CD-Review: Falconer - Falconer

Besetzung

Matthias Blad – Gesang
Stefan Weinerhall – Gitarre, Bass
Karsten Larsson – Schlagzeug

Tracklist

01. Upon the Grave of Guilt
02. Heresy in Disguise
03. Wings of Serenity
04. A Quest for the Crown
05. Mindtraveller
06. Entering Eternity
07. Royal Gallery
08. Substitutional World
09. Lord Of The Blacksmiths
10. The Past Still Lives On
11. Per Tyrssons Döttrar I Vänge (Bonustrack)

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Aus der Asche der 1999 aufgelösten Viking Metal Götter Mithotyn enstanden Falconer, bei der immerhin noch Mastermind und Kopf Stefan Weinerhall und Drumgetier Karsten Larsson mit von der Partie sind. Aufgrund dieser Nachfolgestellung hatten es Falconer verdammt schwer, bei mir überhaupt zu landen und so verstaubte das Zeug lange Zeit in meinem Regal dahin, denn an Mithotyn kann man ja von vorneherein schon gar nicht rankommen, auch wenn man die Stilrichtungen nicht wirklich vergleichen kann. Doch irgendwann hab ich’s dann doch geschafft, und den beiden ersten Falconer Scheiben eine dritte Chance gegeben. Und siehe da, es hat gefunkt!

Ich hatte anfangs anscheinend nie wahrgenommen, wie verdammt geil schon der Opener „Upon the Grave of Guilt“ tönt, und nicht nur wegen dem ruhigen und epischen Part in der Mitte versprüht der Song einen unwiderstehlichen, nordischen Charme, so dass man sich einfach nur in das eben gehörte verlieben kann! Kraftvoll und treibend kommt „Heresy in Disguise“ daher, das auf einen starken Riff aufgebaut ist, mit „Wings of Serenity“ wird’s dagegen um einiges schneller.
Meine absoluten Höhepunkte stehen an den Stellen 4 und 5: „A Quest for the Crown“ beginnt und endet auch mit truem Minne-Gesang, dazwischen steht ein epischer Mid-Tempo-Kracher, der es über die 4 Minuten verdammt in sich hat. Beim epischen und majestätischen „Mindtraveller“ kommt ein Mithotyn-Flair auf, das kaum in Worte zu fassen ist, einfach genial gemacht, quasi ein Tribut an alte und vergangene Zeiten!
Ein unglaublich mächtiger Groove schleicht sich bei „Entering Eternity“ ein, wobei man im Refrain nicht auf die epischen Vocals vom Frontmann verzichten muss. Nach der Speednummer „Royal Gallery” gibt’s beim anfangs doch sehr True Metal mäßigem „Substitutional World“ (mit fast 8 Minuten übrigens der längste Song) in der Mitte einen ruhigen Akustikpart, der sich mit der Zeit wieder zum Grundriff steigert. Vor allem diese eineinhalb Minuten des Songs beeindrucken mich aufs Äußerste, einfach nur atemberaubend, vor allem als kurz Gesang einsetzt!
Nach den ebenfalls hochklassigen „Lord of the Blacksmiths“ und „The Past Still Lives On“ gibt’s mit dem Bonustrack „Per Tyrssons Döttrar I Vänge“ noch einen wunderbaren Abschluss, bei dem man sich an einem schwedischen Folk-Song vergreift. Nach anfänglich nur Gesang setzen langsam die Instrumente und auch Frauengesang ein… das ganze geht fast 5 Minuten und ist einfach nur traumhaft anzuhören!

Leider habe ich Falconer und auch ihr Debüt viel zu spät für mich entdeckt, denn was hier geboten wird ist wirklich ganz große Klasse! Hier stimmt alles, dazu hebt man sich mit den nordischen Einflüssen deutlich vom üblichen Heavy/Power/Speed Metal Kram ab, nie kitschig wirkt und ist schon mit dem ersten Album sehr eigenständig. Übrigens sollte ich noch erwähnen, dass Matthias Blad ausgebildeter Opernsänger ist und so das Entscheidende zu Falconers „Anderheit“ beisteuert. Seine Vocals sind unglaublich energiegeladen und haben einen dramatischen und epischen Unterton, dass es einfach nur eine Freude ist, dem zuzuhören und zu genießen.
Holla, da wird die Waldfee ganz schnell von ganz alleine feucht. Sollte sich jeder, der auch nur teilweise auf Power Metal und folkige Elemente steht, mal reinziehen.

Bewertung: 8.5 / 10

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