CD-Review: Din Brad - Dor

Besetzung

Inia Dinia - Gesang, Keyboard
Alma - Gesang
Negru - Percussion, Hackbrett

Gastmusiker:
Mircea Aldelean - Hackbrett
Catalin Motorga - Panflöte
Eduard Muntean - Panflöte
Nelu Cherciu - Traditioneller Gesang
Viorica Lazar - Traditioneller Gesang
Virginia Linu - Traditioneller Gesang
Pop Buia Gavril - Traditioneller Gesang

Tracklist

01. Amar
02. Imbratisat De Dor
03. Poarce'n Suflet Greu Pacatu
04. Doina
05. Cintecul Cununei
06. Dor
07. Of, Of, Viata
08. Durere
09. Foaie Verde, Odolean
10. Cine Iubeste Si Lasa
11. Bradule, Bradutule


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Das deutsche Label Prophecy kennt mittlerweile jeder, der sich in der anspruchsvollen Metalszene auch nur einen Hauch auskennt. Jeder weiß, wenn die Männer von der Mosel eine neue Band oder einen neuen Künstler ausgegraben haben, dann haben sie es zu Recht getan. Bei der vorliegenden Band DIN BRAD gab es zwar aufgrund von Gründer Negru (bekannt als Schlagzeuger von Negura Bunget) reichlich Vorschusslorbeeren, trotzdem kann man sich sicher sein: man hat die Musik sprechen lassen, bevor es zur Zusammenarbeit kam.

Macht sich schon die Hauptband über Themen wie Natur, Mystik und Folk her, wird diese Ausrichtung hier noch wesentlich konsequenter betrieben. Logisch, dass die Rumänen auf Traditionen aus der Heimat zurückgreifen, musikalisch sowie auch textlich. Interessant dabei das Konzept auf “Dor”: Sänger aus der Region haben einheimische Volkslieder eingesungen, zudem hat Protagonist Negru überlieferte Musik neu interpretiert und im Zuge von perönlichen Visionen neu aufgenommen. Klingt nicht nach Metal? Sehr richtig, das ist nicht mal mit einem Härtegrad, der dem des Rock entspricht, unterwges. Teilweise kommt die Musik sogar gänzlich ohne Instrumente aus, was allerdings bei manchen Stücken schon mal eher nach orientalischem Basar als nach transilvanischer Kunst klingt. Das ist nicht abwertend gemeint, sondern eine nüchterne Feststellung. Andererseits kann man eine gewisse Magie in der Musik eben auch nicht verleugnen. Percussion, flächige Keyboards und faszinierende Stimmen leiten das Album ein, die Dame (ich kann nun nicht ausmachen, ob es sich um Alma oder Inia Dinia) klingt irgendwie ein wenig nach Anneke van Giersbergen, die Tatsache, dass auf rumänisch (klar!) intoniert wird, verleiht dem Ganzen aber einen zusätzlichen exotischen Klang. Sehr hübsch ist der gelegentliche Einsatz von Panflöten, wenn man mag schließt man die Augen und findet sich an einer sonnendurchfluteten Flußaus wieder und vielleicht paddelt gar Gollum vorbei…

Die Melodien haben insgesamt schon epische Ausmaße, aber auf eine sehr, sehr ruhige Art und Weise. Wie gesagt, mit Metal hat es nichts zu tun, es kommen nicht einmal Gitarren vor, an manchen Stellen hat die Musik schon eher Soundtrackcharakter. Typisch Prophecy, hier ist ein offener Geist gefragt, wer diesen hat, kann DIN BRAD (deutsch im Übrigen “Von der Tanne” – naja…) sicher einiges abgewinnen. Natürlich verzichtet man nicht auf die eine oder andere Effekthascherei, die Stimmen sind teilweise so stark mit Hall belegt, dass man sich in einer gigantischen Kathedrale wähnt, aber das kann schon gefallen. Ich kenne mich mit der Hauptband jetzt leider nicht aus, um einen Rückschluss über die Tauglichkeit für die alteingessenen Fans zu ziehen. Sicherlich ist es nicht die falscheste Idee, ersteinmal Probe zu hören, eine empfehlenswerte Anschaffung ist es in meinen Augen bzw. Ohren aber schon.

Bewertung: 8.5 / 10

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