|
vom 2002-11-01 @ Offenbach
Set 1:
Intro
New Millenium
The Mirror/Lie
Blind Faith
Jordan Rudess Keyboard Solo
Lines In The Sand
Surrounded
Home
Instrumental Medley (The Dance Of Eternity, Metropis Pt. 1, A Change Of Seasons,
Erotomania, Space Dye Vest, Acid Rain)
The Spirit Carries On
Set 2:
Six Degrees Of Inner Turbulence
Zugabe:
The Number Of The Beast
Learning To Live
Und ich dachte, nach Böblingen im Februar wäre keine Steigerung mehr drin gewesen.
Nach dem wahrscheinlich beklopptesten Intro aller Zeiten (Klang wie wenn Donald Duck nach Drogenkonsum einen Ska Song aufnehmen wollte) wurde die Show mit "New Millenium" vom ungeliebten "Falling" Album gestartet. Das war vielleicht nicht die beste Wahl, aber der perfekte song um sich danach richtig zu steigern. Mike Portnoy wollte mal wieder den Drummern dieser Welt zeigen, dass er wohl für alle Ewigkeiten auf seinem Schlagzeuger Thron sitzen wird. Mitten in "Lie" warf er einen Drumstick ins Publikum, und gab dann Zeichen, dass der Typ im Publikum ihn wieder zurückwerfen sollte. Natürlich spielte Mr. Angeber währenddessen mit einer Hand weiter, fing den Drumstick, und kassierte seinen Szenenapplaus. Das erste echte Highlight war "Home", der wohl einzige DT Song, bei dem das Publikum grundsätzlich anfängt durch die Gegend zu hüpfen. Das war Seltsam, war Home doch auf den letzten Touren erst bei den Zugaben bzw. recht weit hinten zu finden. Aber die Leute wussten ja noch nicht was sie noch erwartet...
Das Instrumental Medley ging ca. eine halbe Stunde. Eine halbe Stunde voller Staunen und Kopfschütteln. Eine halbe Stunde Portnoys permanenter One Man Show. Er tanze in seinem Drumset herum, warf Drumsticks ständig durch die Gegend, Drumte die halbe Zeit mit einer Hand, und unterhielt sich währenddessen mit dem Publikum. Wohlgemerkt fand dies alles während einiger der schwierigsten Instrumental-Stücke dieses Planeten statt. OK, das wars, eine weitere Steigerung ist nicht mehr möglich. Und so war es dann auch, denn es folgte der langsame und eher emotional angehauchte Mitsinger "The Spirit Carries On", welcher (wie immer) ein Highlight darstellte - aber nach dem Instrumental Medley gab es einfach nichts was einen noch überraschen konnte. Dachten wir.
Nach der Pause gingen die Jungs auf die Bühne, und rissen mal eben den 45minütigen Titeltrack ihres aktuellen Albums herunter. Ohne Pause, ohne Verspieler, ohne Probleme. Es war das erste mal, dass ich bei einem DT Konzert einen Minutenlangen Applaus und ein solch frenetisches Abfeiern der Band miterlebt habe. So, das wars nun wirklich. Egal was noch kommt, DAS können die nicht mehr toppen. Dachten wir.
Als das Licht ausging und wir dieses "Woe to you, Oh Earth and Sea..." hörten, dachten wir eigentlich nicht im Traum daran, dass die jetzt einen Maiden Klassiker bringen würden. Wir rechneten fest damit, dass wir nur ein Intro für irgendeinen X-beliebigen DT Song hören würden. Aber falsch gedacht, die Jungs spielten "Number Of The Beast", und das Publikum war kurz davor die Sitze aus den Reihen zu reissen. Nicht ein Verspieler, das Gitarrensolo wurde 1:1 nachgespielt. Die 2. Gitarre wurde vom Keyboard übernommen - ohne einen merkbaren Unterschied. Der Song wurde von DT wahrscheinlich perfekter gespielt, als ihn Maiden selbst je bringen könnten. Die Stimmung war unglaublich, etwas vergleichbares habe ich noch nie erlebt.
Der Rausschmeisser "Learning To Live" ging nach dieser Party ein wenig unter, war aber dennoch ein mehr als würdiger Song für den Konzertausklang.
Konzertbericht von:
Spocksnose |