CD-Review: Harpoon - Deception Among Birds

Besetzung

Toney Vast-Binder – Gesang
Dean Costello – Gitarre, Schlagzeug
Donald James Barraca – Bass

Tracklist

01. To The Tall Trees
02. Prequel To A Lifetime Of Disappointment
03. Dreadoaught
04. Phlegm
05. Troglodyte’s Delight
06. The Cut Of His Jib
07. Shit Wizard
08. Deception Among Birds

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Jaja, immer dieser Betrug unter Vögeln. Schon eine ganz schön bittere Sache… Wenn es nach HARPOON geht, nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis – denn auf „Deception Among Birds“, dem zweiten Full Length der Band, wird von der ersten Sekunde an gleich in die Vollen gegangen.

Gerade in Sachen Geschwindigkeit lassen sich HARPOON nichts vormachen: Zwar drosselt die Band regelmäßig das Tempo, und Drummer Costello macht zunächst nur im Opener „To The Tall Trees“ von Blastbeats Gebrauch, jedoch sind der Großteil der Nummern auf „Deception Among Birds“ zumindest teilweise circle-pit-tauglich, da recht uptempo-lastig. Darüber hinaus lebt die Musik von HARPOON von abrupten, aber zugleich interessanten Stimmungswechseln: „Prequel To A Lifetime Of Disappointment“ zeigt, wie die Band mathcore-artige Parts inklusive vertracktem Drumming mit mörderisch aggressivem Hardcore zu kombinieren, der sogar einige interessante Melodien vorzuweisen hat. „Phlegm“ schlägt in die selbe Kerbe, hier sind HARPOON aber tendenziell etwas gemäßigter unterwegs – auch in diesem Track gibt es derweil heftige Drums sowie schwedisch angehauchte Gitarren zu hören.
Negativ fällt der cleane Gesang auf: Hier fehlt es Sänger Vast-Binder hörbar an Volumen, die gesungenen Parts wirken kraft- und ausdruckslos – ein Grund, warum man sich „The Cut Of His Jib“ sparen kann. „Troglodyte’s Delight“ krankt daran, dass die Intensität sehr niedrig gehalten wird – stattdessen versuchen HARPOON mit atmosphärischen Gitarren und Klargesang zu punkten, aber richtig Stimmung will da auch nicht aufkommen. Ein Highlight ist dagegen der Track „Shit Wizard“, in dem rockig-groovende Gitarren den Ton vorgeben, auch wenn man sich Vast-Binders Gesang hier etwas weniger kreischend wünschen würde.

Insgesamt wirken HARPOON noch ein wenig zu planlos, um wirklich überzeugen zu können: Viel wird ausprobiert, aber nichts durchgezogen – das Endprodukt erscheint dementsprechend halbgar. Zwar haben die Platte und einige der Songs überzeugende Momente, aber das Gesamtbild an sich ist noch nicht stimmig genug.

Bewertung: 5.5 / 10

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