CD-Review: Finnr's Cane - Wanderlust

Besetzung

The Bard – Gesang, Gitarre
The Peasant – Schlagzeug
The Slave – Keyboard, Cello

Tracklist

01. The Healer
02. Snowfall
03. A Winter For Shut-Ins
04. The Lost Traveller
05. Glassice
06. The Hope For Spring
07. Eternal
08. House Of Memory
09. Snowfall (Demo 2008)


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Es gibt CDs, die sind, in welches Genre man sie auch immer stecken mag, fehl am Platz – eine davon ist gewiss das Debüt “Wanderlust” der Kanadadier FINNR’S CANE. Mit Pagan im Equilibrium-Sinne hat das Werk nämlich absolut nichts zu tun – mit Viking schon gleich garnicht. Und doch ist sie wohl noch am besten hier aufgehoben – und zwar ganz im Sinne des, wenn man es so nennen will, “Sophisticated Pagan Metal” wie ihn Bands wie Arstidir Lifsins spielen.

Acht Stücke haben es dabei auf die Platte geschafft, die zusammen immerhin eine gute Dreiviertelstunde füllen – und das auf durchaus hohem Niveau: Nach dem mit ruhigen Cleangitarren beginnenden “The Healer” schlängelt sich der Weg, den FINNR’S CANE beschreiten, zwischen zarten Melodien und atmosphärischen Distortion-Gitarren-Hallwänden hindurch, um ab und an auf ein wenig Gesang – klar wie auch bisweilen schwarzmetallen geschrien – zu treffen. Über weite Strecken hinweg ist “Wanderlust” jedoch instrumental gehalten – und das nicht zu seinem Nachteil, vermögen FINNR’S CANE doch auch ohne Gesang eine sehr dichte Atmosphäre zu kreieren: Sanfte Melodien umspühlen den Hörer, majestätisch erhebt sich in der Ferne die schroffe Siluette eines Riffs – die Naturmystik der Songtiteln wie “The Hope For Spring” findet sich nahezu perfekt übertragen in den auf CD gebannten Stücken – und das, und das ist das wirklich herausstellenswerte Detail, ohne dabei auch nur eine Sekunde zu Kitsch zu verkommen oder schwülstig zu wirken: Nüchtern und zeilstrebig präsentieren FINNR’S CANE hier ihre Vision dessen, wie Musik zu klingen hat.
Einzelne Höhepunkte herauszugreifen, wäre hier schlicht an der Sache vorbei – erzeugt das Album als solches eine derart dichte, in sich schlüssige Stimmung, dass sich die einzelnen Songs gänzlich unterordnen. So ist sicher auch nicht zu leugnen, dass der die Songs auch mal Längen aufweist – aufs große Ganze gesehen macht das aber nichts – passiert auf “Wanderlust” alles in allem doch so viel, dass man sich im Kontext über die ein oder andere Wiederholung freut.

Mit “Wanderlust” haben FINNR’S CANE ein Debüt vorgelegt, das wirklich Beachtung verdient – ist das Werk doch bis auf den etwas abrupten Schluss in sich absolut stimmig und ein schlichtweg schönes Stück Musik. Wer auf ruhigere, melodiereiche Kompositionen steht und sich zumindest bis zu einem gewissen Grade mit Black Metal-Elementen anfreunden kann, sollte den Kanadiern allemal eine Chance geben.

Bewertung: 8.5 / 10

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