CD-Review: Finntroll - Nattfödd

Besetzung

Tapio Wilska – Gesang
Routa – Gitarre
Skrymer – Gitarre
Tundra – Bass
Trollhorn – Keyboards
Beast Dominator – Schlagzeug

Tracklist

01. Vindfärd/Människopesten
02. Eliytres
03. Fiskarens Fiende
04. Trollhammaren
05. Nattfödd
06. Ursvamp
07. Marknadsvisan
08. Det Iskalla Trollblodet
09. Grottans Barn
10. Rök


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Finntroll – die versoffenen gute Laune Musiker – warten nach mehreren Problemen nun mit ihrem dritten Album auf. Nach den ersten beiden, starken CDs war es nicht leicht für die Finnen, ein neues Album aufzunehmen. Vor einem Jahr starb ihr Gitarrist Teemu „Somnium“ Raimoranta nach einem Sturz von einer Brücke, außerdem verließ Sänger Kattla die Band nach Problemen mit seiner Stimme. Mit Wilska ist inzwischen einer neuer Mann an Bord. Ohne die Eltern von Teemu wären sie wohl nicht an diesem Punkt angelangt, da es vor allem sie waren, die Finntroll ab Leben erhielten. Nach der Vorab-EP „Trollhammaren“ waren die Erwartungen nun groß. Der selbige Song wurde neben Songs die es nicht mehr auf „Nattfödd“ schafften, auf dieser Mini-CD veröffentlicht.

Die ersten beiden Songs, die innen Im Booklet stehen (auf der Rückseite kann man nur schwer etwas erkennen), heißen „Vindfärd“ und „Människopesten“. Diese sind zu einem Track zusammengefasst, bei dem der erstgenannte als Intro dient und der zweite nach gut einer Minute anfängt. „Människopesten“ ist eine rasante Nummer mit schnellen Gitarren und gegrunzten Vocals, genau der richtige Opener. Dazu kommen die üblich Humppa-Einheiten und erstmals auch slawische Mittelalter Folklore.

„Eliytres“ beginnt mit einer sehr schönen Melodie, zur ersten Nummer sind kaum Veränderungen auszumachen. Lustiges Gefauche wird mit dieser klasse Melodie wunderbar in Szene gesetzt. Dazu kann man diese spannungsgeladenen Übergänge wieder bestaunen. „Fiskarens Fiende“ ist jetzt nicht mehr ganz so flott wie die Songs davor, dafür ist er ein sehr runder Song mit einem tollen Refrain, der Freude bereitet.

Der bereits angesprochene Song „Trollhammaren“ kommt als nächstes. Hier gibt es wieder ordentlich auf die Zwölf, ohne Melodien zu vernachlässigen. Zwischenzeitlich kann man auch noch ein paar Double-Bass-Passagen wahrnehmen, die sich natürlich gut auf den Song auswirken.
Der Titeltrack steht als nächstes an. Ein verhaltener Anfang geht dann in einen mittelalterlichen Sound über. Der Song entwickelt sich auch nicht mehr wirklich zu einem Brecher, zwar sind die Melodien hübsch, aber das bekomme ich dann auch noch beim Outro.

„Ursvamp“ ist dann der absolute Killertrack auf dem Album. Mit einer Ohrwurm-Melodie ausgestattet die absolut perfekt auf eine Mittelalter-Tanzparty passt. Schnelles Geriffe kommt dazu und die aggressive Stimme von Wilska. Leider geht dieser Song nur zwei Minuten. „Marknadsvisan“ ist ähnlich und sogar noch kürzer. Mit einem langen Intro mit Gebrülle und trampelnden Viehherden findet dieser Song ein verdammt schnelles Ende. Mächtiges Geholze ist hier an der Tagesordnung.

Danach ist „Det Iskalla Trollblodet“ an der Reihe. Dieser Song geht sehr in die Richtung des Black Metal, schwenkt dann aber wieder etwas zur Viking-Sparte ein. Das machen die melodischen Töne aus Finnland aus. „Grottans Barn“ ist wieder ein langsamerer Song, der sich dadurch richtig in die Länge zieht. Zum Schluss bekommt man mit „Rök“ noch ein wunderbares Outro mit Instrumentalen Tönen, was leider etwas früh zu Ende geht.

Finntroll haben nichts verlernt. Im Gegenteil, sie haben sich noch weiterentwickelt. „Nattfödd“ ist im Vergleich zu „Jaktens Tid“ noch etwas runder geworden. Dazu kann man den neuen Sänger Wilska nur loben. Er hat sich wunderbar in die Band eingearbeitet. „Nattfödd“ ist auf jeden Fall ein potentieller Kandidat zum Album des Jahres. Mit 36 Minuten zwar kurz, aber dafür kann die Scheibe alles!

Bewertung: 9 / 10

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