CD-Review: Forbidden - Forbidden Evil

Besetzung

Russ Anderson – Vocals
Craig Locicero – Lead Guitar
Glen Alvelais – Lead Guitar
Matt Camacho – Bass
Paul Bostaph – Drums

Tracklist

01. Chalice Of Blood
02. Off The Edge
03. Through Eyes Of Glass
04. Forbidden Evil
05. March Into Fire
06. Feel No Pain
07. As Good As Dead
08. Follow Me

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Metallica, Slayer, Testament, Exodus – diese Bands fallen zu Recht jedes Mal, wenn es um die Speerspitze des Bay Area Thrash Metals der 80er Jahre geht. Nur wird dabei leider eine Band zu Unrecht immer wieder vergessen: Forbidden. Und das, obwohl sie einerseits mit „Forbidden Evil“ ein Debüt ablieferten, dass den Großen der Szene in nichts nachsteht, und andererseits neben Glen Alvelais, der Anfang der 90er kurzzeitig bei Testament die Klampfe malträtieren durfte, ein gewisser Paul Bostaph, Ex-Slayer und heutiger Testament Drummer, hier seine musikalische Laufbahn begann. Forbidden, Slayer, Testament – DAS nenn ich mal einen beeindruckenden Lebenslauf. Und eben jenes Debüt „Forbidden Evil“ wirbelte zur Veröffentlichung einiges an Staub in der Szene auf.

Gleich beim Opener “Chalice Of Blood“ wird man in eine Zeit zurück versetzt, in der sich der geneigte Thrash Fan noch durch Kutte und abgewetzte Turnschuhe auszeichnete und sich mit hautengen Spandexhosen auch den letzten Rest Eier abklemmte. Wer Thrash liebt wird von der ersten Sekunde an nicht enttäuscht. Russ Andersons Stimme ist zugegebener Maßen etwas gewöhnungsbedürftig, speziell beim nachfolgenden „Off The Edge“, doch spätestens nach dem dritten Durchlauf passt diese sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Thrash Metal der alten Schule der Extraklasse, oder wer würde einen Song wie „Through Eyes Of Glass“ etwas anderes zu nennen wagen?

Mit dem Titeltrack steht das für mich persönlich absolute Highlight des Albums an. Sägende Gitarren, Wechsel zwischen tiefen und hohen Vocals, und mal ehrlich, kann man das Wort „Evil“ schöner schreien, als es Russ im Refrain zelebriert? Und auch den Vorbildern wird gehuldigt, so ist der Anfang von „March Into Fire“ fast eine Kopie des Anfangs von Metallica’s „Creeping Death“. Wobei die Betonung auf Anfang liegt, der Song an sich ist eine eigenständige Nummer, die ziemlich frontal auf die Fresse geht.
Ob „Feel No Pain“ oder „As Good As Dead“, jedes Lied atmet den Geist der 80er, wobei die meisten Parallelen wohl zu “Bonded By Blood” von Exodus zu ziehen sind. Doch auch das ist wage, Forbidden schaffen es, den typischen Bay Area Sound trotzdem eigenständig klingen zu lassen. Das siebenminütige „Follow Me“ macht einem den Abschied dann noch einmal extra schwer, schon das obergeniale Intro lässt erahnen, welch ein Hammerstück uns Forbidden zum Abschluss von „Forbidden Evil“ in den Hintern schieben.

Jedem, der sich als Thrash Metal Fan der ersten Stunde bezeichnet, und sich bei Alben wie „The Legacy“, „Bonded By Blood“, „Kill Em All“ oder „Show No Mercy“ die Unterhose vollwichst, muss dieses Album empfohlen werden! Kein Lückenfüller, keine zweite Liga, einfach 80er Thrash Metal at ist best. Keine andere Bewegung hat so viel hochkarätige Bands hervorgebracht wie die Bay Area – Forbidden sind eines der besten Beispiele.

(Oli)

Bewertung: 8.5 / 10

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