CD-Review: Fallen Yggdrasil - Building Up A Ruin To Come

Besetzung

Simon Kratzer – Gesang
Raffael Kratzer – Gitarre
Dennis Reith – Gitarre
Tobias Wöhr – Bass
Christoph Albrecht – Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Building Up A Ruin To Come
03. Bequest
04. The Snake
05. Just Another Lullaby
06. Babylonian Prayer (Don’t Lead Me Into Temptation)
07. I Burn (Enlightenment)
08. For Those Masters Of The Undone
09. My Family


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Spätestens mit ihrer Mini-CD “In No Sense Innocence” haben sich Fallen Yggdrasil einen Namen im deutschen Underground gemacht, und so ziemlich jeder, der die Szene halbwegs aufmerksam verfolgt, müsste zumindest schon mit dem Bandnamen zu tun gehabt haben. Mit „Building Up A Ruin To Come“ liegt nun auch endlich das erste richtige Album der Heidelberger vor, dass mit knappen 34 Minuten leider etwas zu schnell vorbei ist.

Am Anfang steht ein absolut cooles Intro mit Vogelgezwitscher und verträumten und melancholischen Gitarren… bis eine Waffe durchgeladen wird und ein Schuss ertönt, der den Titeltrack einleitet (den manche vielleicht schon seit ein paar Monaten von unserem „Into The Underground“-Sampler kennen dürften). Was soll man dazu noch sagen? Auch nach einem halben Jahr Dauerlauf kann mich der Song noch vollends begeistern. Nach dem aggressiven Opener kommt mit dem etwas schneller zur Sache gehenden „Bequest“ gleich ein weiteres, brachiales Stück Death Metal und auch „The Snake“ knallt ordentlich.
Mit den drei Hammerstücken gelingt Fallen Yggdrasil also gleich mal ein mehr als gelungener Start ins Debütalbum. Was ganz grob auffällt, ist die heftige musikalische Weiterentwicklung der Band. Nicht nur instrumental, auch gesanglich konnte man sich enorm steigern. Simon Kratzer klingt auf „Building…“ aggressiver, wütender und einfach besser denn je. Seine Schreie klingen schon nahezu einzigartig, als noch treffendster Vergleich fällt mir höchstens Johan Hegg ein. Simon sollte sich aber schon auf die Schreie konzentrieren und diese noch weiter ausbauen, die Grunz- und Growl-artigen Vocals kommen hier nicht ganz so gut.
Die Gitarrenarbeit klingt von den Riffs, Melodien und Leads mehr als nur schwer nach Schweden. Wild gefrickelt wird hier nicht und sonstige Spielereien braucht man auch nicht suchen, aber das braucht der FY-Sound auch gar nicht, da er einfach knallt und rockt ohne Ende, ein wahres Paradies für jeden Banger. Am Sound – der übrigens überaus druckvoll und sauber ist – fällt auch noch das sehr dominante Schlagzeug auf, das ist doch recht eigen gemischt worden. Klingt außergewöhnlich, aber echt gut, und verleiht der Scheibe noch etwas mehr an Brutalität.

Einen kleinen Durchhänger gibt’s dann leider mit „Just Another Lullaby“ und „Babylonian Prayer“. Durch ein paar kurze, langsame Momente versuchen sie hier Abwechslung reinzubringen, aber wie ich finde funktioniet das nicht so ganz, und wirkt eher etwas gezwungen und nicht so recht in die Songstruktur passend. Vielleicht wirkt es auch nur etwas langweilig, weil man von den drei vorhergehenden Stücken derart ohral verwöhnt wurde.
Wie auch immer, „I Burn“ ist dann wieder ein Höhepunkt, der teilweise schon fast in die Thrash-Ecke abdriftet. „For Those Masters Of The Undone“ groovt dann wieder gewaltig, diese einfache aber hochattraktive Melodie muss man erst mal wieder aus Kopf und Nacken bringen. Das tolle „My Family“ ist dann leider schon der Schlusspunkt des Ganzen. Nachdem „Bequest“ und „Babylonian Prayer“ (fast) komplett in deutsch sind, gibt’s auch hier noch mal ein paar Zeilen in unserer Muttersprache.

Das Warten auf „Building Up A Ruin To Come“ hat sich definitiv gelohnt. Fallen Yggdrasil haben einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht und sich unerwartet stark weiterentwickelt. Die Band ist härter, aggressiver und schwedischer als je zuvor – das find ich gut. Bis auf die beiden kleineren Durchhänger kann man hier auf ganzer Linie überzeugen und Nacken brechen. Auch wenn man das Potential hat, noch mehr rauszuholen (und beim nächsten Album hoffentlich ein paar Minuten mehr aufs Album presst), kann ich die Scheibe nur jedem Todesmetaller ans Herz legen, der auf schnellen, aggressiven und trotzdem melodischen und groovenden und auch etwas old-schooligen Schweden-Death steht.

Bewertung: 8 / 10

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