CD-Review: Facing The Swarm Thought - Damnati (+)

Besetzung

Ecete Meir – Gesang
Seider – Gitarre
Kampen – Bass
Badia – Schlagzeug

Tracklist

01. Aeolus
02. Jupiter
03. Mars
04. Luna
05. Ceres
06. Pluto
07. Vulcanus
08. Lemures
09. Ianus

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„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ lautet ein bekanntes Sprichwort, welches trotz seines Alters nichts an Aktualität verloren hat. Denn während man sich viel zu oft auf internationale Releases konzentriert, wächst und gedeiht quasi in Nachbars Garten (nunja, wohl eher Keller-Proberaum) die ein oder andere Band, die sich nicht vor internationalen Vergleichen zu fürchten braucht.

FACING THE SWARM THOUGHT aus Augsburg sind eine solche Band – als Genre haben sich die fünf Mann das Genre progressiven Extreme Metals ausgesucht. Das klingt nicht eben nach leichter Kost, und in der Tat bestätigt die Musik diese Vorahnung: Nach einem recht gemächlichen Einstieg fällt man wie durch ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum quasi ohne Vorwarnung in die Welt, aus der Bands wie Dillinger Escape Plan zu kommen scheinen. Wildes Geschrei begleitet musikalisch anspruchsvolles Riff- und Drumming und bildet so eine recht ausgewogene Kombination aus Groove und Math-Core-Nerderei.
Wo FACING THE SWARM THROUGH eher in die Core-Richtung schielen, erinnert „Damnati“ an die Dänen von Scarred By Beauty, dem neuen Projekt des Hatesphere-Sängers Joller. Denn auch hier ist selbst in den härtesten Passagen nichts von stupidem oder sinnlos-aggressivem Getrümmer zu hören – viel mehr schaffen es FACING THE SWARM THOUGTH auch in die extremsten Passagen über den Gesang oder subtile Melodieführung noch Gefühl einfließen zu lassen.Nach drei harten Nummern folgt mit „Ceres“ eine schön umgesetzte Aufgriff des eher doomigen Intro-Motives in Form eines vergleichsweise ruhigen Interludes – genau zur rechten Zeit, um die Akkus für die zweite Hälfte der CD wieder aufzuladen. Denn wie bereits gemutmaßt: Leicht verdaulich ist das Material der Augsburger nicht unbedingt. Aber das wäre ja auch langweilig.

Dass „Damnati“ alles in allem lediglich auf 26:45 Spielzeit kommt, mag zunächst überraschen – hat man sich mit dem Album jedoch einmal auseinandergesetzt, merkt man, dass das gerade die perfekte Länge ist: Wäre kürzer dann tatsächlich etwas arg kurz gewesen, ist man nach Ablauf der Spielzeit doch recht froh, sich kurz erholen zu können, bevor man die Play-Taste erneut betätigt. Denn sollte das in den bisher geschriebenen Zeilen etwas verloren gegangen sein, hier nochmal in aller Deutlichkeit: Was FACING THE SWARM THOUGHT hier abliefern, weiß von der ersten bis zur letzten Minute zu begeistern. Hier stimmt vom Sound bis zur Komposition und musikalischen Umsetzung eigentlich alles. Ein Geheimtipp, der jeden Cent wert ist… vor allem, weil er aus dem Underground kommt, aber nicht danach klingt – da wird es einem doch tatsächlich mal leicht gemacht, ganz eigennützig die einheimische Szene zu unterstützen.

Bewertung: 8.5 / 10

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