CD-Review: Fate - V

Besetzung

Per Johansson – Gesang
Søren Hoff – Gitarre
Peter Steincke – Bass
Micke Kvist – Schlagzeug

Tracklist

01. Butterfly
02. Heaven´s Crying Too
03. Everything About You
04. Ecstasy
05. Nobody Loves You The Way I Do
06. Burned Child
07. I´ll Get By
08. Life
09. Fate
10. Memories Won´t Die
11. Toxic

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Hard Rock aus Dänemark? Da fallen einem höchstens FATE ein. Das wars dann schon. Und die gibt es ja leider nicht mehr. Die gibt es nicht mehr? Falsch! Mit „V“ melden sich die vier Herren aus unserem nördlichen Nachbarstaat anno 2006 wieder zurück.

Und diese Scheibe ist bei Weitem nicht der neuste Auswuchs der in letzter Zeit gerade im Hard Rock Bereich grassierenden Reunion-Welle. Im Gegenteil. Die vier Skandinavier servieren uns hier einen leckeren Happen Musik. Schnörkellos, frisch, direkt und ohne Klischees. Zugegeben, auch bei dieser Band handelt es sich nicht um das originale Line-Up, dass in den späten 80ern und frühen 90ern für Furore sorgte. Aber der neue Schlagwerker Micke Kvist fügt sich wunderbar in das Gefüge der Band ein. Die Rythmen, die er seinem Instrument entlockt, sind zu jeder Zeit fett, punktgenau gespielt und grooven für die Hölle.Zu diesem fetten Groove trägt auch Basser Peter Steincke sein Scherflein bei. Allerdings beschränkt er sich nicht darauf, sein Instrument nur für den Rythmus zu verwenden. Immer wieder übernimmt er auch die Melodieführung und feuert in fast allen Tracks Riffs ab, die hin und wieder sogar an die Anfangstage des Heavy Metal erinnern. Dazu kommt ausserdem noch die gefühlvolle Gitarrenarbeit von Søren Hoff, die vor allem in den Soli immer wieder deutlich auszumachen ist.
Der eigentliche Höhepunkt dieser Scheibe dürfte allerdings der Gesang von Per Johansson sein. Es scheint, als habe er seine Stimme in den langen Jahren der Abwesenheit von der Bühne sogar noch verfeinert. Wie die meisten Sänger dieses Genres bietet er zwar auch relativ hohen Klargesang an, doch strozt sein Organ dabei nur so von Tiefgang und Druck. Da könnten sich einige der heutigen Sangeskünstler durchaus eine Scheibe abschneiden. Auf „V“ stellt er ausserdem unter Beweis, dass er sich auch in den tieferen Regionen wohl fühlt.

Aber FATE beschränken sich nicht nur auf die einfache Formel Groove+Attitüde=gute Hard Rock Scheibe. Immer weider bauen sie kleine Besonderheiten und Effekte ein. Der Teufel steckt hier im Detail und offenbart sich erst nach und nach. Somit ist der Silberling gleich auf zweierlei Weise mehr als gelungen: Auf der einen Seite groovt und rockt er und versprüht so gute Laune, auf der anderen Seite besitzt er aber durchaus auch einiges an Tiefgang, der auch die Freunde anspruchsvoller Musik ansprechen dürfte.
Tiefgang und Gefühl sind überhaupt die Worte die auf „V“ ganz groß geschrieben werden. Jeder der Titel versprüht andere Emotionen. Beim Hören von Titeln wie „Everything About You“ oder „Memories Won´t Die“ – um nur zwei Beispiele zu nennen – überkommen einen gleich gewaltige Bilder und eine Fülle von Eindrücken. Die Musik von FATE wäre in diesem Zusammenhang sicherlich auch als Soundtrack für einen Film geeignet.
Natürlich gibt es auch auf dieser Scheibe die übliche Ballade, die unter dem Titel „Nobody Loves You The Way I Do“ daher kommt. Aber auch diese wirkt nicht kitschig oder klischeehaft, sondern sorgt für reichlich Gänsehaut. Zwischendurch fühlt man sich sogar an die großen Erfolge von Brian Adams erinnert. Freilich mit einer Portion Groove und Attitüde garniert.

Diese beiden Worte beschreiben „V“ auch wohl am besten. Groove und Attitüde kann man hier in jeder Sekunde spüren. Aber das ist eben nicht alles. Zusätzlich besitzt das Album auch noch Tiefgang und Gefühl. Und das ist es, was die Scheibe von der Masse der belanglosen Hard Rock Reunions abhebt. Man kann während der kompletten Spielzeit hören, dass es den Musikern ernst ist, mit dem, was sie da machen und dass sie alles an Herzblut und eigenen Erfahrungen in ihre Musik gesteckt haben, was sie aufbieten konnten. Zudem ist auf „V“ kein einziger Ausfall zu verzeichnen und auch die Produktion von Tommy Hansen lässt keine Wünsche auf und erinnert an die Zeiten des großen Stadio-Rocks.

Bewertung: 8 / 10

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