CD-Review: Funerarium - Valley Of Darkness

Besetzung

De Rais - Gesang, Gitarre, Bass
Caacrinolaas - Gitarre
Necroshadow - Schlagzeug

Tracklist

01. Disappearance Of A Sad Spirit
02. Night Of The Fullmoon
03. Valley Of Darkness
04. Uther Pendragon
05. Funeral Procession
06. Icy Steel
07. Outro

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FUNERARIUM sind eine noch recht junge Band aus dem kleinen Luxemburg. Ja, auch hier kann Black Metal herkommen und wie das damalige Trio beweist, gar kein schlechter. Warum damalige? Nun, mit “Valley Of Darkness”, dem ersten Longplayer bei Undercover Records unter Vertrag, haben wir es nicht wirklich mit einem neuen Release zu tun, lediglich das zweite Demotape wurde auf CD gepresst und veröffentlicht. Musikalisch wird sehr roher und schleppender Black Metal geboten, der sehr oft ins Epische abzuschweifen weiß. Das liest sich erst gar nicht spannend, hört sich anfangs auch nicht so an. Denn eines muss hier vorweg gesagt werden, “Valley Of Darkness” ist alles andere als “easy-listening”, hier bedarf es vieler Anläufe und der passenden Grundstimmung, um überhaupt einmal Zugang zu erhalten.

“Disappearance Of A Sad Spirit” eröffnet mit einem langen, sehr atmosphärischen Intro und geht dann sofort in den Hauptsong über, was man vorerst gar nicht bemerkt, denn die Produktion ist sehr düster und leise gewählt. Wie sich herausstellt passt selbige aber perfekt zum Konzept. Viel Abwechslung wird rifftechnisch nicht geboten, allerdings wird bei genauem Zuhören eine sehr intensive Atmosphäre erzeugt, die mich fast gar an diverse BURZUM Alben denken lässt. Erwähnt werden sollte noch der Gesang, der kratzig, hallend und gar undeutlich durch die Boxen tönt und dem ganzen noch den letzten Schliff verleiht. Definitiv nichts für fröhliche Gemüter, denn schon nach diesem Song wird der ein oder andere die Platte als “langweilig” abstempeln und zurück ins Regal stellen. Auch mir ging es beinahe so, doch nach den schon erwähnten Anläufen konnte mich die Platte immer mehr begeistern. Auch der folgende Song “Night Of The Fullmoon” behält das selbe Schema bei, legt aber im Tempo noch etwas drauf und stellenweise werden erneut sehr gute Riffs ausgepackt. Auch der Titelsong weiß erneut mitzureißen und wieder muss ich unwillkürlich an Burzums Debüt denken, irgendwo aber auch an frühe Behemoth. Der Instrumentaleinwurf “Uther Pendragon” (übrigens auch der ehemalige Bandname) ist zwar nett gelungen, weiß mich persönlich aber nicht so sehr zu überzeugen, dafür läuft es mir beim darauffolgenden “Funeral Procession” wieder eiskalt den Rücken herunter und “Icy Steel” überzeugt wieder als dreckiger Black Metal Schlag ins Gesicht. Das Outro ist dann noch ein toller melancholischer und im positiven Sinne eintöniger Ausklang.

Diese Band hat definitiv Potential. Wie schon erwähnt, ist das Album schwer zugänglich, weiß aber wirklich zu überzeugen. Dass die Luxemburger so gut aufzeigen können, was für eine großartige Atmosphäre man mit Monotonie erzeugen kann, hätte ich kaum gedacht. Trotzdem hat das Album auch seine Ecken und Kanten, die Produktion der Songs unterscheidet sich manchmal sehr stark, manchmal zieht sich auch alles etwas in die Länge. Ansonsten sollten Freunde früherer Werke der angesprochenen Burzum oder etwas epischerer, roher Bands wie Moonblood mal reinhören. Geknüppel oder dergleichen darf man aber keinesfalls erwarten.

Bewertung: 7.5 / 10

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