CD-Review: When You Scream - The Alchemist

Besetzung

Matwey - Gesang
Chris - Gitare, Gesang
Daniel - Gitarre
Sven - Bass
Michael - Schlagzeug

Tracklist

01. Hearts Divide
02. My Precious Noise Desire
03. Waves Of Sparks
04. Your Cruelest Seeds
05. Damnation (The Generation Of Broken Wings)
06. Painted In Shades Of Red
07. The Alchemist
08. Chant Of A Chainsaw
09. Raped By A Mammoth Tree While Ash Was Kissing Lady G.

thumbnail

Oha, wer in seine Vita schon reinschreibt, dass man mit Bands gespielt haben, die schon mit anderen, tollen Bands zusammengespielt haben und daraus folgern will, dass man selbst damit quasi schon einen hohen Status erreicht hat, dann droht möglicherweise musikalisch Ungemach. Sollte man sich nicht lieber mit eigenen Lorbeeren schmücken? Ich denke schon und will dies somit WHEN YOU SCREAM aus Osnabrück gleich zu Beginn mit auf den Weg geben. Der Fünfer machte sich 2010 auf die Reise, dem Göteborger Sound ein neues oder zumindest erneuertes Gewand zu verpassen – und schnitt dabei aufgrund üblem Soundgewand auch gar nicht mal so gut ab.

Daran haben die Jungs einigermaßen gearbeitet, aber man kann sagen, dass die Reise noch nicht zu Ende ist. Das musikalische Ungemach entpuppt sich glücklicherweise als weniger schlimm als befürchtet, trotzdem steht den Melodic Deathern noch einige Arbeit ins Haus, wenn es zukünftig mal mehr werden soll als mit Bands zu spielen, die…na, ihr wisst schon. Schlecht ist es jetzt nicht unbedingt, was man mit den neun Songs präsentiert, immerhin kann man inzwischen ein paar Strukturen erkennen, aber es ist schlicht uneingängig. Man kann die Platte sicher zehnmal durchhören und das einzige, was einen aus der Lethargie von immer ähnlich klingenden Songs in ähnlichem Tempo und ähnlich wenig Abwechslung holt, ist das weitgehend akustisch gehaltene Instrumental “Chant Of A Chainsaw”. Ansonsten dominiert das, was man beim Schwedendeath erwartet: Midtempo, melodische Riffs, aggressive Vocals, hier und da mal ein blackiges Thrashriff. Trotzdem, etwas mehr Wiedererkennung hätte es sein dürfen, alleine eine passable Spieltechnik reicht nicht aus, um dem Himmel nah zu kommen.

Am Songwriting sollte also dringend gearbeitet werden, zudem wäre ein etwas professionellerer Schriftzug vielleicht eine Alternative, so sieht es doch – um es mal freundlich auszudrücken – ziemlich retro-mässig aus. Puritanische Alleshörer können natürlich mal reinhören, eine Vollkatastrophe ist es wie gesagt nicht, aber etwas anspruchsvollere Musikliebhaber greifen vorerst noch zu den Originalen, hier ist noch einiges zu tun. Ich bin mal gespannt, wie das nächste Output klingen wird, wenn die diesmal angesprochenen Probleme ausgemerzt werden.

Bewertung: 4 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von

Kommentieren

Kommentar-Feed abonnieren