CD-Review: Forgotten Woods - Race Of Cain

Besetzung

Thomas Torkelsen – Gesang
Olav Berland – Gitarre, Bass, Schlagzeug
Nylon – Gitarre, Bass
R – Gitarre, Bass

Tracklist

01. Race Of Abel
02. One Day
03. A Landmine Reprisal
04. Intolerance Is The New Law
05. Jedem das Seine/Erasing The Fuckhead Majority
06. Here, In The Obsession
07. The Principal And The Whip
08. Nightly Paradise
09. Third Eye


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„Race Of Cain“ von FORGOTTEN WOODS ist also endlich auf dem Markt. War die Band vor nicht allzu ferner Zeit noch kein Thema mehr, so kündigte man plötzlich bei No Colours das neue Album „Race of Cain“ an. Und tatsächlich, hier ist nun also „Race of Cain“, nur No Colours musste weichen, stattdessen präsentiert uns das aufstrebende, italienische Label ATMF das neue Werk von FORGOTTEN WOODS. Achja, das ursprüngliche Cover mit dem weiblichen Harlekin auf dem Bild ist freilich auch passé. Ein angeleinter, keifender Hund ist stattdessen zu bewundern (wenngleich in der Rezension das alte Bild genutzt wird).

„Race Of Abel“ macht den Anfang, man lauscht bizarrem Dröhnen und im Prinzip verzerrtem Krach. Mit Krach meine ich übrigens kein Black Metal-Geschepper, wie man es ja vermuten könnte, sondern wirklich nur üble Töne, die aneinandergereiht worden sind. Es ist erstaunlich, wie einem ein zweiminütiges Intro so dermaßen die etwaige Lust auf den Rest der CD versauen kann. „One Day“ folgt und man lauscht akzeptablem, nicht sehr üppig produziertem Black Metal. Ab und an bindet man in die Melodie aber ein wirklich verstörendes Gitarrengeräusch ein, anders kann man das kaum bezeichnen. Nunja, so oder so hält sich das Interesse an dem eintönigen und nicht sehr atmosphärischen Lied in Grenzen. „A Landmine Reprisal“ gefällt danach mit flotten Riffings, bei denen man eine deutliche Rockattitüde heraushören kann. Alles in allem war es das aber auch, das Stück wirkt eher wie eine halbgare Spielerei; wieso FORGOTTEN WOODS sich genötigt sahen, den Track auf das Album zu packen…keine Ahnung. „Intolerance Is The New Law“ beinhaltet anfangs gar rauchigen Klargesang; keine Frage, die Norweger sind so experimentell wie eh und je. Man kennt das ja von Joyless, ihrer mittlerweile eigentlichen Hauptband. Aber auch hier wieder gähnende Leere im Tal der Ideen. Wenn man nun wirklich etwas Positives sagen möchte, dann kann man den Jungs ja noch attestieren, hier und da einen Hauch Atmosphäre zu entfachen und auf durchaus geplante Arrangements zu setzen. So ist „Intolerance Is The New Law“ im zweiten Teil wirklich ganz passabel gemacht und vermittelt einen adretten Eindruck.

Nach dem überflüssigen Interludium „Jedem das Seine/Erasing The Fuckhead Majority“ folgt mit „Here, In The Obsession“ der Beweis, wie gut die Norweger ihre Instrumente beherrschen. Die Gitarre sirrt wunderbar und legt sich richtig auf die Musik, welche hier im Übrigen größtenteils ohne Gesang auskommt und den Charakter einer Jamsession hat. Nach gut sechs Minuten flacht die Chose ab, der Bass dümpelt vor sich hin, wird hintergründig von einer Gitarre unterstützt und entfacht eine nachdenkliche Stimmung. Resümierend muss man festhalten, dass man hier eine echte Perle in Sachen reiner Spielkultur vor sich hat, wirklich fein. „The Principal And The Whip“ besteht aus einem tristen, leicht geistesverlorenen Frauengesang, welcher schon fast als Murmeln durchgeht. Dazu gesellen sich angenehme und leicht verdauliche Melodien, die zum Entspannen einladen, teilweise aber auch ansatzweise virtuos gestrickt sind. „Nightly Paradise“ beglückt die Hörerschaft dann wieder mit Gefrickel, welches niemanden interessieren wird. Lediglich in der letzten Minute wird mal so was wie ein ordentliches Lied aufgebaut aber das ist ja nun wirklich viel zu spät. „Third Eye“ ist ganz toll und so dermaßen einfallsreich und kreativ…wow. Immer geil, zwischendurch (am Anfang und am Ende wurde ja sogar nette Musik platziert) für einige Minuten ein unnützes Gespräch zu hören.
br>Erst einmal muss gesagt werden, dass die Gestaltung des Booklets sowie die Lyrik wirklich gelungen sind und dazu verlocken, sich mehr von „Race Of Cain“ zu erhoffen, als letztlich zu hören ist. Das Album ist kein totaler Reinfall, aber nicht nur anders, nein, auch tiefklassiger als die bisherigen Werke von FORGOTTEN WOODS. Spielfinesse hin oder her, hier fehlt es an Struktur und vor allem an dem, was einen Song ausmacht: Die Verknüpfung von mehreren Ideen zu einer homogenen Einheit. Das ist leider ein ganz großes Manko, „Race Of Cain“ ist einfach halbgar.

Bewertung: 3 / 10

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