Interview mit Dennis von Eisheilig

Hi Dennis, schön, dass Du Dir Zeit nimmst, ein paar Fragen für Metal1.info zu beantworten.
Kein Thema.

Zunächst einmal möchte ich Euch zu Eurem neuesten Output „Elysium“ gratulieren. Es ist mal wieder eine sehr schöne CD geworden. Wie seid Ihr selber damit zufrieden?
Es ist das Ergebnis von über zwei Jahren Bandentwicklung. Bis jetzt sind wir alle sehr zufrieden damit. Natürlich fällt Dir im Nachhinein immer irgendetwas auf was Du hättest besser machen können, aber auf „Elysium“ haben wir immer noch richtig Lust! Vielleicht gerade weil wir das Tempo hier und da etwas angehoben haben, und die doomlastigen Sachen einfach mehr knallen machts Spass!

Da dies das erste Interview mit Metal1.info ist, kennen Euch unsere Leser größtenteils noch gar nicht. Kannst Du bitte mal kurz was über die Band, die Musiker und Euren Werdegang erzählen?
Wir haben uns irgendwann 1998 gegründet und bestehen aus Niklas (Bass), Dominik (Schlagwerk) und Till (Git.), und mir (Ges.) Wir kennen uns schon seit x Jahren noch aus Schulzeiten. Beim ersten Album „Eisheilig“ war Hardy (Git.)noch dabei, der aber dann 2003 die Band verlassen hat. Unser Stil ist schwer zu beschreiben. Bands wie Black Sabbath dürften ebenso Einfluss auf uns gehabt haben, wie Type O oder auch die slowenische Band Laibach. Bei uns geht es textlich allerdings ausschließlich in deutsch zu.

Okay, zurück zur aktuellen CD. Ich hatte den Eindruck, dass Ihr mehr als nur eine Spur eingängiger geworden seid. Euer erstes Demo musste man schon ein paar mal anhören, um Zugang zu den Songs zu finden, Lieder wie „Sturm“ oder „Lucifer“ zünden dagegen sofort. War das eine bewusste Entwicklung oder hat sich das „einfach“ ergeben?
Wir wollten diesmal eine Spur aggressiver ans Werk gehen, da wir einfach mit den ersten beiden Alben recht getragen und fast durchweg schwerfällig zur Sache gegangen sind. Natürlich hat sich diese Entwicklung aber auch ergeben. Wir können nicht Songs nach Muster schreiben. Das geht vollkommen nach hinten los. „Elysium“ entspricht unserem derzeitigen Lebensgefühl und zeigt auch eine innere Weiterentwicklung der Band.

Es fällt auf, dass Ihr zwar nicht unbedingt schneller geworden seid, aber Balladen im Stil des genialen „Tanz mit mir“ sind auch nicht mehr vorhanden. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht so, dass die Songs insgesamt sehr viel schneller, sondern eher härter geworden sind. Woran liegt das?
Wie gesagt, Songs wie „Tanz mit mir“ haben bei Eisheilig nach wie vor ihren Stellenwert. Trotzdem hätte z.B. dieser Song nichts auf „Elysium“ zu suchen gehabt. „Elysium“ ist einfach Eisheilig 2006 und nicht mehr 1999. So klingen wir heute.

Kommen wir mal auf die Texte zu sprechen, da sie immer etwas „besonderes“ sind, nehme ich mal an, bedeuten sie Dir ziemlich viel, oder?
Natürlich. Ich versuche nicht die gängigen deutschen Textfloskeln zu bedienen. Auf der anderen Seite will ich natürlich auch, dass man mich versteht. Das ist so eine Gradwanderung und manchmal gelingt es mir besser, mal schlechter. Mein persönlicher Anspruch an die Texte ist ziemlich hoch. Ich brauche dafür meistens tagelang und verhalte mich dabei wie ein Autist. Das macht mir manchmal noch nicht mal mehr Spaß. Aber es muss raus. Ganz seltsames Gefühl..

Soweit ich weiß, war die Thematik der ersten beiden Alben zumindest teilweise der nordischen Sagensammlung „Edda“ entnommen bzw., sie diente als Inspiration. Wie verhält es sich diesmal?
Da hast Du nicht ganz Unrecht. Diesmal sind mehr Texte dabei, die vielleicht konkreter mit unserem jetzigen Leben als Menschheit zu tun haben. In dem Text „König der Planeten“ z.B. geht es um Umweltkatastrophen. Ich versuche unseren Planeten mit seinen manchmal tragischen Launen zu interpretieren, und ihm eine Stimme zu verleihen.
Bei „Sturm“ geht es um die Unterdrückung des „kleinen Mannes“.

Auffällig sind diesmal die vielen Aussagen, die mit einem Ausrufezeichen enden. Ich gehe davon aus, dass Du mit den Texten diesmal noch mehr aufrütteln willst, schließlich sind auch zum ersten Mal alle Texte im Booklet abgedruckt.
Daß unsere früheren Texte nur teilweise abgedruckt waren, ärgert mich heute auch. Damals fanden wir das cool.
Die Ausrufezeichen stehen eigentlich mehr dafür, dass ein Wort geschrieen wird. Die Aussage ist mir schon immer gleich wichtig gewesen.

Das Artwork der CD und vor allem Eure „Kostümierung“ sind diesmal was ganz Besonders geworden. Wer ist dafür verantwortlich und was wollt Ihr damit ausdrücken?
Wir sehen uns in einer Art „Endzeit“ wieder. Die Kostüme unterstreichen das. Wir sind sozusagen schiffsbrüchige, die an Land gespült werden um ihre finsteren Erlebnisse der Welt kund zu tun. Aber die Welt ist während unserer Schiffsreise vergangen, und niemand außer uns ist mehr da. Der Song „Flug der Möwen“ behandelt das Thema wohl am stärksten. Wir fanden diese Vorstellung sehr faszinierend und es passt zu den Texten auf „Elysium“.

Ihr wart in letzter Zeit ziemlich gehäuft live vertreten (Wave Gotik Treffen, Bochum Total oder in Geiselwind). Das neue Album hat Euch in dieser Hinsicht auch einen ordentlichen Schub gegeben, nicht wahr?
Durchaus. Es ist uns auch immer wichtig gewesen viel live unterwegs zu sein. Dieses Jahr hat einiges geklappt, worüber wir uns auch total freuen.

So, das wäre es dann für dieses Mal, Dennis, kannst Du uns noch ein bißchen über die Pläne für die nähere Zukunft verraten? Den Schwung des gelungenen „Elysium“ müsstet Ihr doch jetzt eigentlich mitnehmen!
Das haben wir auch vor. Eventuell wird es im Herbst noch eine Tour geben. Ansonsten werden wir hoffentlich noch viele Einzelgigs spielen. Ihr werdet darüber immer aktuell informiert. Besucht einfach öfter mal unsere Homepage: www.eisheilig.de

Vielen Dank, dass Du für das Interview zur Verfügung standest, die letzten Worte gehören obligatorisch Dir!
Ich danke erstmal Dir für dieses Interview. An alle die uns bisher unterstützt haben: Glück auf!!


Geschrieben am 12. August 2006 von Jan Müller


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