CD-Review: Fiddler´s Green - Wall Of Folk

Besetzung

Ralf „Albi“ Albers – Gesang, Akustikgitarre, Bouzouki, Mandoline, Banjolin
Pat Prziwara – Gesang, Akustikgitarre, E-Gitarre, Banjolin
Tobias Heindl – Geige, Gesang
Stefan Klug – Akkordeon, Bodhrán
Rainer Schulz – Bass
Frank Jooss – Schlagzeug, Percussions

Tracklist

01. Wall of Folk
02. P Stands For Paddy
03. Country Of Plenty
04. Fields Of Green / Nie zu spät
05. Victor And His Demons
06. Irish Rover
07. Scolding Wife
08. Greens And Fellows
09. Lost To The Moon
10. Tam Lin
11. Walking High
12. Milk The Damn Cash Cow
13. Hangman’s Lullaby
14. Dirty Old Town

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Der Titel der elften FIDDLER’S GREEN Studioscheibe macht unmissverständlich deutlich, was auf die Hörer zurollt: eine waschechte “Wall Of Folk”! Mit 14 kraftvollen Nummern rücken die Erlanger ihren Irish Independent Speedfolk auf ein Neues ins beste Licht. Weniger punkig-rotzig, dafür folkig-rockig und voller Lebensenergie präsentieren die Veteranen ihr neues Liedgut.

Bereits beim Titeltrack zu Beginn wird deutlich, dass bei den Fiddlers musikalisch eine kleine Wandlung stattgefunden hat. Während in den beiden Vorgängeralben “Drive Me Mad” und besonders bei “Sportsday At Killaloe” der wachsende Punkeinfluss nicht zu überhören war, so erinnert das neue Werk durch die stetig pulsierende Folkader an vergangene Zeiten. Unbeschwerte und leicht eingängige Melodien sorgen direkt beim ersten Hördurchgang für gute Laune und zuckende Gliedmaßen. Die Songauswahl umfasst dabei sowohl selbstgeschriebene Titel wie auch bekannte Traditionals in Form von “Irish Rover”, “Dirty Old Town” oder “P Stands For Paddy”. Selbst das bereits live-erprobte Instrumental “Tam Lin” lädt ganz textfrei zum Tanzen und Springen ein.
Dass sich die Musiker im Sportbereich wohlfühlen und darin musikalisch Akzente setzen können, beweist wiederum die neue Clubhymne des 1. FC Nürnberg namens “Field Of Green / Nie Zu Spät”. Einen zweisprachigen Gesang aus Deutsch und Englisch gab es zuletzt vor vielen Jahren beim Livekracher “Shut Up And Dance”. Anno 2011 erinnert die neue Komposition an ein modernes “You Never Walk Alone”. Unterstützt wurden die Fiddlers dabei von Micha Rhein und Flex der Biegsame von In Extremo. Lediglich Textzeilen wie “Mal sind wir down, mal sind wir top, you’ll never make us stop” sorgen für Stirnrunzeln.

Nur vereinzelt wird die irische Folkparty von ruhigen Momenten wie “Lost To The Moon” unterbrochen, die sehr an Albis Soloprojekt erinnern. Dass Fiddler’s Green selbst im elften Anlauf nicht vor Experimenten zurückschrecken, beweist wiederum das countrylastige “Walking High”. Doch auch diese Facette steht dem Sextett gut zu Gesicht. Zwar rollt die “Wall Of Folk” in diesen Momenten etwas weniger gewaltig, doch die Arrangements der locker-flockigen bzw. balladesken Nummern kompensieren die fehlende Power mühelos. Darüber hinaus überzeugt die sehr gute Produktion mit einem ganz klaren Fokus auf ausreichend Spielraum für alle Instrumente. Selten klang der irische Rock’n’Roll so dynamisch und spannend.

Im Sangesbereich fällt auf, dass der Stimmanteil von Pat als Leadsänger angestiegen ist. Stand das neueste Bandmitglied früher sinnbildlich für die neuen Punkelemente, so überzeugt Pat dieses Mal mit seinem Klargesang u.a. bei “Victor And His Demons”. Lediglich älteren Fans dürfte Albis markante Stimme auf Dauer fehlen.

Abschließend empfehlen möchte ich noch die Bonus-CD der Deluxe-Edition. Neben einer englischsprachigen Version von “Fields Of Green” und dem Traditional “I’ll Tell Me Ma” verbirgt sich dort mit “Yindy” noch ein echtes Highlight.

Ansonsten steht die “Wall Of Folk” wie ein Fels in der Brandung, irisch-modern und dennoch traditionell. Der Fiddler’s Sound lebt und bebt – ein Meisterwerk.

Bewertung: 8.5 / 10

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