CD-Review: Firewind - The Premonition

Besetzung

Apollo Papathanasio – Gesang
Gus G. - Gitarre
Petros Christo – Bass
Bob Katsionis – Keyboard
Mark Cross – Schlagzeug

Tracklist

01. Into the Fire
02. Head Up High
03. Mercenary Man
04. Angels Forgive Me
05. Remembered
06. My Loneliness
07. Circle of Life
08. The Silent Code
09. Maniac
10. Life Foreclosed

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Kaum eine Band sorgt derzeit im traditionellen Heavy Metal für so viel Aufruhr wie FIREWIND: Seit 2005 haben die Griechen um den zur Gitarristenikone avancierten Saitenhexer Gus G. bereits zwei höchstklassige Alben abgeliefert, die der Band vor allem in Japan, aber auch in Europa schon reichlich Lorbeeren einbrachten. Nun ist mit „The Premonition“ der dritte Langspieler auf dem Markt, und ganz offensichtlich haben die Herrschaften mit dem Hamburger Mark Cross am Schlagzeug nichts verlernt!

Auch anno 2008 stellen FIREWIND eindrucksvoll unter Beweis, warum sie nach wie vor wohl einer der bedeutendsten Metal-Exporte vom Peleponnes sind. In einer runden Dreiviertelstunde wird dem geneigten Hörer hier traditioneller Heavy Metal mit Power Metal-Schlagseite, Mitsingrefrains erster Klasse und Gitarrensoli von einem anderen Stern geboten. Lieder wie „Mercenary Man“, „Life Foreclosed“ (wie man eine Zeile wie “we are the destroyers of life” in so einen Schunkelrhythmus verpacken kann, wird mir wohl immer verschlossen bleiben) und allen voran „Head up High“ sind Kracher allererster Güte und laden je nach Situation zum Mitsingen oder Headbangen ein. Sehr stark ist auch das Klassiker-Cover „Maniac“, das zwar nicht allzu originell, dafür aber qualitativ hochwertig daherkommt.Dazu haben FIREWIND mit Apollo Papathanasio einen erstklassigen Sänger mit einer markigen, kraftvollen Stimme an Bord, der es schafft, den Songs einen dicken Stempel mit dem Bandnamen aufzudrücken. Doch der wahre Held (so scheint es zumindest nach wie vor in der Öffentlichkeit zu sein) ist Leadgitarrist Gus G., das Idol vieler griffbrettwichsender Nachwuchsgitarristen; seine extrem schnellen und frickeligen Soli sind ein weiteres Markenzeichen der Band und technisch auch wirklich überzeugend, wenn auch nicht immer ganz songdienlich. Doch alle instrumentale Finesse ist nichts wert, wenn die Songs nur aus Geschrubbe bestehen; dies ist bei FIREWIND zum Glück nicht der Fall, denn die Herren sind durchaus in der Lage, starke, mitreißende Hymnen zu schreiben, die durch das individuelle Können der Musiker nur noch mehr bereichert werden.

Nichts außer Herrlichkeit gibt es jedoch auch auf „The Premonition“ nicht zu finden. Die Songs sind zwar, wie erwähnt, zum größten Teil sehr stark, doch mit „My Loneliness“, der Quasi-Ballade der Scheibe, steht mindestens ein Ausfall zu Buche; der am Anfang jeder Strophenzeile wiederholte Liedtitel geht zumindest mir schon nach der ersten Strophe ohne Ende auf die Nüsse. „Remembered“ könnte auch aus der Feder von Mystic Prophecy stammen und klingt mächtig uninspiriert, und den Liedern als Gesamtheit geht eine gewisse strukturelle Ähnlichkeit nicht ab; auch sind sie nicht frei von Verschleiß, wenn man sie öfter hört.
Trotzdem kann sich „The Premonition“ mit so ziemlich allem messen, was da draußen so an Heavy Metal auf den Markt kommt. Auch beim dritten Album halten FIREWIND ihre Klasse und haben ein Werk veröffentlicht, das in jede gut sortierte Heavy-Plattensammlung gehört.

Bewertung: 7.5 / 10

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