CD-Review: Fen / De Arma - Towards The Shores Of The End (Split)

Besetzung

Fen:
The Watcher - Gesang, Gitarre, Keyboad
Grungyn - Bass, Gesang
Theutus - Schlagzeug
Æðelwalh - Keyboard

De Arma:
A. - Alles

Tracklist

Fen:
01. Soilbound
02. Ageless Threnody
03. Towards The Shores Of The End
04. Bereft (Acoustic Reprise)

De Arma:
05. Crimson Waters Ebbing The Shore
06. Noemata
07. From Horizon To Oblivion

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Split-CDs sind gerade in (metallischen) Randgebieten gerne gewählte Möglichkeiten, um die Musik von gleich zwei Bands auf einmal in die Welt zu tragen. Auf diese Scheibe des kleinen Labels Nordvis geben sich also die Briten FEN und die Schweden DE ARMA die Ehre. Ob man bei einer Split jetzt schaut, möglichst homogene Klänge zusammen zu bekommen oder ob es darum geht, ein breitgefächertes Repertoire an musikalischer Darbietung zu erzielen, sei mal dahingestellt. Auf dem vorliegenden Exemplar muss man schon sagen, dass es musikalische Überschneidungen gibt, aber jede Band hätte für sich genommen auch als Solisten eine Daseinsberechtigung.

FEN sind wie gesagt Briten und spielen laut eigener Angabe eine Mischung aus Black Metal und Post Rock. Ersteres kommt dabei deutlich stärker zum Vorschein, aber gerade das verhältnismäßig kurze “Bereft (Reprise)” kommt mit postrockenden Elementen daher, seien es Akustikgitarren oder warme Pianosounds. Ansonsten dominiert aber eher die gesunde Härte, wobei die Songs zwar durchaus beachtenswerte Spielzeiten aufweisen, dabei aber weder kompliziert arrangiert, noch komplexem Songwriting unterlegen sind. Traditionell fällt mir in dem Zusammenhang schon mal ein, zumal der Gesang gerne mit einer ordentlichen Portion Hall versehen wird und somit Erinnerungen an rohe Anfangszeiten der schwarzen Kunst hervorruft. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, keiner sollte Songs wie “Freezing Moon” oder “Blashyrkh (Mighty Ravendark)” erwarten, die Atmosphäre mag noch ähnlich sein, alleine aber die ausgereiftere Produktion lässt Vergleiche hier zur Makulatur werden.

Einmannprojekt DE ARMA auf der anderen Seite spielt zwar angeblich auch eine ähnliche Mischung, aber hier will ich gerne noch mehr Black Metal gehört haben. Typisch klagende Röchelgesänge liegen auf einer Basis, wie man sie nur zu gut kennt: hintergründige Snare, sehr dominante Bass-Drum, höhendominierte Gitarrenläufe und ein Sockel aus mächtigem Bass, der allerdings immer nur einen Ton zu spielen scheint, Melodien kann ich da zwar nicht heraushören, aber dennoch hält er den jeweiligen Song am Leben. Hier und da gesellt sich eine akustische Gitarre dazu, aber diese bekommt nie dominanten Charakter, sondern unterstützt die Atmosphäre. Geschwindigkeitsmäßig bleibt man sich weitgehend treu, keiner der drei Songs prescht allzu sehr nach vorne weg, auf der anderen Seite muss aber auch niemand Zeitlupenmetal befürchten.

Wer von beiden die Nase vorn hat, vermag ich nicht zu sagen. Sowohl FEN als auch DE ARMA haben Momente, in denen sie gefallen, beide Bands kann man aber auch nicht vom Vorwurf der temporären Langeweile freisprechen. Neugierig macht die Split schon und da FEN bereits Full-Length-Veröffentlichungen hinbekommen hat, kann man in dieser Hinsicht vor allem auf DE ARMA gespannt sein. Beiden Bands würde ich aber raten, noch etwas mehr am eigenen Stil zu feilen und weniger den Blick zur Seite auf die Genrekollegen zu werfen. Nach vorne sollte es gehen, mit eigenen Ideen und mutiger Kreativität, dann kann es bei beiden Truppen durchaus was werden.

Bewertung: 7 / 10

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