CD-Review: Fornost - Der Wind hat mir ein Lied erzählt

Besetzung

Draug - Gesang, Gitarre
Thauron - Gesang, Gitarre
Hrim - Bass
Tiusson - Schlagzeug

Tracklist

01. Towards the Fall of Time
02. A. F. K. B.
03. Namenlos
04. Call of Nergal
05. Birkenwald
06. Amorph
07. Bustum
08. Outro

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FORNOST haben nichts mit Tolkien zu tun, auch wenn man dem Namen nach anderes vermuten dürfte. Mit „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ legten sie 2003 ihr bis heute einziges Album vor. Es gab unter anderem zwei Demos, „Chaosaxt“ und „Namenlos“, welche zuvor publiziert wurden. Nun stammt das Gros des vorliegenden Werkes von eben jenen Demos, wenngleich man sie deutlich besser einspielte. Dennoch liegen fünf Jahre zwischen „Chaosaxt“ und „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, eine nicht unerhebliche Zeitspanne.

Diese ist es dann auch, welche dem Album nicht wirklich gut tut. Bei all den Lobeshymnen auf diese Gruppe befremdet es manch einen sicherlich, warum dies so ist, denn die ersten Stücke bieten lediglich mittelmäßigen Black Metal, wie man ihn an jeder Ecke findet. Noch dazu gespickt mit Schönheitsfehlern, so dass die Leute, welche der Gruppe zum ersten Mal lauschen, arg verwundert sein könnten. Doch zu den Stücken und einer überraschenden Wendung: „Call of Nergal“ findet langsam sein Ende, welches man nicht mit Missfallen feststellen wird, da bei diesem Lied doch der ein oder andere disharmonische Klang zu finden war. „Birkenwald“ erklingt, ein komplett neues Stück, welches fast ausschließlich instrumental gehalten wurde und lässt das Auditorium ruckartig aufmerken. Keine minder guten Black Metal-Töne, eigentlich überhaupt kein Black Metal. Sanfte, zarte Akustikklänge sind zu vernehmen. Ruhig und sachte gleitet man mit dem Licht über den laubbedeckten, vom Regen durchtränkten Wald, betrachtet das Lichterspiel auf den Wipfeln der Birken, versinkt in dieser bittersüßen Melancholie. „Birkenwald“ ist ein einziger Traum, ein auditiver Genuss, welcher nach neun Minuten leider endet.

„Amorph“ heisst der nächste Track, welcher wieder Black Metal bietet, jedoch viel stärker ist als die vorigen BM-Stücke. Zum einen liegt das freilich am Gesang, welcher hier klar und ergreifend ist, wohingegen man zuvor schrilles Gekreische und ermattendes Gekrächze offeriert bekam. Zwar stößt Hrim auch hier diese sirenengleichen Schreie aus, sie sind aber gediegener und letztlich auch weiterentwickelter. In „Amorph“ ist zudem jedes Instrument klar herauszuhören, was leider zuvor selten der Fall war. Dies schafft natürlich Platz für manches wohlklingende Drängen nach vorne. „Bustum“ ist der Name des zweiten neuen Liedes auf „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“; es ist ebenso kaum mit Black Metal-Elementen bestückt. Auch hier war das so die richtige Wahl, da es akustisch-balladesk eine intensive und bedrückende Atmosphäre aufbaut. Daran hat auch die Variation der Stimme einen Anteil; mal ertönen schmerzerfüllte Schreie und mal ein bestimmtes Flüstern.

Nicht immer ist es sinnig, auf ein Outro in einer Rezension explizit einzugehen, hier allerdings schon, da es immerhin vier Minuten lang ist und so ruhigen Gewissens als vollwertiges Stück angesehen werden sollte. Erneut lauscht man eigentlich eher Ambiente, sanfter Gesang und ferne Trommeln geleiten einen langsam heraus, was mit einer unheimlich dichten Stimmung geschieht.

Wenngleich man sich mit der ersten Hälfte dieses Werkes nach mehrmaligem Hören anfreunden kann, ist dieser Teil nicht wirklich durchgehend hochwertig. Einzig die akustischen Stellen in „Towards the Fall of Time“ überzeugen vollauf. Im Endeffekt bekommt man mit „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ ein Album geboten, was zwei Gesichter zeigt, welche ohne Zweifel eines sind: verschieden. Da die neueren Kompositionen aber überragend sind, sollte man voller Hoffnung in die Zukunft dieser Band blicken, welche sich vielleicht auch einfach ganz vom Black Metal lösen sollte.

Bewertung: 7 / 10

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