CD-Review: Forest Silence - Philosophy of Winter

Besetzung

Winter - Gesang, Instrumente
Andras Nagy - Gitarre

Tracklist

01. Bringer of Storm
02. Spirits of the Wind
03. At the Dawning of Chaos
04. Path of Destruction
05. Philosophy of Winter


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FOREST SILENCE werden einem spontan nichts sagen, wenn man nun aber weiß, das dahinter der ehemalige Keyboarder von Sear Bliss steckt, sieht die Welt auch wieder anders aus. Das Frontcover ist ein recht ansehnliches, es vermittelt die kalte und unheimliche Stimmung, welche auf „Philosophy of Winter“ gegeben ist, sehr gut. Bisher veröffentlichte man übrigens drei Demos, die letzte liegt aber auch schon einige Jahre zurück, so dass man fast schon davon sprechen darf, FOREST SILENCE wären wie aus dem Nichts gekommen.

Wie gesagt handelt es sich bei Winter um den Keyboarder, weshalb es nahe liegend ist, dass diesem Instrument viel Raum gewährt wird. Das ist auch der Fall, man vernimmt es sehr häufig im Hintergrund. Allerdings ist es nicht so erdrückend, dass der Rest untergeht, sondern es dient de facto nur der Erweiterung des Klangspektrums. Dieser Umstand lässt sich hier als sehr gelungen kennzeichnen, denn im Laufe der Stücke wird klar, dass das Keyboard nur die Emotionen und Aggressionen intensiviert, also eine mehr als positive Wirkung hat. „At the Dawning of Chaos“ ist bei diesem Instrument wohl das Referenzwerk, hier wurde auf großartige Weise eine drückende Stimmung verfasst. Die Stücke sind recht schleppend und ohne große Spielveränderungen aufgemacht, so dass der Ungar Hörsinn umgarnende, reizvolle und authentische Kompositionen entwerfen musste. Das ist Winter zweifellos gelungen, „Philosophy of Winter“ nimmt den Hörer zu jeder Zeit ein, taucht die Lieder alle in ihr eigenes Licht hinein und lässt die Musik manches Mal wehmütig, zugleich jedoch edel erklingen. Einen mehr als nennenswerten Anteil daran hat die Gitarrenarbeit, da jene zum einen im Vordergrund steht und deutlich hervorsticht, zum anderen auch sehr exquisit und gefühlvoll intoniert worden ist.

„Bringer of Storm“ strebt in astrale Höhen, ist druckvoll und variabel. So besitzt es natürlich Parts, welche eher treibenden Charakter haben – untermalt mit aussergewöhnlichen Keyboardklängen – und Momente, in denen man sich einer gemäßigteren Gangart besinnt. Der Gesang, auf den ich bisher noch gar nicht einging, ist übrigens hier wie in allen anderen Tracks rau, das Krächzen klingt stark kehlig und hebt sich dadurch freilich vom Standard-Gesang, der im Black Metal vorherrschend ist, ab. Mit beschwörerischen, stimmungsvollen Synthesizertönen wird „Spirits of the Wind“ eingeläutet, welches zwar vielerlei Klangeinlagen bietet, die der Musik einiges an Finesse zuschreiben, ansonsten unterscheidet es sich grundsätzlich in einem nicht erwähnenswertem Maße von den Vorgängersongs. Das nachfolgende „At the Dawning of Chaos“ erwähnte ich ja bereits, es ist das wohl beeindruckendste Lied der allesamt famosen Tracks auf dem Album. „Path of Destruction“ macht seinem Namen alle Ehre, es ist deutlich aggressiver und erfüllter von dunklem Willen als alle anderen Stücke auf „Philosophy of Winter“. Das jedoch nur zu beginn, danach wird man ausgeglichener und lässt den Track mehr wirken. Der Titelsong bietet dann noch einen schwermütigen, mystisch angehauchten Abgang.

Mit dieser magyarischen Truppe kommt eine weitere Gruppe daher, welche durch ein hervorragendes Werk einen klasse Einstand feiern darf. Die Huldigung der rauen und finsteren Waldlandschaft ist gelungen, das wurde eindrucksvoll bewiesen. Ob Candlelight mit FOREST SILENCE aber eine Band unter Vertrag genommen haben, welche ihren Anforderungen entspricht, da bin ich mir noch nicht so sicher, da FOREST SILENCE nicht massentauglich sind, dafür ist „Philosophy of Winter“ viel zu sehr Erlebnismusik.

Bewertung: 8 / 10

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