CD-Review: Faced Reality - Willkommen zur Revolution

Besetzung

Stefan Schliewe – Gesang
Thomas Beer – Gitarre
Patrick Weinrich - Gitarre
Mathias Käppler – Bass
Katja Friemann - Keyboard
Mathias Günther Schlagzeug

Tracklist

01. Revolution
02. Ruhe in Frieden
03. Blutlecker
04. Mein Weg
05. Matrix
06. Selfmade Armageddon
07. Blutrausch
08. Mörder
09. Mutter
10. Vergiftet & verdorben


faced

„Willkommen zur Revolution“ nennt sich das Erstlingswerk der Leipziger Faced Reality. Und die unterscheiden sich vor allem lyrisch schon mal sehr von Großteilen der restlichen Underground-Szene, hier werden nämlich durchgehend sozialkritische Themen aufgegriffen, die klar die Gesellschaft und deren Schwachstellen, welche ja ausreichend vorhanden sind, aufzuzeigen versucht und besingt. Die Lieder sind auch alle in deutsch, dadurch kann auch jeder den Texten folgen, auch wenn sie nicht im Beiheft abgedruckt sind.
Sich selbst beschreiben die Ostdeutschen zwar als „Dark Metal Band“, aber das tun ne ganze Menge Bands. Beim Dark Metal von Faced Reality bekommt man Gothic Metal mit deutlichem Midtempo Death Metal Einschlag, das erinnert mich etwas an eine gewisse legendäre, deutsche Band der ähnlichen Ausrichtung.

Der Opener „Revolution“ beginnt mit düsteren Tönen, begleitet von Synthie-Klängen bis nach etwa einer Minute harte Gitarrenriffs einsetzen, wobei das auch im weiteren Verlauf der CD nicht groß anders wird: Auf harte und recht trocken klingende Riffs trifft eine düstere Grundstimmung, und zwischendurch werden melodische Keyboardpassagen eingesetzt. „Revolution“ ist an sich noch kein wirklich überzeugender Song, „Ruhe in Frieden“ dagegen schon eher. Hier geht’s ziemlich ruhig zu, und ich finde, vor allem in den schleppenden und bleischweren Stücken liegt die große Stärke von Faced Reality. Jedoch wird auch hier das Tempo öfter mal gewechselt.
Der ersten zehn Sekunden von „Mein Weg“ lässt nahezu auf einen reinen Black Metal Song schließen, hier wird aber recht schnell die typische FR-Stimmung eingesetzt.Besonders gelungen finde ich den Track „Matrix“. Textlich dürfte alles klar sein, musikalisch gesehen spielen die Leipziger hier ihre besten Seiten aus. Auch wenn das Keyboard im Intro noch ein wenig besser klingen könnte (nur vom Sound her), wird hier eine recht bombastisch-düstere, bedrohliche Atmosphäre geschaffen. Mehr davon!

Titel wie „Selfmade Armageddon“, welcher größtenteils mit recht schnell dahinschrammelnden Gitarren ausgestattet ist, stehen der Band zwar auch gut, aber weniger gut als das schleppende, dramatische und bedrohlich wirkende.
Bis auf den ersten Track „Revolution“ sind alle neun Songs gutes Material, dass positiv auf die weitere Zukunft der Band blicken lässt. Stellenweise klingen mir die Gitarren aber doch irgendwie zu trocken und an der ein oder anderen Stelle auch recht Rammstein-mäßig, was mir persönlich eher weniger zusagt. Dadurch schleicht sich trotz allem Bemühen um Abwechslung ein kleines bisschen Eintönigkeit hinein, was aber den Gesamteindruck nicht weiter mindern soll.
Faced Reality haben mit „Willkommen zur Revolution“ ein wirklich gutes Debüt abgeliefert, und für eine selbstproduzierte Scheibe – was ich bisher ja noch gar nicht erwähnt habe – ist das schon ne klasse Leistung. Weiter so!

Bewertung: 6.5 / 10

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