Interview mit Ruoja von Ajattara

AJATTARA veröffentlichen im März 2006 ihr neues Album “Äpäre”. Ein bisschen verrückt war es allerdings schon, wie Ruoja unser Interview beantwortet hat. Die Fragen druckte er sich aus und schickte uns die eingescannten handschriftlichen Antworten zurück.

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Hey Pasi! Erstmal vielen Dank, dass du diesen Interview für uns beantwortest. Wie geht es dir?
Mir gehts gut, danke.

Der Grund des Interviews ist die Veröffentlichung von “Äpäre” im März. Glückwunsch, ich mag es sehr gerne, nicht so gerne wie “Tyhjyys”, aber es ist toll, mal wieder etwas anderen Black Metal zu hören. Aber dazu später mehr. Was fühlst und denkst du persönlich über das Album?
Es ist das beste Album, dass wir jemals gemacht haben. Die Entwicklungen und unsere musikalische Ausdrucksweise sind heute wesentlich ausgereifter, als vor einigen Jahren.

“Tyhjyys” hat eine unglaublich hasserfüllte Atmosphäre, verbunden mit den wohl finnischen Landschaften. Ich selbst habe es einmal mit “Nachts bei Regen im nassen Gehölz sitzen und einen Sturm vorüberziehen sehen” beschrieben. Würdest du dem zustimmen? Denkst du, dass kann man so auch für “Äpäre” sagen? Was ist der Hauptunterschied zwischen beiden Alben?
Der Unterschied ist, dass es dich berührt, wenn du “Äpäre” hörst. Andererseits passt deine Beschreibung der Atmosphäre schon.

Gibt es einen Black Metal Underground mit kleinen und unbekannten Bands in Finnland? Ich kenne nicht wirkliche viele finnische Black Metal Bands. Hier haben wir tausende kleiner Bands, die keinen Plattenvertrag haben. In einem älteren Interview mit den Power Metallern Sonata Arctica haben wir nach finnischem Underground gefragt und sie wussten davon gar nichts, weil Metal in Finnland so populär ist. Hier in Deutschland ist es eine richtige Sensastion, wenn eine Band wie Children Of Bodom eine gute Position in den Charts erreicht.
Nun, das ist hier wirklich verrückt geworden und es stimmt, dass Metal in Finnland Mainstream ist.

Euer Sound unterscheidet sich sehr von anderen Black Metal Bands. Ist das beabsichtigt, um Ajattara von der Masse an True Black Metal Bands und sogenannten Viking Metal Bands abzuheben oder ist das einfach nur die logische Konsequenz aus eueren musikalischen Einflüssen?
Also erstmal haben wir es nicht nötig, irgendjemanden zu kopieren und unseren eigenen Sound haben wir über zwei Jahre hinweg entdeckt und beim 98er Demo “Helvetissa On Sywtisen Taivas” zum ersten mal vorgestellt. Es ist ein magischer Zufall.

Ist bei euch eine musikalische Kursänderung abzusehen?
Nein, wenn ich andere Musik machen will, dann mache ich das mit einer anderen Band.

Plant ihr eine Tour oder Auftritte bei Sommerfestivals, um “Äpäre” zu promoten?
Oh ja, es sind bereits eine Menge Auftritte für diesen Frühling und Sommer gebucht, auch ausserhalb Finnlands.

Hörst du in deiner Freizeit viel Black Metal? Oder hast du da andere Vorlieben?
Ich höre viel Black Metal. Venom und Bathory sind meine Favoriten. Ich höre auch viel Rockmusik und HipHop.

Folgen die Ajattara-Alben einem speziellen Konzept in ihrer Gesamtheit?
Es ist der wachsende Pilz, und wenn du von ihm kostest, dann wächst du mit ihm :)

Bei Ajattara benutzt du ausschließlich finnische Texte. Gibt es da einen besonderen Grund, wie etwa der rauere Klang der Sprache, oder magst du es einfach, in deiner Muttersprache zu singen?
Beides, es macht großen Spaß, in seiner eigenen Sprache zu singen, und ausserdem hört es sich wirklich rau an, ja.

Ist es für dich wichtig, dass die Leute auf die Texte hören und auch versuchen, sie zu verstehen?
Nun, bei finnischem Publikum natürlich schon, aber wir fordern nichts vom Hörer, vor allem nicht von den Nicht-Finnen. Aber es ist sehr schmeichelhaft, wenn es jemand wirklich versteht!

Manche Hörer sehen den Gesang nur als weitere Art Instrument, wie etwa Deutsche, die deine finnischen Texte nicht verstehen können. Ich denke, es kann etwas magisches haben, wenn man die Texte nicht versteht.
Auf jeden Fall, dann ist es eine “nur” Atmosphäre, die die Musik erschafft. Und Finnen können auch nicht die Texte von Rammstein verstehen, und trotzem sind die hier sehr beliebt!

Wirst du die Fußball-WM in Deutschland dieses Jahr verfolgen? Interessierst du dich für Fußball oder andere Sportarten?
Nein, ich hab kein Interesse an Sport. Ich interessiere mich für Krieg und Pornos.

Was hältst du von technischen Bands wie deinen finnischen Landsleuten Stratovarius? Findest du Instrumentenposing (göttliche Soli usw.) okay, so lange die Musik die Atmosphäre behält?
Ich persönliche schätze sowas gar nicht. Musik ist ein Gefühl, eine Lebenseinstellung, keine verdammte Hinrichtung.

Zum Schluss noch unser Wortspiel… Was denkst du, wenn du die folgenden Worte hörst?

Children Of Bodom: Roope
Jari Mäenpää (Wintersun): ?
Politik in Musik: Punkrock
Ibanez: No no
Corpsepaint: Ich bin Musiker, kein Pantomime
Wrestling: Ok, wenn es echt ist
Fast Food: Köstlich
Metal1.info: Vielen Dank!

Danke dir für das Interview. Ich hoffe, wir können das bald mal wiederholen.
Kein Problem!
Gruß!!! Ruoja


Geschrieben am 4. März 2006 von Marius Mutz

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