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» home / interviews 07.09.2010 - 13:00 Uhr  

 INTERVIEW: Dunkelschön (29.06.08)
Vanessa Istvan stellte in einem kurzen Interview die Stücke der neuen Dunkelschön-CD "Nemeton" vor. Passend zu unserer Review hier nun detailierte Informationen aus erster Hand.
 



Was bedeutet der Titel „Nemeton“ eurer neuen CD?
„Nemeton“ war bei den Kelten der Heilige Hain. Unser heutiges Wissen über die Kelten besteht zwar nur aus Bruchstücken, als gesichert gilt allerdings, dass bei ihnen die Natur eine sehr große Rolle spielte. Ihre Götter verehrten sie in heiligen Hainen - „Nemeton“ genannt – ein Ort, der für sie eine besondere Ausstrahlung besaß. Auch wenn viele dieser alten Haine in unserer heutigen Zeit verschwunden sind, gibt es doch immer wieder Plätze in der Natur, die uns auf fast magische Weise anziehen. Und auch so manches Lied auf unserer neuen Scheibe ist an solch einem Ort entstanden.

Könnt ihr kurz die einzelnen Stücke auf eurer neuen CD beschreiben?
Wie auch schon bei unseren vorherigen CDs „Irfind“ und „Torenvart“ war es uns wichtig, dass auch unsere neue Scheibe sich durch ihre Gegensätze trägt. So wechseln tanzbare mit ruhigen Stücken, auf heitere Töne folgen rockige, aber auch melancholische und mystische. Eingebettet ist das ganze natürlich in unseren typischen „dunkelschönen“ Stil. Nach einem kurzen Intro folgt das Lied „Bacchus“, das dem Weingott in lateinischer Sprache huldigt. Die vorrangigen Instrumente sind hier die Drehleiern. Das nächste Stück heißt „Ros Maris“, was wörtlich übersetzt der „Tau des Meeres“ heißt. Vanessa singt hier in Französisch in einem sehr ruhigen und klassischem Stil eine Passage aus einem der Feenmärchen der Mme. D'Aulnoy. Kontrastreich setzen hier Nyckelharpa und Chor mit ein. Mit einem Text aus der Carmina Burana haben wir uns bei „Cramer“ auseinandergesetzt: Einem Liebeslied an die Liebe und das Leben selbst. Was könnte hier besser passen als romantische Harfenklänge? Harte Nyckelharpa-Riffs, die fast an E-Gitarren erinnern, treibende Drums und Vanessas Stimme, die hier hart und fast „rotzig“ klingt, wechseln sich bei „Liebster“, einem alten deutschen Volkslied ab, dem wir durch unsere eigene Interpretation nicht nur zu Großteil eine neue Melodie, sondern vielmehr auch einen für unsere Verhältnisse sehr rockigen Aspekt verliehen haben. „Cradaza“ ist ein sehr rhythmisches Instrumentalstück, bei der neben der Drehleier Vanessas Lieblingsflöte (Hu Lu Si) und Katjas Bodhran zum Einsatz kommt. Danach folgt „Skaggrimitch“. Der gesamte Text dieses Liedes ist – mit Ausnahme des spanischen Verses – komplett in einer Phantasiesprache gehalten. Er ist angelehnt an „Das letzte Einhorn“. Das Fabelwesen wird durch einen bösen Zauber im Schlaf gebannt. Mit „Es ist ein Schnee“ folgt dann wieder ein sehr schönes ruhiges Stück, das übrigens nichts mit Winter zu tun hat. „Ein Schnee ist gefallen“ war damals ein anderer Ausdruck dafür, dass eine Frau schwanger ist. Die Frau im nächsten Lied - mit dem fast unaussprechlichen schwedischen Titel „Tusselullagulla“ - hat bereits ein Kind und versucht es in den Schlaf zu singen. Vor ihrem Fenster wartet währenddessen ihr Liebhaber. Geschickt verarbeitet sie in dem Schlaflied die Botschaft an ihn, dass er nicht hineinkommen darf, da ihr Mann zuhause ist. Dieses Stück ist definitiv ohrwurmtauglich, wie wir selbst am eigenen Leib erfahren haben. Am Ende nehmen wir bei „Ein letztes Mal“ den Zuhörer mit in den alten Wald, wo wir alle Abschied nehmen…

Was habt ihr Euch für die nächste Zeit als Ziel gesteckt? Seid ihr zufrieden damit wie es für Euch als Band läuft?
Wenn man bedenkt, dass wir Dunkelschön erst Anfang 2004 ins Leben gerufen haben, kann ich nur mit der Entwicklung, die wir gemacht haben, zufrieden sein! Immerhin haben wir es geschafft innerhalb dieser kurzen Zeit auf Bühnen zu landen, die größer sind als mein Haus! Wir spielen auf immer bekannteren Veranstaltungen vor einem immer größeren Publikum! Was könnte man sich schöneres als Frucht seiner Arbeit vorstellen??
Für die nahe Zukunft wünschen wir uns einfach schöne, erfolgreiche Gigs und viele neue Songideen. Nach der CD ist vor der CD ;-)



Interview von: Sigi Maier
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