CD-Review: Falloch - Where Distant Spirits Remain

Besetzung

Andy Marshall – Gesang, Gitarren, Bass
Scott McLean – Schlagzeug, Keyboard

Tracklist

01. We Are Gathering Dust02. Beyond Embers & The Earth
03. Horizons
04. Where We Believe
05. The Carrying Light
06. To Walk Amongst The Dead
07. Solace

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(Folk / Post Rock / Black Metal) Alcest oder auch Agalloch haben es erfolgreich vorgemacht, es war also nur eine Frage der Zeit, bis schließlich weitere Bands auf den Zug des romantisch angehauchten Metal aufspringen würden. FALLOCH aus Schottland stehen musikalisch eher in der Tradition der erstgenannten Franzosen und versuchen auf ihrem Debütalbum eine Verbindung traditioneller und folkiger Töne in ein amtosphärisches Metal-Gewand einzubetten. Auch wenn ihnen dies in einigen Teilen gelingt, und in einigen sehr wenigen teilen sogar absolut zu fesseln weiß, fehlt es dem Duo an der Stringenz in ihren Arrangements, wodurch häufig tolle und emotionale Songideen ins Leere laufen.

Als Parade-Beispiel kann wohl der Opener „We Are Gathering Dust“ herangezogen werden. Dieser weiß mit einem tollen Einstieg aufzuwarten, direkt anschließend allerdings ist in den an Coheed & Cambria erinnernden Alternative Rock-Strophen und Refrain-Teilen kein roter Faden mehr zu erkennen. Wenn dann direkt danach ein mit Meeresrauschen und Flöten unterlegter Folk-Aspekt in die Musik eintritt, welcher durch die häufig in den Vordergrund gemischte Akustikgitarre noch unterstützt wird, wird eindeutig klar, dass hier mehr Liebe in die Verbindung dieser verschiedenen Stile gesteckt hätte werden müssen. Doch nicht nur die Musik, sondern auch der über den gesamten Verlauf der Platte leider relativ eintönige Gesang ist ein Sorgenkind: Weiß Neige bei Alcest beispielsweise mit einer elfen-ähnlichen, verträumten und speziellen Stimme zu begeistern, klingt Andy Marshall häufig einfach nur wie ein 08/15-Alternative-Rock-Sänger, dessen Stimme mit viel Hall unterlegt wurde. Dass er auch anders kann, und mit vereinzelten Schreien zeigt was möglich gewesen wäre, was vor allem im Highlight der Platte in Form von „Where We Believe“ deutlich wird, ist daher umso trauriger.

Der Kitsch, der vor allem aus den volkstümlichen und häufig an (im negativ gebrauchten Sinn) Ethno-Musik erinnernden Passagen und den extrem pathetischen Texten geradezu trieft, kann von den treibenden Metal-Versatzstücken leider nicht vollends aufgefangen werden. Da die Teile nur in sehr seltenen Momenten eine Symbiose eingehen, entsteht hier permanent eine Irritation beim Rezpienten, die sich auch nach Ablauf der Spielzeit nicht vertreiben lässt.
Prinzipiell wäre das, was FALLOCH auf „Where Distant Spirit Remains“ abliefern, sicherlich nicht schlecht, denn viele einzelne Teile wissen durchaus zu gefallen und vor allem dem Ende zu funktioniert das Album wesentlich besser. Das Problem ist, dass die herausragenden Momente selten, die einzelnen Momente häufig altbekannt und ihre Zusammensetzung leider zu lieblos zusammengeklebt sind. FALLOCH haben Potential, es fehlt ihnen lediglich Mut zur Eigenständigkeit und Songwriting-Raffinesse.

Bewertung: 6.5 / 10

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