CD-Review: Fear Factory - Obsolete

Besetzung

Burton C. Bell – Gesang
Dino Cazares – Gitarre
Christian Olde Wolbers - Bass
Raymond Herrera - Schlagzeug

Tracklist

01. Shock
02. Edgecrusher
03. Smasher/Devourer
04. Securitron [police state 2000]
05. Descent
06. Hi-Tech Hate
07. Freedom On Fire
08. Obsolete
09. Resurrection
10. Timelessness


thumbnail

3 Jahre hat es gedauert bis Fear Factory ihren Fans einen Nachfolger zu ihrem Meisterwek ‘Demanufacture’ präsentieren. Die Themen sind wieder die selben geblieben, allerdings hat sich musikalisch einiges getan. Burton C. Bell singt melodischer denn je, shoutet nicht mehr ganz so oft, growls wie man sie noch oft auf dem Debut gehört hat, sucht man leider auch vergebens. Auch die Musik ist bei weitem nicht mehr so brutal wie die vorher, wildes Grindgebolze, wie man das noch aus den Anfangstagen gewohnt war bekommt man genauso wenig geboten wie richtige Blastbeats und hammerhartes Riffing (bis auf1-2 Ausnahmen). Auf ‘Obsolete’ stehen eindeutig Groove und Melodie im Vordergrund, was auch oft sehr gut und interessant sein kann, hören wir uns die Stücke der Reihe nach an.

Der Opener ‘Shock’ beginnt mit, wie man das bei Fear Factory bereits gewohnt ist, ein paar technischen Effekten, bis dann sich Raymond Herrera und Dino Cazares zu Wort melden und mit Stakatoriffing und getriggerten Drums losbrettern. Wie gewohnt werden die Strophen recht aggressiv gesungen und dann im Refrain ein paar Oktaven hochgeschaltet. Alles in allem ein gelungener Opener, nicht sehr spektakulär für Fear Factoryverhältnisse, aber effektiv. ‘Edgecrusher’ fällt total aus der Reihe und ist der erste, und meines Wissens auch einzige, Stück das so von FF geschrieben wurde. Das Lied ist ein straighter Groovebastard der übelsten Sorte kann nur geschrieben worden sein um ein Hit zu werden. Die Strophen werden von einer coolen Basslinie dominiert bis im Refrain auch die anderen Instrumente hinzustoßen und das ganze zu einem klasse Midtempobanger machen.

Das nachfolgende ‘Smash/Devourer’ kann mich nicht wirklich überzeugen. Es ist zwar ein guter Song, aber nicht sonderlich spektakulär und bleibt nicht im Ohr hängen.Da kann mich ‘Securitron’, mit seinem coolen ‘aus dem Polizeifunk mitgeschnittenen’ Intro schon eher begeistern. Das Stück vereinigt alle guten Merkmale der Band in sich und wartet endlich mal wieder mit einem GROßEN Refrain auf. ‘Descent’ beginnt mit ungewohnt melodischem Gitarrenspiel, das sich über das ganze Lied hinzieht Burton hervorragend bei seinen Vocals unterstützt. Allerdings bleibt bei dem Song ein fader Beigeschmack, er ist sicherlich gut aber sowas will man nicht von Fear Factory sondern von irgendeiner Rockband hören.

Nach der ersten Hälfte des Albums hauen FF endlich mal wieder, mit ‘Hi-Tech Hate’, (halbwegs) auf den Putz! Das Stück beginnt sehr langsam und es ist fast gar nichts zu hören bis alle Instrumente immer lauter werden und nach einer knappen Minute voll reinhauen. Auf den melodischen Refrain wird natürlich nicht verzichtet, aber was hören meine Ohren da? Jaaa, Blastbeat, und ein Schrei von Burton als würde er in der Hölle schmoren. Verdammt ist das hart. Oder liegt es nur an den vorherigen weichen Songs? Keine Ahnung, auf jeden Fall ist’s geil! FF haben endlich mal wieder Feuer unterm Arsch. ‘Freedom on Fire’ ist auch ein Hassklumpen der es in sicht hat und teilweise, wahrscheinlich durch ein paar Effekte vom Keyboard etwas hypnotisch wirkt.

Der Titeltrack startet mit etwas vertracktem Drumming, was auch noch die Strophen durch anhält. Genau wie beim vorherigen Lied wurde auch hier auf einen melodischen Refrain verzichtet, was nach den ersten Songs wirklich gut tut. Das neunte Stück heißt ‘Resurrection’ und könnte man als kleine Hymne bezeichnen. Diese gut sechsminütige ‘Hymne’ ist wiedermal sehr gefühlvoll und es wurde viel auf die Stimmungen und feine Melodien geachtet, was man daran sieht daß sogar Streicher eingesetzt wurden. Zu disem Song haben FF auch einen coolen Videoclip aufgenommen der durch seine apokalyptische Endzeitstimmung besticht. ‘Timelessness’ ist, ähnlich wie ‘A Therapy For Pain’ vom Vorgänger, als Outro anzusehen. Hier zeigt Burton nochmal was er alles kann und daß er keinen Gesangsunterricht nötig hatte.

Mit ‘Obsolete’ haben Fear Factory ein sehr gutes Album aufgenommen, das einige großartige Stücke beinhaltet, aber auch einige Sachen vermißen läßt. Die Härte der letzten beiden Alben z.B., denn dadurch war die Band erst so einzigartig und das hat ihren unverwechselbaren Stil ausgemacht.Was auch auffällt ist daß über das ganze Album hinweg, in jedem Song, etliche technische Effekte benutzt wurden die einem nicht sofort auffallen und die Stücke interessanter gestalten sollen, einem nach mehrmaligem hören aber auch auf den Sack gehen können. Stilistisch sind FF mit ‘Obsolete’ noch schwerer einzuordnen, denn mit Death Metal hat ihre Musik eigentlich nicht mehr viel zu tun (von den harten Drums mal abgesehen). Trotzdem sind sie da noch immer am besten aufgehoben, denn wenn Bands wie In Flames Death Metal fabrizieren, dann auch Fear Factory.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am


Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder werden mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: