv mangelt, dann ist das guter Death Metal. Ich meine, dort gibt es eigentlich (Okay, manche werden mir widersprechen) alles, was es zum Leben braucht: Sonne, Meer, guten Wein – nur, wenn es darum geht, todesbleiartig ein Zimmer zu zerlegen, dann ist Flaute angesagt – ganz im Gegensatz zum frankophonen Teil Kanadas. Aber zum Glück gibt es BENIGHTED, die mit „Asylum Cave“ ihr insgesamt sechstes Studioalbum seit der Gründung im Jahr 1998 raushauen, und sich anschicken, mein Weltbild etwas angenehmer zu gestalten. „Asylum Cave“ ist ein Konzeptalbum geworden, das sich einzig und allein um die Persönlichkeit Josef Fritzls und das Martyrium seiner Kinder dreht.

Wie klingt das? Tja, nach einer großen Portion fiesestem Deathgrind-Geprügel im „Aborted”-Stil. Der Titeltrack macht das schon ganz gut vor: Zwischen die schnellen Knüppelparts mischen sich in den im Tempo gemäßigteren Passagen auch ein paar nette Melodien und Soli. „Let The Blood Spill Between My Broken Teeth“ setzt dagegen sehr auf brutale Pig Squeals und melodisches Tremolo-Picking, die Midtempo-Parts wissen auch hier durch eine Menge Nackenbrecher-Riffs zu gefallen. In Kontrast dazu steht „Swallow“: Dieser ist deutlich Death Metal – lastiger , was durch die todesmetallischen Grooves zur Geltung kommt. Ein echtes Highlight auf „Asylum Cave“ ist der Song „Prey“, der mit schnellen Blasts loslegt, die sich mit immer schneller werdenden – und wahnsinnig fetten- Grooves abwechseln; dazu ein paar coole Tapping-Soli, Gang-Vocals, und das Organ von Monsieur Truchan, dessen enorme Variabilität hier besonders hervorsticht – geiler Track.

Vor Allem in „Unborn Infected Children“ wissen BENIGHTED außerdem durch präzises Double-Bass-Spiel an den richtigen Stellen Akzente zu setzen und obwohl „Asylum Cave“ alles Andere als ein Core-Album ist, lassen es sich die Franzosen nicht nehmen, ein paar zerstörerische Breakdowns einzustreuen, die einfach alles platt walzen – man nehme nur mal das Ende von „Lethal Mercyism -

Die Produktion ist typisch für ein modernes Death Metal – Album ausgefallen, mit dröhnendem Bass, der auf „Asylum Cave“ auch gut zur Geltung kommt, und schreddernden Gitarren. Das Album ist insgesamt etwas unmelodischer als der Vorgänger „Icon“, das ist aber nicht weiter schlimm, denn „Asylum Cave“ ist einfach ein geiles Brett geworden, das sowohl für Liebhaber von Misery Index oder Dying Fetus als auch für Freunde von Necrophagist oder der ganz frühen Despised Icon ein absoluter Genuss sein sollte. BENIGHTED werden nach dem Release im Nachbarland auf Tour gehen und könnten jedem noch so Frankreich-verdrossenen Metal-Fan einen Anreiz bieten, mal den Sprung über die Grenze zu wagen. „Asylum Cave“ ist zweifelsohne das beste Death Metal – Werk, das ich in den letzten zwei Jahren in die Finger bekam, und wird im Jahr 2011 wohl ganz schwer zu übertreffen sein. Was letztendlich zeigt: Franzosen können doch guten Death spielen!

Bewertung: 9.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von

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