Interview mit Franz von Volbeat

Während dem Illdisposed-Konzert in Kopenhagen sprach mich ein mir unbekannter Musiker an, dass seine Band beim Rock Hard Festival spielen würde. Als sich herausstellte, dass es sich um VOLBEAT-Gitarrist Franz handelte, war mein Interesse groß. Franz schenkte mir die VOLBEAT-CD und wir machten ein Interview aus.

Hey Franz, alten Hellboss. Zuerst möchte ich dir danken, dass du dir Zeit für dieses Interview mit Metal1.info nimmst.
Hey Andi, vielen Dank für diese Möglichkeit!

Wie geht es dir? Gefangen im Tourstress?
Mir geht es sehr gut, danke. Am vergangenen Sonntag haben wir jüngst die Festival-Madness beim Rock Hard gestartet. Das war überwältigend und in den nächsten zwei, drei Monaten werden wir viele weitere Festivals in Deutschladn und Dänemark spielen. Demnach sieht es ganz so aus, als stünde uns ein toller Sommer bevor.

Eure letzte Veröffentlichung “The Strength / The Sound / The Songs” ist mittlerweile ja ein paar Monate her. Wie du weißt, habe ich ja die Scheibe erst einige Wochen. ;) Es ist so geil! Gibt es nach der vergangenen Zeit irgendwas, was ihr heute anders machen würdet?
Das ist richtig, der Release war im September, aber ich bin froh, dass du es zeitig zum Rock Hard Festival hattest.
Nun, alles in allem lassen die Songs die Leute tanzen. Mit all den Reaktionen der Fans und der Presse sind wir sehr zufrieden und es ist schön, immer neue Hörer zu gewinnen. Ich bin mehr als glücklich mit dem, was wir da gemacht haben und ich mag jeden einzelnen Song sehr gerne.

Gibt es einige Favoriten für dich? In den ersten Tagen haben mich “Say Your Number”, “Fire Song” und “Danny & Lucy” am meisten gefesselt. Mittlerweile drücke ich ständig “Rebel Monster” auf Repeat. Der verdammt schnelle Gesang, der überaus eingängige Refrain.
“Say Your Number” war immer etwas besonderes für mich, Gott weiß warum. Ich erinnere mich daran, wie der Song im Proberaum entstand und ich ihn einfach nur mit einem breiten Grinsen bis zu Ohren spielte. Noch heute liebe ich es, den Song live zu spielen.
Bei “Rebel Monster” stimme ich zu, es ist geil, dazu den Nacken stark zu beanspruchen.

Seid ihr von den ersten Pressereaktion überrascht worden oder habt ihr mit derart guten Kritiken sogar gerechnet?
Es war schon überraschend. Das Jahr Leerlauf zwischen Aufnahme und Veröffentlichung war sehr frustrierend. Wir hatten mit verschiedenen Plattenfirmen verhandelt und das dauerte unendlich lange. Aufgrund dieser Tatsache waren wir einfach nur glücklich, dass es endlich draußen war. Mit den ersten Reviews kam ein überwältigendes Gefühl auf, das sämtliche Erwartungen übertroffen hatte. Uns war irgendwo bewusst, dass wir ein hübsches Album gemacht hatten, aber diese Topreviews und das Feedback der Fans klopften mir tatsächlich den Arsch.

Wie gefiel es dir beim Rock Gard Festival? Ist das Amphitheater nicht eine großartige Location für diese magische Festival?
Hui, ich war echt beeindruckt vor dem Plätzchen. Es war wie das alte Kollosseum in Rom, wo Löwen bekämpft wurden. Das Wochenende war wirklich wunderschön. Ich war zum ersten Mal da, auch wenn ich es schon länger kenne. Ich liebe dieses Festival!

Eure Show knallte wie ein Donner. Gratulation! Ist Rasmus [Roadie; Anm.] dauerhafter Gitarrist wenn ihr “Danny & Lucy” spielt. Er erledigte die Aufgabe großartig und Michael konnte sich voll und ganz auf die Vocals und die Unterhaltung der Zuschauer konzentrieren.
Michael hat Rasmus irgendwann mal – vermutlich als einer der beiden besoffen war – gefragt, welchen Song er gerne spielen könnte, wenn er sich einen aussuchen dürfte. Das war dann “Danny & Lucy”. Eines Abends haben wir das dann umgesetzt. Seither hat Rasmus diesen Song grundsätzlich gespielt und ich vermute, Michael weiß nicht mal mehr, wie er diesen Song spielen müsste. :) Das ist ziemlich cool, ich liebe es, wenn Michael da unmittelbar vor den Fans singt.

Eure kleine “Raining Blood”-Einlage zum Ende von “Soulweeper” war sensationell! Es kamen enorm viele Leute von der Tribüne zum Bühnenraum. Macht ihr das öfters oder war das eine Art Experiment?
Das hat sich eines Abends einfach so zugetragen. Bei “Soulweeper” zieht das Ende enorm und man hört lediglich die Gitarren, die als Hintergrundgeräusch wirken. Noch bevor wir es merkten, befanden wir uns inmitten von “Raining Blood”. Seitdem haben wir es allerdings nur gespielt, wenn wir in der passenden Slayer-Stimmung waren. Und wir sind immer in Slayer-Stimmung…

Wo wir gerade darüber redeten, dass sich Michael voll auf den Gesang fokusieren kann, meinst du, er könnte eines Tages die Gitarre komplett an Rasmus abgeben um nur noch als Sänger zu fungieren?
Nicht in diesem Leben.

Später erzählte mir Michael, dass ihr gegen Oktober/November ins Studio gehen wollt, um einen Februar-Release anzupeilen. Sind bereits erste Songs geschrieben? Gibt es vielleicht schon einen Arbeitstitel für das nächste Album?
Yeah, das ist richtig. Wir gehen im Oktober in Jakob Hansens Studio. Wir haben bislang eine handvoll Songs geschrieben, aber einen Arbeitstitel gibt es noch nicht.

Habt ihr ein paar Angebote größerer Plattenfirmen, oder kommt das nächste Album auch wieder Rebel Monster / Mascot?
Das nächste Album kommt ebenfalls über Rebel Monster (Mascot).

Zum Abschluss dieses Interviews kannst du dich in unserem traditionellen Wortspiel auslassen. Deine ersten Gedanken zu den folgenden Themen:
Illdisposed: Psychopaten
Mnemic: Oha, das erinnert mich daran, dass ich O’Beast noch 100 Kronen schulde.
Slayer: Tom und ich, als wir high wurden.
Rock’n’Roll lifestyle: Ich liebe es!
Elvis Presley: Wer ist es nur.
Inspiration: Der Boden einer jeden Flasche. Ich finde darin Inspiration die nächste zu öffnen.
Deutschland: Metal And Wurst (Curry) (O-Ton)
Internet: Ohne das wäre dieses Interview vermutlich nicht zustande gekommen.
Metal1.info: Besoffen werden mit Andi 1 & 2 backstage bei Illdisposed.

Besten Dank für dieses Interview. Die finalen Worte sind ganz bei dir.
Vielen Dank, dass wir ein bisschen eures Spaces einnehmen dürfen. Danke auch an all die Metal liebenden Fans in Deutschland. Wir sehen uns bei den Festivals!


Geschrieben am 20. Juni 2006 von Andi Althoff

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