Interview mit Alea und Falk von Saltatio Mortis

Anlässlich des Mittelalterlich Spectaculum in Neuburg an der Kammel nahmen sich der Frontsänger von Saltatio Mortis, Alea der Bescheidene, sowie sein Bandkollege, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, fast eine ganze Stunde Zeit, um ausführlich über ihre Vergangenheit, persönliche Differenzen, die Mittelalterszene und ihre Bands sowie das künftige Saltatio-Mortis-Album zu sprechen. Wem das Lesen zu lästig ist, der kann sich auch das vollständige 50-minütige Interview runterladen und problemlos in ausgezeichneter Qualität genießen. Für Fans definitiv ein Muss, für alle Neugierigen ein absoluter Tipp – da das Gespräch nicht ganz von kleinen Pannen verschont blieb und sowohl ernste als auch heitere Momente bietet.
Wer sich von der rein mittelalterlichen Seite der Spielmänner ein Bild machen will, kann dies beim Gewinnspiel tun, in dessen Rahmen wir dreimal die CD „Manufactum“ verlosen, die live auf dem Spectaculum aufgenommen wurde. Einfach eine Mail mit Adresse und dem Betreff „Saltatio Mortis“ an sigi@metal1.info. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Alea und Falk für die spaßige Zusammenarbeit.

Audio-Interview Teil 1 (10,8 MB)
Audio-Interview Teil 2 (10,2 MB)

Beschreibt kurz euren musikalischen Werdegang: In welchen Bereichen liegen die Wurzeln der einzelnen Bandmitglieder und wie kamt ihr schließlich zusammen?
Alea: Wir haben sehr unterschiedliche Wurzeln. Ich hab z.B. mit 15 als erstes in einer Cover-Band gespielt, die in Richtung Trash Metal ging. Danach ging’s weiter mit einer 70er Cover-Band, die hießen Jasper’s Farm. Da haben wir alles gecovert, was in Woodstock gespielt hat. War ziemlich cool. Meine Kollegen damals waren alle so im Alter von unserem Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, nur war ich nicht damals noch nicht so alt wie heute, sondern ca. 16 und damit der Jungspund. So ging das dann weiter, bis ich mit 21 Jahren zu Saltatio Mortis gekommen bin.
Falk: Bei mir liegen die Wurzeln ganz klar im Folk, also französischer und englischer Folk und nicht das, was man für gewöhnlich unter dem Begriff „Folk“ versteht wie amerikanische Folksänger, sondern traditionelle Musik auf traditionellen Instrumenten. Irgendwann sind wir dann alle aufeinander gestoßen, weil jeder die Liebe zum Dudelsack entdeckt hat und es viel geiler ist, wenn man mit mehreren zusammen spielt. So kam es relativ schnell dazu, dass wir uns dazu entschlossen haben, eine Band daraus zu machen.
Alea: Das erste Zusammentreffen war auf der Ronneburg bei Hanau auf einem Wintermarkt im Winter des Jahres 2000. Und wie es so ist: Das Gesindel sammelt sich am Feuer. Das war der einzige Ort, an dem es warm war. Innerlich warm wurde uns schließlich durch heißen Met. Irgendwann haben wir dann zusammen gespielt und gesagt: Das ist geil, das muss so sein.
Falk: Man sieht einen anderen, der auch mit einem Dudelsack durch die Gegend läuft und sagt: Welche Lieder spielst du? Welche Lieder kannst du? Es gibt ein paar Standards, die hat man zusammen gespielt und festgestellt, da geht noch mehr. Die Ideen, wie sich Musik anhören und wie sie arrangiert sein muss, gingen in die gleiche Richtung. Die Chemie hat gestimmt, das haben wir sofort gemerkt.

Wie würdet Ihr „Neulingen“ eure Form von mittelalterlicher Musik erklären?
Alea: Mittelalter rockt!
Falk: Also, eine Erklärung ist schwierig. In der Kurzzusammenfassung ist das, was Alea gerade sagte, richtig. Wir machen ja keine historische Musik im klassischen Sinne, sondern nehmen, wie viele andere Kollegen auch, historische Vorlagen und Themen und bauen sie so um, dass sie für die Ohren von Menschen, die „Standardmusik“ von heute hören, hörbar und nachvollziehbar sind.
Alea: Wahre Mittelaltermusik muss man sich eher im Stile von dem vorstellen, was die Kollegen von Qntal machen, da es damals Institutionen gab, die etwas gegen Dudelsäcke mit 100 Dezibel hatten.

Wie kann man Einsteigern diese Art von Musik zugänglich machen außer durch moderne Einflüsse?
Alea: Geht in euch und denkt an das, was ihr weit weg vom Alltagsstress der heutigen Zeit immer sein und was ihr immer haben wolltet. Die Romantik und das Heldentum bzw. alles, was man in der Fantasie mit dem Mittelalter verbindet – wenn man diese Elemente und den Charme einer anderen Welt mit moderner Rockmusik kombiniert, dann hat man die moderne Version von mittelalterlicher Musik. Es spielt den Gedanken weiter, den jeder kleine Junge und jedes kleine Mädchen im Fasching schon einmal hatte, wenn er als Held oder Robin Hood unterwegs ist und sie als Hofdame oder Prinzessin. So haben wir doch alle angefangen. Wenn man diese Wurzeln verfolgt und sich traut zu sagen: Hey, ich geh noch einmal zurück und spinn das weiter, dann landet man in der modernen Version von Mittelaltermärkten und mittelalterlicher Musik – eine wunderschöne funktionierende Welt für ein paar Stunden.
Falk: Ich würde das etwas knapper formulieren (lacht).
Alea (lacht): Aber war schön…
Falk: Ja, war auch sehr emotional. Ich würde einfach sagen, dass ich meine Musik niemandem zugänglich machen muss durch Worte oder andere Krücken. Jeder sollte es sich einfach anhören und sich bspw. hier auf einen Markt vor die Bühne stellen. Wenn es einen bewegt, dann sollte man mehr davon hören. Wenn es einen kalt lässt, geht man weiter…
Alea (unterbricht überzeugt): Aber es gibt niemanden, den diese Musik kalt lässt…
Falk: Es gibt 2 Arten von Menschen – genau wie es Menschen gibt, die die Zunge rollen können, und die, die es nicht können. Genau so gibt es Leute, denen geht das Herz über, wenn sie einen Dudelsack hören und andere, für die das das Schlimmste auf der Welt ist. Wenn man zu den erstgenannten gehört, dann hat man seine Form von Musik gefunden und kann nur noch das hören.

Wie kann man allgemein und wie könnt ihr selbst Vorurteile wie z.B. Eintönigkeit und mangelnde Abwechslung gegenüber mittelalterlicher Musik widerlegen?
Alea: Hört’s euch an. Es gibt keine Musikrichtung, die so abwechslungsreich ist wie Mittelalterrock, da man sowohl die Möglichkeiten der alten als auch der neuen Zeit nutzen kann. Welche Art von Musik kann auf so etwas Umfangreiches zurückgreifen außer Klassik? Jeder sperrt sich in irgendwelche Richtlinien ein. Wir können sie durchbrechen, da wir den Charme und die Klänge von 2 Welten nutzen.
Falk: Wir können noch viel mehr. Das Schöne ist, dass unsere Grenzen nicht definiert sind. Wir können von jetzt bis in die früheste Vergangenheit musikalischer Aufzeichnungen alle Stilmittel einbauen. Ich würde eher sagen, dass moderne Gitarrenmusik viel limitierter ist und auf viel weniger Instrumente zurückgreift. Man ist es einfach gewohnt bzw. gewohnter sie wahrzunehmen und einzuordnen.
Alea: Es gibt eine ganz wunderbare Sache: Hört euch die alten Led Zeppelin Sachen an und ihr werdet merken, dass es das alles schon einmal gab. Die Richtlinien sind gesteckt. Es wird zwar verfeinert, doch es bewegt sich in einem Weg. Bei uns gibt eigentlich nur ein sehr passendes Zitat aus einem unserer Lieder: Wir folgen keinem Meister, beugen uns vor keinem Recht, wir pfeifen auf die Pfaffen, wir sind keines Herren Knecht.

Wodurch wird eure Musik am meisten beeinflusst (Vorbilder, Stilrichtungen, Kulturen, Religionen, usw.)?
Alea: Ich als Sänger muss sagen, dass es für mich für mich unter allen Sängern nur ein Vorbild gibt, den leider das AIDS dahin gerafft hat, nämlich Freddie Mercury. Er ist der größte Frontmann, den es je gab. Wie könnte ich mir als jemand, der das Singen ernst nimmt, ein kleineres Vorbild suchen als ihn? Wenn man so singen kann wie Freddie Mercury und alle Stile und Arten von Musik interpretieren kann, dann ist man ein Sänger. Vorher muss man vorsichtig sein, dieses Wort zu benutzen. Natürlich gibt es viele, die ihre Stimme perfekt kontrollieren können, aber ein echter Sänger und eine Persönlichkeit auf der Bühne zu sein, das schaffen wenige. Ansonsten liebe ich Musik – egal ob neuere Sachen wie Linkin Park, KoRn oder auch die sehr geile Band Billy Talent. Ob das jetzt Vorbilder sind, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich macht es der Mix aus dem, was man hört und was man in sich liebt.
Falk: Mir sind nicht die einzelnen Personen oder Bands wichtig, sondern ihre Musik. Die Musik ist das Wichtigste und man wird dadurch inspiriert. Es kommt darauf an, was sich in einem bewegt, wenn man gewisse Musik hört. Das kann ein Stück von einer Band sein oder auch nur eine Melodie von einer anderen. Dann gibt es natürlich noch diverse Größen an ihren Instrumenten, bei denen man sich denkt: Wenn ich so spielen kann, dann wär das natürlich eine Sache. Aber meine Vorbilder kennt niemand. An der Drehleier ist das z.B. Valentin Clastrier. Das ist der beste Leierspieler der Welt, der in die französische Ehrenlegion und die Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde, weil er so abgefahrene Sachen gemacht hat. Dann gibt es noch den englischen Dudelsackspieler Billy Pigg, der seit 20 Jahren tot ist und Aufnahmen gemacht hat, die man nur hinbekommt, wenn man 80 Jahre Dudelsack gespielt hat.

Euer letztes Album „Des Königs Henker“ schaffte es auf Platz 54 der Media Control Charts. Wie erklärt ihr euch die offensichtlich wachsende Akzeptanz eurer Musik in Deutschland auf der einen Seite und die ablehnende Haltung der Radiostationen, TV Sender, etc. auf der anderen?
Alea: Es ist immer schwierig für Radiostationen, die ihr komplettes Programm für einen Tag aus Belgien geschickt bekommen, Independentmusik zu spielen. So ist es nämlich. Jeder kennt wohl SWR3: Eine der Moderatorinnen, die dort arbeitet, kommt aus meiner Heimatstadt Kaiserslautern und wir kennen uns. Wenn man einmal hinter die Kulissen der deutschen Radiowelt blickt, dann wundert einen nicht mehr, dass Bands wie Subway to Sally, Schandmaul oder wir im Radio keine Chance haben. Es geht nach Umfragen und was weiß ich alles – daraus resultiert ein gewisser Standard, an den das Programm angepasst wird. Ich hätte es nie geglaubt, aber es ist so. Deswegen mache ich mir keine Gedanken mehr. Allerdings stimmt es auch nicht, dass wir nicht gespielt werden: HR3 hat uns gespielt in bestimmten Sendungen, genau wie „Das Ding“. Es sind Möglichkeiten da, nur wird es schwierig das unter Tag zu bringen. Ich denke, dass der Standardhörer von deutschem Radio einen bestimmten Anspruch hat, der meinen Musikgeschmack nicht trifft.
Falk: Ich glaube nicht, dass ein Großteil der Menschen unglaublich gern amerikanisches Soulgesinge hört. Es gibt den Begriff des New Exposures, d.h. je öfter man etwas hört, desto besser gefällt es einem. Wenn man ständig im Radio zugedudelt wird, dann gefallen die Sachen einem einfach irgendwann und man summt sie mit. Bei den großen TV-Sendern und Radiostationen dreht es sich um Geld: Da geht es darum, dass die Platten von den großen Labels, die gerade in sind…
Alea: Die gerade in sein sollen…
Falk: Ja, die gerade in sein sollen. Die sollen sich verkaufen und werden deswegen viel gespielt, damit man sich irgendwann die Platte kauft.
Alea: Ich find’s immer wieder erstaunlich, was es in Deutschland oder Benelux für Möglichkeiten gibt, mit Schwachsinn ins Radio zu kommen. Das ist echt unglaublich und tut weh. Jeder kennt wohl „Blue“ von Eiffel 65 – sorry, ich würde mich schämen sowas auf der Bühne zu singen, aber es funktioniert. Oder wie kann Schnappi auf Platz 1 der deutschen Singlecharts kommen? Das ist eigentlich peinlich für dieses Land. Deswegen finde ich es jetzt sehr erstaunlich, dass es einige deutsche Bands geschafft haben, eine härtere Musik anzubieten, damit in die Charts zu kommen und dort zu bleiben. Silbermond habe ich z.B. lange sehr unterschätzt. Das tut mir leid, denn es ist deutscher Gitarrenrock mit guten Texten und ich bin froh, dass solche Musik endlich Chancen in den Charts hat. Vielleicht haben wir in 1-2 Jahren ja die Möglichkeit mit unserer Musik. Der Weg ist bereitet.

Das neue Werk von Corvus Corax „Venus Vina Musica“ erreichte nur Platz 64. Ist dies ein Zeichen dafür, dass traditionelle mittelalterliche Musik nicht ganz so gefragt ist wie euer Mix aus Metal, Rock und Dudelsack oder hat dies andere Hintergründe?
Falk: Das Album ist einerseits sehr speziell. Andererseits muss man sich folgendes vorstellen: Das sind die Top 100 der Verkaufscharts. Da tritt man gegen Major Labels an, die furchtbar viel Geld in furchtbar viel Werbung stecken und auf MTViva rauf und runter laufen. Und dann schafft’s ein Album, auf dem irgendwelche Irren mit Dudelsäcken spielen, in die Charts zu kommen. Das heißt, es gibt eine unglaubliche Menge an Leuten, die das Album schon gekauft haben. Es ist ein tolles Zeichen, dass es überhaupt so weit kommt. Das muss man erst einmal schaffen. Ich habe den größten Respekt davor und finde das Album sehr gelungen. Es ist natürlich so, dass Corvus Corax mehrere Meilensteinalben gemacht haben – und was will man nach Cantus Buranus noch machen?
Alea: Alle, die das hier lesen oder hören, sollen sich einmal angucken, wie die deutschen Charts funktionieren. Was Falk gerade gesagt hat, ist sehr wichtig. Stellt euch vor: Eine ambitionierte deutsche Dudelsackband bringt ein Album raus und verkauft es in den ersten 4 Wochen so stark, dass sie es schaffen, in die Top 100 zu kommen. Das ist der Wahnsinn, denn gegen sie stehen Leute, die z.B. bei Deutschland sucht den Superstar gecastet wurden und bei jeder Werbepause in einem Jingle laufen. Ob man will oder nicht – außer bei Leuten, die sich dagegen sträuben. Am Ende laufen bestimmt 60% der Leute, die da vor dem Fernseher sitzen, 3 Tage später in den Laden und kaufen dieses Ding, nachdem sie es 100 Mal gehört haben. Da spielt es keine Rolle, ob es gut ist oder nicht, weil die Promotion einfach unglaublich ist. Und wer es schafft in einer Independentmusik…und Dudelsackmusik ist Independentmusik…
Falk: …extrem independent…(lacht)
Alea: Ja, natürlich, es ist etwas Spezielles. Aber wer so etwas schafft, das ist doch großartig.

Ihr seid den umgekehrten Weg gegangen wie z.B. Qntal, die sich mit ihrem neuesten Album „Silver Swan“ bewusst gegen den Trend zum lauten Folkrock gestellt haben und die elektronischen Elemente in den Vordergrund stellten. Gibt euch der Erfolg Recht oder werden beim nächsten Album Keyboards usw. wieder mehr Einzug halten?
Alea: Beim nächsten Album wird es genauso wenig Elektronik geben wie bei „Des Königs Henker“. Irgendwann muss man als Band seinen Weg gehen, der im Herzen drin ist, und wir sind mittelalterliche Spielleute, die in der Szene leben und für die Szene da sind. Wie könnte ich, wenn ich es schön finde, auf der Bühne zu stehen und ein echtes Instrument zu spielen, auf einen Synthesizer zurückgreifen? Das brauche ich nicht. Ich habe so viele Klangmöglichkeiten mit echten Instrumenten und kann sogar dafür sorgen, dass sie wie ein Synthi klingen wie z.B. auf unserer CD „Heptessenz“. Da sind so viele Dinge drauf, die echt sind, aber total strange klingen. Dafür gibt es dann ein Effektboard. Ich denke, unser Weg ist es, ehrliche Rockmusik zu machen. Das wird beim nächsten Album wieder mehr rauskommen – also den gleichen Weg wie „Des Königs Henker“ gehen, nur die ganze Idee weitergedacht. Den anderen Weg zu gehen wie z.B. Qntal: Dazu muss man sich vor Augen halten, dass die verdammt geile Musiker sind. Wenn die sagen, sie holen sich das als zusätzliches Element noch dazu, dann ist das wunderbar. Der Markt ist doch da. Den Leuten gefällt diese Musik und deswegen machen sie sie. Deswegen muss ich nicht hingehen und auch einen Synthesizer einsetzen. Also, ich brauche es nicht mehr.
Falk: Wobei bei Qntal das zum Konzept gehört. Das sind Leute, die sich gesagt haben, sie wollen das so und so machen und es nicht aus einer Marktüberlegung heraus getan haben. Sie haben sich ja nicht gesagt, wir planen das auf diese Art, um möglichst viele CDs zu verkaufen.

Das ist allerdings ein Zitat von Michael Popp, der gesagt hat, dass sie sich bewusst gegen den Trend zum lauten Mittelalterrock stellen, da ihm das zu viele machen und er sich von der Masse abheben will.
Falk: Ich würde Qntal in den Top 10 der Bands in Deutschland, die sich mit mittelalterlicher Musik und deren Ausformung beschäftigen ganz weit oben einordnen, da sie den Weg geebnet haben und fantastische Musiker sind.
Alea: Nur eine Sache noch zu Qntal: Jeder, der behauptet, dass diese Leute nichts geschafft haben, den überzeuge ich damit, dass ich – egal wo ich bin – in einem Club hingehe und „Ad Mortem Festinamus“ laufen lasse. Es wird nur am Anfang dieses verfremdete Didgeridoo kommen und die Leute strömen auf die Tanzfläche. Dieses Lied ist z.B. ein Meilenstein der mittelalterlichen Interpretation in moderner Form. Außerdem sind’s total nette Leute (lacht)

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge rund um euer neues Werk?
Alea: Der aktuelle Stand ist, dass derzeit neue Songs geebnet werden. Da bin ich ziemlich maßgebend dabei und es sind schon einige fertig. Es wird wie schon gesagt so rockig bleiben wie im Stile von „Des Königs Henker“, allerdings wird es mehr Melodien geben. „Des Königs Henker“ war sehr rhythmisch und teilweise wie Nu Metal angelegt. Das wird stellenweise weiter vertreten sein, doch es wird auch neue Arten geben. Aber eins bleibt: Es ist handgemacht, es ist ehrlich und es rockt (macht eine Pause) Und es hat geile Texte!

Wann darf mit einer Veröffentlichung gerechnet werden?
Falk: Dazu können wir im Moment nicht sagen, da wir uns fest auf die Fahnen geschrieben haben, dass wir jetzt kein Album rausquetschen wollen. Wir wollen ein Album machen, das fertig ist, wenn wir der gleichen Meinung sind.

Gibt es in der Vorbereitung beim Songwriting, Einspielen, usw. viele Gemeinsamkeiten zu „Des Königs Henker“ oder auch Unterschiede, wo ihr z.B. gesammelte Erfahrungen miteinbringt?
Alea: Ich denke, man lernt nie aus. Derzeit ist es so, dass meistens Lasterbalk Texte schickt, da ich am besten mit Textvorlage arbeite. Außerdem ist es erstaunlich, wie sehr die Tagesstimmung mit einfließt. Man sitzt abends zu Hause und hat ein bestimmtes Gefühl: Entweder war es guter oder ein schlechter Tag. Dann hat man die Akustikgitarre auf dem Knie und fängt an. Ganz wichtig ist dabei, dass ein Stück, das mit Akustikgitarre und Stimme funktioniert, mit jedem anderen Instrument auch funktioniert. So fange ich also an…(aus dem Hintergrund naht Dudelsackmusik, die gerade eben schon für eine Unterbrechung gesorgt hat und Alea stimmt in das Stück mit ein, wobei sich Falk am Ende noch zu einem kurzen Duo hinreißen lässt. Ich verweise an dieser Stelle für alle Interessierten an das Audiofile ;-))
Falk: Ich würde sagen, dass wir uns bei dieser Platte ein sehr durchstrukturiertes Arbeitskontext einfallen lassen haben, weil wir in Zusammenarbeit mit unserem Trosi (Thomas Heimann-Trosien, u.a. Produzent von „Des Königs Henker“, Anm. des Autors) sehr klare Definitionen von Verantwortung an diesem Album erarbeitet haben. Das bedeutet, dass Lasterbalk für die Arbeit mit den Texten verantwortlich ist, während sich Alea um das Songwriting und die musikalische Ausgestaltung kümmert. Das Ganze wird dann zusammengeführt und auch anders, als wir es bisher hatten, werden die Stücke, die da sind, so weit vorangetrieben wie es in der Vorproduktion nur geht, d.h. es wird alles eingespielt und man nimmt keine Krücken mehr zur Hilfe. Alles ist in der Vorproduktion so, wie wir es uns später für die CD vorstellen.

Live habt ihr schon immer gerockt, doch erst mit „Des Königs Henker“ konntet ihr diesen Stil auch auf CD bannen. Wie entstand diese Diskrepanz?
Falk: Das hat damit angefangen, dass unser erstes modernes Album „Das zweite Gesicht“ völlig im Studio entstanden ist. Wir haben damals zusammen mit Lutz Demmler gearbeitet, der sich maßgeblich eingebracht hat und uns auch auf die Idee gebracht hat, ein modernes Album zu machen. Als wir schließlich auf der Bühne standen und die Stücke zum ersten Mal durchgespielt haben, haben wir festgestellt, dass wir viel mehr Freude dran haben, da noch eine Gitarre einzubauen und den einen Sythesizer durch jenes Instrument zu ersetzen usw.
So ist unsere Bühnenshow unseren Platten sozusagen immer vorweg gelaufen. Wir haben uns auf der Bühne und im Proberaum erarbeitet, wie wir später klingen werden. Bei „Des Königs Henker“ haben wir das zum ersten Mal umgedreht, da wir da im Vorhinein wussten, wie es wird.
Alea: Desweiteren muss man sagen, dass die Bühne die beste Schule ist. Zudem fand ich es immer toll, wenn ich die CD einer Band gut kannte und auf das Konzert gegangen bin, um stellenweise neue Versionen zu hören. Sowas ist erfrischend und man bezahlt ja auch Geld für ein Konzert, um etwas Besonderes zu sehen. Aber mittlerweile weiß ich, woher sowas kommt: In den Vorbereitungen zu einer Tour spielt man tage- und wochenlang zusammen und da kommen einem Ideen, die man im Studio gern gehabt hätte. Die bringt man dann auf die Bühne, das ist das Tolle daran.
Falk: Was ich gar nicht verstehen kann, ist, wenn eine Band eine CD raus bringt und diese 1:1 live genauso spielt. Das hat dann etwas Plastikmäßiges, denn Musik ist ein sich wandelnder Prozess, der dazu führt, dass man Dinge ändern darf und sogar muss. Ein Album ist auch nur eine Momentaufnahme von der Zeit, als es entstanden ist. Es ist nicht in Stein gemeißelt.

Wie entstand der Kontakt zu eurem Produzenten Thomas Heimann-Trosien und sind seine gesammelten Erfahrungen mit anderen Bands wie z.B. Schandmaul für euch hilfreich oder hinderlich?
Alea: Trosi ist einer der nettesten Menschen, mit dem ich je zusammen gearbeitet habe. Ich freue mich jedes Mal darauf, mit ihm zusammen arbeiten zu können. Er hat Knowhow, menschliches Verständnis und es macht einfach Spaß mit ihm im Studio zu sein. Es war Glück, dass wir ihn gefunden haben und ich freue mich darauf, voraussichtlich ab Februar mehrere Wochen mit ihm im Studio verbringen zu können.
Falk: Für uns war es ganz wichtig auf den Trosi zu treffen. Man muss sich einmal vorstellen: Wir treffen auf einen anderen Produzenten aus irgendeinem anderen Genre – der weiß gar nicht, was auf ihn zukommt. Der würde wahrscheinlich tot umfallen, wenn er zum ersten Mal mit Dudelsäcken konfrontiert wird. Der Einsatz von den ganzen Naturinstrumenten, die wir verwenden, braucht eine ganz eigene Art, an die Stücke ranzugehen und das muss ein Produzent auch erst einmal lernen. Wir haben es schlichtweg ausgenutzt, dass der Trosi diesen Erfahrungen bereits gesammelt hatte.

Wie ist der Kontakt ursprünglich entstanden?
Falk: Der Kontakt ist durch den Chef von Extratours, Andreas Walzer, entstanden. Die beiden kannten sich und dann hat es funktioniert.

Welche Zielgruppen sind eurer Meinung nach besonders geeignet für Dudelsäcke, Flöten, usw.?
Alea: Jeder Mensch, der ein bisschen Hang zur menschlichen Natur und zum schönen Leben hat.
Falk: Eigentlich jeder. Nach der Stimme und Sachen, auf die man drauf klopfen kann, um Rhythmik zu erzeugen, sind Blasinstrumente in der Musikevolution das nächste. So hat jeder einen Bezug dazu.

Alea, du hast Micha von In Extremo öffentlich für sein Verhalten gegenüber Kollegen und Fans verurteilt. Wie kam es dazu?
Alea (atmet tief ein): Wenn man viel unterwegs ist, erlebt man viel. Ich muss jetzt das Gegenbeispiel nennen: Den Eric von Subway to Sally z.B. habe ich kennen gelernt und wir haben uns angeranzt in der ersten Minute. Beim nächsten Treffen habe ich ihn gefragt, was das war, und ihm gesagt, dass es mir Leid tut. Seitdem sind wir so gute Freunde, dass ich mit ihm telefoniere, wenn ich irgendwelche Fragen habe oder es gerade schwierig ist, unser Leben zu leben. Da ist eine riesige Freundschaft draus geworden. Bei Micha war das nicht so. Und wer wissen will, was vorgefallen ist: Auf Mittelaltermärkten gibt es Toms Taverne, da stehe ich meistens davor oder liege auf dem Dach. Da kann man mich einfach schnappen und fragen. Ich finde es extrem doof, wenn man sagt, so und so war das, da die Tagesstimmung auch immer eine Rolle spielt, wie man sich äußert. Es sind ein paar Dinge passiert, die ich nicht gut fand. Es sind ein paar Dinge passiert, die ich mitbekommen habe, die ich nicht gut fand. Deswegen habe ich das gesagt. Ich stehe da voll und ganz dazu und ich hoffe, dass es eines Tages zwischen ihm und mir die gleiche Aussprache gibt wie mit Eric, denn die Band In Extremo ist da, wo sie hingehört. Sie haben hart gearbeitet und ich finde es schade, dass unsere Zusammentreffen mehrmals so waren wie sie waren.

Worin siehst du die Aufgabe des Frontmanns von Saltatio Mortis, sowohl auf Mittelaltermärkten als auch bei Rockkonzerten?
Alea: Auf Mittelaltermärkten mache ich einen Schritt zurück und lass unserem Falk und Lasterbalg den Vortritt, denn es ist ihre Welt und ich würde anmaßend sein, wenn ich sage, dass ich eine ihrer Rollen einnehmen kann. Auf der Rockbühne bin ich das, was man einen Frontmann nennt, auf der Mittelalterbühne gehe ich zur Seite. Und das ist gut so. Es gibt 2 Seiten der Bühne, die man kennen muss und die toll sind. Ich will nicht sagen, dass mir die Position als Frontmann lieber ist, aber es ist schon erstaunlich, wie viel Spaß man mit dem Publikum zusammen haben kann. Für den Job muss man geboren sein und ich glaube, das bin ich.

Wie beurteilst du deine eigene Entwicklung als Sänger im Laufe der Zeit?
Alea: Der Frontmann wächst mit seiner Stimme. Wenn man davon überzeugt ist, dass alles, was man auf der Bühne tut, stimmlich so ist, wie man es haben will, dann wird man zu einem selbstsicheren Menschen. Und ein Frontmann muss selbstsicher sein. Aber er muss auch die Verbindung zum Publikum schaffen. Es bringt nie was, wenn man „dissig“ zu den Leuten ist. Wenn ich eine Ansage bekomme von wegen: „Bewegt euren Arsch“, dann sage ich: „Hey Junge, geht’s noch? Ich geh heim. Benimm dich mal wie ein Mensch, denn ich hab dafür gezahlt, dass ich hier bin.“ Deswegen muss man wissen, was man kann und darf sich nicht selbst überschätzen. Außerdem sollte man nie vergessen, dass man nichts Besseres ist als die Leute, die vor der Bühne stehen. Es geht darum, dass man ein Miteinander schafft und nicht ein „Ich dirigiere euch“, da die Zuschauer nur so weit mitmachen wie sie wollen. Die Grenze zu finden, das ist die Kunst von einem Frontmann. Da gehört natürlich die stimmliche Fortbildung dazu und da muss ich sämtliches Lob an eine ganz große Frau richten, die Vera Nicklas. Das ist mein Vocalcoach und meine Gesangslehrerin. Sie hat das geschafft, was viele Gesangslehrer davor versucht haben, denn sie hat versucht, mit mir einen Weg zu finden und nicht meine Stimme in ein Muster zu setzen. Also, Leute, wenn ihr singen lernen wollt, geht zu ihr.

Eure Meinung zu Mittelaltermärkten und Konzerten dort?
Alea: Man kann es nicht vergleichen.
Falk: Wir kommen von den Märkten und wollen sie nie aufgeben. Das ist wie ein erweitertes Wohnzimmer hier, wenn wir bei Tom an der Drachenschenke sitzen. Es ist einfach ein Teil des Lebens, der dazu gehört. Hier auftreten und Musik machen zu dürfen, ist ganz großartig.

Stehen sich die mittelalterlichen Kapellen teils selbst im Weg, wenn persönliche Fehden in den Vordergrund treten, weil z.B. die einen es zu genau mit der Authentizität nehmen, während die anderen es bewusst locker angehen?
Falk: Es ist mir im Prinzip völlig wurscht, was andere von uns denken. Wir machen unser Ding. Wie andere Bands mit ihrer Musik umgehen und inwiefern sie sich im Weg stehen, das kann und möchte ich nicht beurteilen. Meiner Meinung nach haben wir unseren Weg gefunden und die zunehmende Anzahl von Leuten, die Spaß an unseren Konzerten haben, gibt uns Recht.
Alea: Es gibt in keiner Szene so einen Zusammenhalt wie in der Mittelalterszene. Deswegen finde ich alle Einzelwege schade. Wir haben gestern z.B. zusammen mit unseren Kollegen von Schelmish gespielt. Aus einer Zugabe wurden schließlich 4.
Falk (unterbricht): Schelmish rockt!
Alea: Ja, Schelmish rockt total. In meiner Freizeit mit Lucy in den Tiefen des Kölner Musikclubdaseins, das war total geil. Ich würde jeden von Schelmish zu mir nach Hause einladen, ohne Angst zu bekommen. Das Gleiche gilt für Subway to Sally, Schandmaul, Letzte Instanz, Fiddler’s Green…
Falk (unterbricht wieder): Feuerschwanz!
Alea: Ja, Feuerschwanz! Es ist einfach so, man hat Spaß miteinander. Man geht einen gemeinsamen Weg. Warum sollte man sich Steine in den Weg legen? Hey, sorry, wir haben einen vergessen: Cultus Ferox! Grüße an die Jungs. Ich kenne niemanden, mit dem ich so oft an der Taverne versumpft bin wie mit Strahli, das ist übel.

Wortspiel:

Corvus Corax
Alea: Hail to the Kings!
Falk: Die Gründer der Musik.
Alea: Sie haben unter ihrem Schriftzug „Könige der Spielleute“ stehen – ich würde mich nicht anmaßen es ihnen wegzunehmen.
Falk: Stimmt.

Schandmaul
Alea: Nette Kollegen, total geile Leute, jedes Mal Spaß mit ihnen zusammen Musik zu machen. Haut rein und viel Erfolg. Ihr seid da, wo ihr sein sollt.

In Extremo
Alea: Geile Band, geile Platten, nette Menschen. Flex ist z.B. ein total netter Mensch, der genau wie ich eine Vergangenheit als Geräteturner hat und wir hatten viel Spaß miteinander. Pymonte genauso. Also nicht als Geräteturner, sondern als total netter Kerl (lacht) Alles weitere haben wir vorhin besprochen.

Subway to Sally
Falk: Wahnsinn, tolle Band, tolle Musiker, tolle Menschen.
Alea: Vielen Dank für eine wundervolle Tour und eine wundervolle Freundschaft.

Fiddler’s Green
Alea: Rock’n’Roll, so muss das sein. Das ist auch eine Band, wo es gefährlich wird, wenn irgendwo ein offener Wein- oder Bierstand steht. Weil…also…wie war das? (singt „The Crawl“ von Fiddler’s Green) Halt’s Maul und tanz. Geile Band, ich lieb die Jungs, bis bald mal wieder.

Spielmänner und Spielmannsleben
Alea (lacht)
Falk: Der einzig wahre Weg sein Leben zu gestalten…
Alea: …und Spaß dabei zu haben.

Tradition oder Fortschritt
Alea: Man soll Traditionen nie vergessen, aber ich finde heißes Wasser toll.

Plugged oder unplugged
Falk: Beides, immer beides. Was besser passt. Auf einen Mittelaltermarkt gehört Mittelaltermusik und auf ein Rockfestival gehört Rockmusik. Aber auch umgekehrt: Experimente machen und Leute mit etwas konfrontieren, was sie nicht erwarten.
Alea: Zudem fände ich es peinlich, wenn ich Straßenmusik machen wollte und müsste erst eine PR aufbauen.

Tokio Hotel

Alea
(jault kurz und laut): Also, Tokio Hotel. Ich glaube nicht, dass alles, was die Jungs tun, aus ihnen selbst kommt. Über die Menschen kann ich nicht urteilen. Ich hab was gegen gecastete Bands und ich hab was gegen Bands, bei denen einer hinten dran steht, der die Songs schreibt. Ich weiß, dass einige Lieder von Tokio Hotel von den Jungs selbst sind. Hut ab, mit 16 hätte ich das nicht gekonnt. Es ist völlig ok, was sie machen. Desweiteren gibt es einen Markt dafür und wer bin ich, dass ich sage, dass diese Leute mist oder scheiße sind? Ich hab noch keinen von den Jungs kennen gelernt, hätte aber Spaß dran hinter die Kulissen zu gucken. Es gibt auf der einen Seite die Möglichkeit, dass das eine gecastete Sache ist und am Ende des Monats jeder seinen Scheck dafür kriegt, dass er genau das gemacht hat, was man ihm gesagt hat. Ich glaub’s aber nicht ganz, da ich weiß, dass einige Texte von ihnen selbst sind. Deswegen: Habt Erfolg, solange es geht, denn das ist das Problem an solchen Bands. Es wird schnell vorbei sein.
Falk: Ich würde mir wünschen, dass sie Musiker bleiben, auch in 10-20 Jahren noch und dann sollen sie ein Interview geben und sich zu der Musik äußern, die sie heute machen. Außerdem wissen wir, wie anstrengend ein Tourleben sein kann. Und bei dem Kalender, den die Jungs erfüllen müssen, hoffe ich, dass sie nicht auf der Strecke bleiben. Das ist der rein menschliche Aspekt. Was die Musik angeht…ja (grinst).
Alea: Man hat’s ja auch an Gil gesehen. Als ich noch 14-15 war und Bravo gelesen hab…
Falk (erstaunt): Du hast Bravo gelesen!?
Alea (verteidigend): Natürlich hab ich Bravo gelesen, verdammt nochmal. Damals war Gil der Mädchenschwarm und Teenieheld mit seiner Gitarre und dem Schmalzrock. Nach einer langen Zeit ist jetzt seine Band draußen und die machen Rockmusik. Und genau so etwas wünsche ich mir, das finde ich interessant: Jemand, der in diesen Sumpf rein getragen wurde und sich irgendwann sagt: „Hey, ich kann’s doch“ Ich bin gespannt, ob Tokio Hotel das auch machen.


Geschrieben am 23. September 2006 von Sigi Maier

Kommentieren

Kommentar-Feed abonnieren