CD-Review: Forgotten Tomb - Obscura Arcana Mortis (EP) (Re-Release)

Besetzung

Herr Morbid – Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. Nightfrost
02. Nefarious Nights
03. Forgotten Tomb
04. Obscura Arcana Mortis
05. XXX (Outro)


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FORGOTTEN TOMB haben es nie zum wirklichen Durchbruch geschafft – und doch ist das Projekt des Italieners Herr Morbid mittlerweile da angekommen, wo man wohl irgendwie von Underground-Kult sprechen kann. Dementsprechend auch an dem Punkt, an dem es rentabel wird, Frühwerke wiederzuveröffentlichen, dachte sich wohl Agonia Records und schickte auf einen Schlag die drei ersten Veröffentlichungen erneut ins Rennen.

Den Anfang machte damals wie heute die EP „Obscura Arcana Mortis“: Hinter dem Original-Cover verbirgt sich dabei eine neu gemasterte Version. Ob dies eine Zweitanschaffung wert ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich das Original leider nicht kenne – könnte es mir jedoch fast vorstellen, klingt der Sound des Albums jetzt zwar immer noch roh, true und nach Black-Metal-Frühgeschichte, jedoch dabei überraschend klar und strukturiert. Als Bonus gibt es unveröffentlichte Bilder, Linernotes vom Künstler selbst sowie einen zusätzlichen Song.
Musikalisch geht der Musiker auf der ersten Veröffentlichung von ebenfalls noch traditioneller zu Werke: Vom Suicidal-Stil der späteren Alben ist hier noch nichts zu merken, statt dessen prügelt sich FORGOTTEN TOMB durch eine halbe Stunde traditionellen Black Metals mit Maschinengewehr-Drumming, sägenden Gitarren und Geschrei, der bisweilen dezent an alte Mayhem erinnert. Ganz so stumpf, wie das hier nun klingt, ist das Ganze dabei gar nicht, lockern Elemente wie der etwas an Urfaust erinnernde Klargesang in „Nefarious Nights“ oder eingeworfene Gitarrenmelodien die Sache doch angenehm auf.

Sicherlich, „Obscura Arcana Mortis“ mag kein unverzichtbares Stück Musik sein, das man als Black Metaller gezwungenermaßen im Schrank stehen haben muss… überrascht mich für ein Debüt eines Ein-Mann-Projektes jedoch definitiv auch im Nachhinein noch positiv und klingt – zumindest in der geremasterten Form – wirklich amtlich. Für einen Low-Budget-Live-Mitschnitt einer Black Metal-Band klingt sogar der Bonustrack halbwegs in Ordnung, so dass dieser, wenn auch vielleicht kein klarer Selling-Point, zumindest nicht weiter stört.
Wer auf truen Black Metal steht, kann hier auf alle Fälle mal reinhören – die Offenbarung in Sachen Black Metal sollte aber auch er nicht erwarten.

Bewertung: 6.5 / 10

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