CD-Review: Frei.Wild - Hart am Wind

  • Veröffentlichung: 2009
  • Label: Rookies + Kings
  • Spielart: Rock
Besetzung

Philipp Burger - Gesang, Gitarre
Jonas Notdurfter - Gitarre
Jochen Gargitter - Bass
Christian Fohrer - Schlagzeug

Tracklist

01. Arschtritt
02. Weiter immer weiter
03. Das Land der Vollidioten
04. Immer höher hinaus
05. Niemand
06. Irgendwer steht dir zur Seite
07. Sieger stehen da auf, wo Verlierer liegen bleiben
08. Südtirol
09. Der Tod holt uns alle
10. Der aufrechte Weg
11. Stück für Stück
12. Ich helf dir auf
13. Unterwegs
14. Halt deine Schnauze
15. Freiwild
16. Schwarz weiss
17. Freiheit


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Eine etwas merkürdige Hype geht momentan um diese Band rum. FREI.WILD sind ja nicht gerade neu im Geschäft. “Hart am Wind” ist meines Wissens das sechste Album der Südtiroler. Warum sind sie gerade jetzt in aller Munde? Reicht es da wirklich, dass ein Label und/oder eine Promo-Agentur beschlossen haben “diese Band wird nun gehypt”? Oder sind FREI.WILD tatsächlich die neue Größe im Genre? Finden wir es heraus.

FREI.WILD spielen die Mischung aus Deutschrock und Streetpunk, die man von Bands wie den Ärzten, Dimple Minds, Kneipenterroristen und ganz besonders natürlich von den Böhsen Onkelz kennt. Die Texte beinhalten Kritik an Politik, Gesellschaft, Sozialwirtschaft und an allem, was sich sonst noch zu kritisieren lohnt. Manche Stücke haben deutliche Messages. So dient “Das Land der Vollidioten” in erster Linie zur Distanzierung der Band von rechter und linker politischer Ausrichtung. Je mehr jemand das Bedürfnis hat, sich von etwas distanzieren zu müssen, desto fragwürdiger kommt mir manchmal die Sache vor. In “Südtirol” singen die Vier dann von der Liebe zu ihrer Heimat. Andere Lyrics erscheinen wie aus dem Leben gegriffen und wirken dann auch etwas ehrlicher und nicht so aufgesetzt.
Musikalisch verstehen FREI.WILD ihr Handwerk. Die Stücke haben Drive und versprühen Energie. Es gibt auch durchaus Melodien, die schnell ins Ohr gehen und Refrains, die sich auf Anhieb mitgrölen lassen. Aus der Masse der 17. Track, die mich durchaus nicht alle voll überzeugen können, ragen das wuchtige “Arschtritt”, das eingängige “Das Land der Vollidioten”, die knackige Bierzelt-Nummer “Irgendwer steht dir zur Seite”, das nachdenkliche, melodiöse “Stück für Stück” und das flotte und stark instrumentalisierte “Halt deine Schnauze” heraus. Andere rauschen dafür so eindruckslos am Ohr vorbei, dass sich die Frage stellt, ob hier weniger nicht mehr gewesen wäre.

Erfinden FREI.WILD das Deutschrock-Rad nun neu? Sicherlich nicht. Aber zu Gute halten muss man ihnen die Fähigkeit, eine Reihe guter Songs zu komponieren und die astreine Darbietung derselben. Dabei fällt die ausdrucksstarke Röhre von Philipp am Stärksten ins Gewicht, die sicherlich nicht jeder Sänger des deutschsprachigen Rock/Punk zu bieten hat.

Im Fazit ist “Hart am Wind” ein leicht überdurchschnittliches Album des Genres. Wer die Musik mag, kann wenig verkehrt machen. Und das geneigte Publikum werden sie live auch motivieren können. Neue Freunde wird der punkige Deutschrock durch FREI.WILD aber wohl nicht finden. Denn die Klasse der Ärzte und der Onkelz erreichen sie in meinen Augen auch mit diesem Werk nicht.

Bewertung: 6 / 10

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