CD-Review: Andsolis - Vigil

Besetzung

Manuel Siewert - Gesang
Oliver Kilthau - Gesang
Stefan Rosenmayer - Gitarre
Simon Abele - Gitarre
Bryan Zwiers - Bass
Martin Pohl - Keyboard
Marco Tecza - Schlagzeug

Tracklist

01. Stand Vigil
02. Kingdoms Without Shape
03. In Silent Confidence
04. The Mystic
05. Days Of Receding Light
06. Meridian Smiles
07. The Laughter Echoes


(Melodic Death Metal, Progressive Metal, Heavy Metal) Ich denke, wenn man eines den Heidelbergern ANDSOLIS nicht vorwerfen kann, dann Langeweile. Was die deutsch/niederländische Formation auf ihrem Debüt „Vigil“ an unterschiedlichen Stilen und Ideen miteinander kombiniert ist streckenweise unglaublich spannend, auch wenn es durchaus einige Zeit braucht, um dieses wilde Potpourri vollends zu durchschauen.

Für Fans von Opeth, Disillusion, Enslaved, Nevermore, Amorphis und Psychotic Waltz heißt es im Promosheet, große Vorschusslorbeeren also, welche natürlich meistens nicht eingehalten werden können. Dennoch haben manche der Vergleiche durchaus ihre Berechtigung. So erinnern ANDSOLIS im Opener „Stand Vigil“ mit ihren dissonanten Death-Metal-Riffs, der verschachtelten Rhythmik und den ruhigen Akkustikeinschüben tatsächlich an Åkerfeldt und Co. Dann überraschen sie jedoch wieder mit einem Refrain, der auch im Power Metal seinen Platz gefunden hätte und von Sänger Oliver Kilthau, der auf dem Album für die cleanen Parts verantwortlich zeichnet, überzeugend vorgetragen wird.

Diese Stilschablone lässt sich aber wie schon erwähnt nicht auf den Rest des Albums übertragen. Jeder Song scheint für sich individuell zu stehen und fährt teils sehr unterschiedliche Stile und Melodien auf. „Kingdoms Without Shape“ beispielsweise tönt deutlich melodiöser und keyboardlastiger, „Days Of Receding Light“ birgt mit seinem eingängigen Gitarrenspiel gar richtigen Hitcharakter – Amorphis lassen hier grüßen – und mit „In Silent Confidence“ schafft man es doch tatsächlich, ein wenig den Spirit des ersten und nach wie vor überragenden Disillusion-Albums aufzugreifen. Dieses Prinzip könnte man nun bei den restlichen Tracks ebenfalls durchziehen. Fest steht auf jeden Fall, dass „Vigil“ ein Album ist, welches Zeit benötigt und auf Grund der Tatsache, dass ANDSOLIS hier Dinge miteinander verbinden, die womöglich auf den ersten Blick nicht zu passen scheinen, erst nach mehreren Hördurchgängen zündet.

Mit „Vigil“ liefern die Heidelberger ANDSOLIS auf jeden Fall ein starkes Ausrufezeichen ab, welches für ein Debüt eine bemerkenswerte Professionalität in Sachen Songwriting und Produktion an den Tag legt. Widmet man dem Album die nötige Aufmerksamkeit, sollte es eigentlich jedem Fan von progressiven Metalklängen auf irgendeine Art und Weise zusagen. Sofern die Jungs noch mehr an ihrem eigenen Stil arbeiten, darf man gespannt sein, was da noch auf uns zukommt.

Bewertung: 8.5 / 10

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