CD-Review: Frozen Ocean - The Prowess Of Dormition (EP)

  • Veröffentlichung: 2016
  • Label: Apocalyptic Witchcraft
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

Vaarwel - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

1. No Blizzard
2. Once Aglow
3. Det Siste Snøfallet
4. The Prowess of Dormition


Es gibt Bands, die es tatsächlich schaffen, pro Jahr eine Veröffentlichung in die Plattenläden zu bringen. Dazu zählen auch FROZEN OCEAN, was wohl aber daran liegt, dass es sich hierbei nicht um eine Band, sondern lediglich um ein Ein-Mann-Projekt des Russen Vaarwel handelt. Er entgeht den Zankereien, die in der kreativen Phase einer Gruppe vonstattengehen können, und presst seit 2007 das auf die Platte, was ihn nach seinem Gutdünken gefällt. FROZEN OCEAN unterliegt somit der Gefahr, auf jeder Platte vorhersehbar und abwechslungsarm zu klingen, immerhin umfasst die Diskografie seit 2011 elf, tatsächlich elf Full-Lengths und wurde stets komplett von ein und demselben Mann, nämlich Vaarwel, eingespielt.

Nach einer Odyssee mit verschiedenen Labels wurde FROZEN OCEAN nun unter die Fittiche des regelrecht winzigen Labels Apocalyptic Witchcraft Recordings genommen, dessen Rooster aktuell drei Bands umfasst. FROZEN OCEAN inklusive. Das garantiert eine exklusive Betreuung, die Vaarwel mit einem Album wie seinem aktuellen Output, „The Prowess Of Dormition“, aber auch zusteht. Die anfängliche Befürchtung, dass diese Atmospheric-Black-Metal-Platte ein Sammelsurium an repetitiven Mustern sein könnte, löst sich bereits in den ersten Sekunden des Openers auf, welcher relativ zügig nach vorne prescht; eingehüllt in ein gelungenes Zusammenspiel von einem tragenden, aber nicht zu dominanten Keyboard, einem harmonischen Lead sowie mitreißenden Drums erschafft Vaarwel alias FROZEN OCEAN einen sofort in die Beine gehenden Hit, dessen Zwischenpart mit feinen elektronischen Einstreuungen zu überraschen und begeistern weiß.

Was folgt, sind drei weitere Tracks, die in ihrer Qualität allesamt ähnlich, nämlich gut sind und den Hörer lediglich deswegen betrübt zurücklassen, weil die EP „The Prowess Of Dormition“ eben nur vier Lieder umfasst. Aber diese geben ein klares Bild davon, wie vital und einnehmend atmosphärischer Black Metal sein kann, ohne hierfür eine Spielzeit im zweistelligen Bereich in Anspruch nehmen zu müssen. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen legt Vaarwel außerdem Wert auf eine klare Produktion, sodass die Kraft von FROZEN OCEAN deutlich aus den Boxen dröhnt und den Hörer schlichtweg vom Hocker reißt. Puristen dieser Szene könnten den Umstand der guten Produktion FROZEN OCEAN ankreiden, wer sich selbst aber nicht als solches definiert und seine Musik gerne klar definiert genießt, sollte sich die EP „The Prowess Of Dormition“ schnellstens zulegen!

Keine Wertung

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