Interview mit Petri Lindroos von Norther

Im Zuge der Veröffentlichung des neuen NORTHER-Albums “Till Death Uniteds Us” am 27. Februar 2006 beantwortete Sänger und Gitarrist Petri Lindroos unsere Fragen, wenn auch mit etwas spärlichen Antworten.

English original…

Hi Petri, danke, dass du dir Zeit nimmst, dieses Interview zu machen. Wie gehts dir zur Zeit?
Hi. Danke, mir gehts gut und ich war sehr beschäftigt mit all den Interviews in letzter Zeit.

Der Hauptgrund für dieses Interview ist natürlich das Erscheinen eures neuen Albums “Till Death Unites”. Ich finde, das Coverartwork hat eine sehr bedrohliche Atmosphäre. Wer ist dafür verantwortlich? Und könntest du kurz erklären, warum ihr euch gerade für dieses recht untypische Cover entschieden habt?
Dieses Mal haben Killustration das Cover für uns gemacht. Wir wollten für dieses Cover von Grund auf etwas anderes, wir hatten einige Ideen und wir mögen alle den Film “Konstantin”, vor allem Szenen in der Hölle. Dieses Cover zeigt eine erdachte Hölle, erschaffen vom Menschen.

Wenn ich das neue Album mit “Death Unlimited” vergleiche stelle ich fest, dass ihr da noch um einiges mehr Keyboard verwendet habt. Gibt es da irgendwelche speziellen Anlässe dafür, oder hat es einfach besser zu den Liedern gepasst?
Naja, wir haben “Till Death Unites Us” selbst aufgenommen und produziert, damit es auch so klingt, wie wir das wollen. Die neuen Songs haben nicht so viel Keyboard gebraucht, und da sind wir auch zufrieden damit.

Das Zweite was mir auffällt, ist, dass “Till Death Unites Us” langsamer ist als das Vorgänger-Album. Meiner Meinung nach kein positiver Aspekt, ich für meinen Teil fand das Tempo von den Songs “Deep Inside” und “Death Unlimited” vom Vorgänger extrem cool. Wär es nicht besser gewesen, sich mehr auf den High-Speed zu konzentrieren?
Wir planen unsere Songs nicht, und wir schreiben nur die, die wir spielen wollen, nicht die, die du hören willst!! Wir haben schnellere und langsamere Songs auf dem Album, sie sind halt einfach so geworden.

Hab ich ein Problem mit den Ohren, oder habe ich Recht mit der Behauptung, dass die Vocals nicht mehr wirklich nach der selben hasserfüllten, unkontrollierbaren Wut klingen, wie das auf “Death Unlimited” getan haben?
Auf “Death Unlimited” haben wir für die Vocals Effekte verwendet, deswegen klingen sie um einiges wütender als auf “Till Death Unites”. Dieses Mal hört man NUR mich, wie ich mir den Arsch abschreie!!

Wird es eine Promotion-Tour , oder sogar ein paar Festival-Gigs geben?
Ja, aber ich weiß nicht wann und wo…

Genug nette Fragen, jetzt kommen die, die du in jedem Interview immer wieder aufs Neue beantworten darfst ;-).
Stichwort Children of Bodom. Schon seit eurem ersten Album werdet ihr mit euren Landsmännern verglichen. Hast du etwas für die Leute übrig, die euch als gutes Füllmaterial zwischen zwei Children of Bodom-Alben sehen?

Nein, ich kümmere mich einen verdammten Scheißdreck darum!!!!

Es gibt geniale Musiker im Metal auf der ganzen Welt, aber ich finde, die größte Konzentration von ihnen findet sich in Finnland, nimm nur Timo Tolkki von Stratovarius als Beispiel… Warum ist das so? Müsst ihr nicht arbeiten? Und müsst ihr nicht essen und trinken, dass ihr so viel üben könnt?
Finnland ist voll mit talentierten Musikeren.und Metal liegt uns im Blut, würde ich sagen!! Im Moment arbeite ich zwar nicht, aber ja, essen und trinken muss ich auch…

Wenn ich über die finnische Szene rede, muss ich dich natürlich auch etwas über die Power Metal-Szene in Finnland fragen. Würdest du Norther zu der Richtung “Power Metal mit harshen Vocals” zählen? Ich finde, man könnte, eure Musik ist nicht so viel härter als die einiger Power Metal-Bands. Hast du auch Freunde in der finnischen Power Metal-Szene?
NEIN, ich würde nicht sagen, dass Norther irgendeine Form von Power Metal ist! Was für ein Schwachsinn! Aber ich kenne Leute aus Power Metal-Bands, zum Beispiel von Dreamtale oder Thunderstone.

Wie findest du Bands wie Stratovarius, deren Sänger manchmal ziemlich unterträgliche Höhen mit der Stimme erreichen? Und, in diesem Fall, von Timo Tolkki als Gitarrist? Hehe, richtig, er ist einer meiner Gitarren-Götter ;-).
Power Metal-Bands interessieren mich nicht mehr, ich habe das vor mehr als 10 Jahren mal gehört, aber diese Musik ist nichts mehr für mich. Tolkki als Gitarrist: Er stinkt, er war mal ein Held für mich als ich noch extrem viel geübt habe, aber heute gibt er mir nichts mehr.

Seit 2004 spielst du neben Norther auch bei Ensiferum als Gitarrist und Sänger. Einige Leute sagen wohl, dass du nur die schlechtere Alternative zu Jari Mäenpää bist.
Das ist ihre Meinung, und ich kann nur hoffen, dass sie akzeptieren werden, dass ich auch bei Ensiferum spiele.

Was denkst du von Jari als Musiker und Freund?
Er ist ein großer Gitarrist, viel besser als Timo Tolkki!! Außerdem kann man mit ihm sehr gut trinken..

Jaris neue Band Wintersun, Norther und Ensiferum sind ja alle miteinander vernetzt. Jukka spielt bei Norther und Wintersun, du bei Norther und Ensiferum und Jari spielte auch mal bei Ensiferum. Ich glaube, wenn Musiker so viel zusammenarbeiten, muss auf jeden Fall etwas wie Freundschaft entstehen. Sonst würdest ihr ja Bands spielen, die nur an instrumentalem Posen interessiert sind, weil dafür muss man nicht miteinander befreundet sein. Könnte man alle Mitglieder von Ensiferum, Norther und Wintersun zusammen in einer Kneipe antreffen, während ihr über Gott und die Welt redet? Hast du Zeit für solche Dinge?
Also ich glaube du hast keine Ahnung wie es ist in einer Band zu spielen?!!! Wenn wir nicht alle miteinander befreundet wären, würde die Band wohl kaum so gut laufen. Und wir sind Freunde innerhalb aller dieser Bands, wir verbringen sehr viel Zeit damit, zusammen herumzuhängen und so.. Man könnte uns also irgendwo alle zusammen sehen..

Gibts Musiker, die du als “großartig” bezeichnen würdest?
Zu viele, um mit dem Aufzählen anzufangen…

norther_petri1

True Metal: Manowar

Ajattara: Ich liebe es!!!

Nile: Sie könnten besser sein…

Finnische Texte: Eppu Normaali!!!

Windir: ???

Pizza: Das beste für Hangovers!!!

Griechenland: Warm

Danke für das Interview Petri, ich hoffe man sieht sich mal auf einem Festival oder nach einer Show, vielleicht um ein weiteres Interview zu führen ;-)


Geschrieben am 15. Februar 2006 von Marius Mutz

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