CD-Review: Fair To Midland - Arrows & Anchors

Besetzung

Darroh Sudderth – Gesang, Banjo, Mandoline
Cliff Cambbell – Gitarre
Jon Dicken – Bass
Matt Langley – Keyboard
Brett Stowers – Schlagzeug

Tracklist

01. Heavens To Murgatroyd
02. Whiskey & Ritalin
03. Musical Chairs
04. Uh-Oh
05. Amarillo Sleeps On My Pillow
06. A Loophole In Limbo
07. Typhoid Mary Sends Her Best
08. Short-Haired Tornado
09. The Upset At Bailey Bridge
10. Rikki Tikki Tavi
11. Golden Parachutes
12. Bright Bulbs & Sharp Tools
13. Coppertank Island
14. Three Foolproof Ways To Buy The Farm
15. The Greener Grass

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New Metal und das Jahr 2011. Was zunächst wie ein Oxymoron klingt, ist auf den zweiten Blick gar nicht einmal so abwegig – KoRn veröffentlichen dieses Jahr ein neues Album, Linkin Park sind nach wie vor erfolgreich und auch System Of A Down sind wieder da. FAIR TO MIDLAND waren niemals weg, haben allerdings vor allem in Europa nie eine allzu große Aufmerksamkeit erfahren – zu Unrecht, denn die Texaner verstehen durchaus, wie man einem quasi totgespielten Genre spannende Facetten abgewinnt, wie sie auch auf ihrem vierten Album „Arrows & Anchors“ beweisen.

Begrüßt wird man von einer mächtig klingenden Kirchenorgel, über die sich ein Sprachsample mischt, um daran anschließend in „Whiskey & Ritalin“ in seinen Sessel gedrückt zu werden: Fette, eingängige Riffs treiben den Song an und machen schließlich Platz für einen leicht verhallten, klaren und oft hohen Gesang. Diese Verbindung von poppigen Gesangslinien und Gitarrenmelodien mit geradlinigen Metalriffs gelingt FAIR TO MIDLAND auf Albumlänge durchgehend gut, oft auch hervorragend. Darroh Sudderth kann neben seiner oft an diverse Emo-Bands erinnernden klaren Stimme auch gewaltig brüllen, wie sich unter anderem im heimlichen Highlight der Platte, „Rikki Tikki Tavi“ zeigt. Hier treffen Schunkelrhythmen auf Geballer, wüstes Gekeife auf verträumten Gesang – in ihren besten Momenten erinnert die Band an eine poppigere, weniger wahnsinnige Version von System Of A Down.

Neben einigen sehr typisch gehaltenen New Metal Songs zeigen FAIR TO MIDLAND durch Folkanklänge, dass sie wirklich wissen, was Crossover bedeutet: Das tolle „Amarillo Sleeps On My Pillow“ wartet mit Banjos und traditionellen Harmonien auf und verbindet diese absolut stimmig mit den klassischen New Metal-Bratgitarren.
Neu erfinden FAIR TO MIDLAND das Rad dennoch sicherlich nicht und häufig muss die Innovation auf Grund von Eingängigkeit zurücktreten. Auf der Tanzfläche in einschlägigen Metal- und Alternative-Schuppen würde die Musik allerdings nur positiv herausstechen, denn trotz ihrer Bedienung von Genre-Konventionen macht „Arrows & Anchors“ wirklich Spaß.

Bewertung: 7 / 10

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