CD-Review: Fäulnis - Kommando Thanatos (EP/Vinyl)

Besetzung

Seuche – Gesang, Gitarre, Bass, Synthetik
N.G. – Schlagzeug

Tracklist

01. Thanatos I: Kommando Thanatos
02. Thanatos II: …nicht in eurer Welt

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„Kommando Thanatos“, die neue EP von FÄULNIS, wurde lange Zeit angekündigt und erscheint nun endlich. Thanatos, das bedeutet die Beschäftigung mit dem Tode und wenn man sich so die Lyrik der beiden Lieder durchliest, erkennt man, dass Seuche die beiden Tracks dieser EP inhaltlich an der griechischen, mythologischen Figur anlehnte, wenngleich auch nicht allzu streng. Wie dem auch sei, die Gestaltung der Hülle kann sich wirklich sehen lassen (ist ja auch von Sperber Illustrationen kreiert), allerdings bezieht sich jene offensichtlich nicht unmittelbar auf den Inhalt.

Man wandelt mit einem nicht sichtbaren Individuum rasch durch verschiedene, von Menschen benutzte Gänge; bevor man jedoch sein Ziel erreicht, erfolgt ein Schnitt und man befindet sich an einem anderen Ort mit dem schwachen Rückblick an dieses Szenario. Zu dieser Zeit bewegt man sich bereits mitten in „Thanatos I: Kommando Thanatos“. Voller Leid und Pein ruft man das beklagte Geschehen in die Welt hinaus, verfällt dabei ab und zu in sinistre, bösartige Züge. Zu dem stampfenden, gedämpften Rhythmus gesellt sich rasch eine sanfte Melodie, welche sich wie ein Schleier über das dunkle Geschehen legt. Jener kaschiert Schmerzensrufe und ruft die Nichtigkeit des Seins in das eigene Bewusstsein. Man beginnt darüber nachzudenken, wird sich auch darüber bewusst, dass man nur ein kleines Licht am Firmament des Lebens ist. Doch all diese Gedanken, die einen überkommen, durchfluten einen lediglich dumpf, so wie ein sterbender Mensch noch ein letztes Mal gen Himmel blickt und in vagen Erinnerungen schwelgt.

„Thanatos II: …nicht in eurer Welt“ beginnt schneller und treibender als Lied eins der EP. So gibt man sich einleitend noch ungefähr derselben Melodie hin, wechselt aber sehr fix in schnelle, rohe Tempigefilde, was dem mittlerweile kreischenden, keifenden Gesang sehr zu Gute kommt, da jener nun einfach das blanke Diabolische verkörpert. Liest man die Lyrik zu diesem Track, so ist der erste Gedanke, dass man es hier vermutlich mit einer so genannten „Suicidal Black Metal“-Nummer zu tun hat, damit liegt man aber deutlich falsch. Zum Glück. FÄULNIS gehen rabiat und deutlich zu Werke, sie versinken keineswegs in Selbstmitleid oder Trauer, sondern gehen aggressiv und aktiv an die Sache heran, verarbeiten etwaiges Leid in kraftvollen und beeindruckenden Klängen.

Im Booklet steht: „Der Thanatos sei die Konsequenz des Erkennens, dass manche Fragen erst mit dem Beenden der irdischen Existenz durch den Eintritt in die Ewigkeit beantwortet werden können“. Hier wird das Konzept dieser EP aufgegriffen und ich finde, es lohnt sich, die Texte beim Hören durchzulesen und am Ende ein wenig darüber nachzusinnen; natürlich auch über den von mir zitierten Satz. Alles in allem also eine feine Veröffentlichung, wenngleich jene noch nicht mal die 10 Minuten-Marke erreicht, was die Freude doch ein wenig trübt. Dafür kostet die Scheibe auch nur 5 Euro, insofern also nicht ganz so wild.

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