CD-Review: Feuerschwanz - Prima Nocte

Besetzung

Hauptmann Feuerschwanz - Laute und brünftiger Gesang
Sir Richard Hodenherz - Flöten, Schalmeien, Rauschpfeifen und räudiger Gesang
Walther von der Vögelweide - Sanftes Saitenspiel und lieblicher Gesang
Sir Lanzeflott - Großes BumBum und kein Gesang
Knappe Soerenfried - Kleines BumBum und dumpfer Gesang
Eisi - Schwanzlanze, 4-saitige Kontralaute und genuschelter Gesang
Lady Orgasta und Lady Fellatia - Betörender Gesang

Tracklist

01. Es war einmal
02. Das Mittelalter
03. Drachentanz
04. Das Turnier
05. Prima Nocte
06. Bärentanz
07. Herren der Winde
08. Der Teufel
09. Schneewittchen
10. Der Traum
11. Räuber
12. Sauflied
13. Teufelsgeschenk
14. Lasst die Ritter schlafen
15. Gute Nacht
(16. Feuerschwanz)


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Nachdem „Die Demo“ irgendwann vergriffen war, veröffentlichte das Nebenprojekt einiger Mitglieder von Fiddler’s Green und Merlons Lichter seine erste CD mit dem Titel „Prima Nocte“ Anfang dieses Jahres. Live konnte man davor bereits einige Erfahrungen im Support von u.a. In Extremo und Fiddler’s Green sammeln und die Setlist auf ihre Bühnentauglichkeit hin prüfen.

Jedoch funktioniert nicht alles, was live zum Mitsingen und Poggen einlädt, auch auf Platte. Diese Erfahrung mussten auch der Hauptmann und sein Gefolge machen, denn an einigen Stellen lässt die Produktion zu wünschen übrig. Über den nach eigenen Angaben im Booklet brünftigen Gesang des Frontmanns lässt sich ebenfalls an manchen Stellen streiten und so musste ich die Jungs (und Mädels) erst einmal live sehen, um zu dieser Scheibe echten Zugang zu bekommen. Das unumstrittene Highlight ist eindeutig der Mittelteil des Albums, der mit dem „Bärentanz“ anfängt und mit „Räuber“ endet. Für den „Bärentanz“ verdient der Schwermetal Minneflöter Sir Richard Hodenherz ein Extralob: Seine Interpretation dieses Werks gefällt mir besser als die weit aufwendigere von Corvus Corax und zählt im Augenblick zu den besten Instrumentalstücken, die ich kenne. Wenn die Feuerschwänze hier für ihr kommendes Album im März 2007 ansetzen und bei der Aufnahmequalität nachbessern, könnte es bald andere Ziele geben, als alle Schandmaullieder rückwärts zu furzen. Und hier kommen wir zu einem weiteren sehr wichtigen Aspekt: Wer die Mittelalterszene zu ernst nimmt, sollte erst einmal probehören, denn die Texte strotzen nur so vor eindeutigen Zweideutigkeiten und sind nichts für bierernste Gemüter. Insgesamt werden sich an „Prima Nocte“ wohl genauso sehr die Geister scheiden wie an der Coverversion des Schandmaulhits „Herren der Winde“, die mir persönlich sehr gut gefällt. Erwartungsgemäß funktioniert das Comedykonzept live besser als auf CD, da der Gesang dort ebenfalls nicht so sehr ins Gewicht fällt und des Hauptmanns geiler Haufen sein gesamtes Charisma entfalten kann. Erwähnenswert ist noch das sehr liebevoll gestaltete Booklet mit allen Songtexten, witzigen Bildern und den Schwanzsagungen.
Last but not least: Für alle, die die CD besitzen und es noch nicht wissen: Nach dem letzten Track einfach ca. 2 Min. warten und man bekommt noch das Stück passend zur Band und ihrem Namen.

Meine persönlichen Anspieltipps: „Bärentanz“, „Herren der Winde“, „Teufel“, „Räuber“ und „Schneewittchen“

Bewertung: 7 / 10

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