CD-Review: Frozen Shadows - Hantises

Besetzung

Myrkhaal – Gesang, Keyboard
Alvater – Gitarre
Namtaar – Gitarre, Bass
Melkor – Schlagzeug

Tracklist

01. As Old as Time Itself
02. Des Siècles d’Épitaphes
03. Battered Souls
04. À l’Ombre du Mal
05. Through Fields of Mercilessness
06. Darkness Enfolds
07. Strangled by Fear
08. Towards the Chambers of Nihil


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FROZEN SHADOWS kommen aus Kanada, sind französischsprachig und bringen damit gewisse Eigenschaften mit, die gerne mal für hochwertigen Black Metal sprechen. „Hantises“ erschien 2004 und ist das bis dato letzte Werk der Band. Besucht man ihre Homepage, so erblickt man, dass aus diesem Jahr auch das letzte Update stammt. Doch sorgen muss man sich kaum, zwischen „Hantises“ und dem Vorgängeralbum vergingen sechs Jahre, eine lange Zeit. Aber über solche Dinge sieht man gerne hinweg, wenn die Musik dafür hochwertig ist und das war sie in der Vergangenheit. Das Booklet zeigt übrigens verschiedene Szenarien der Verödung, welche in einem schicken Blauton gehalten sind und somit noch leicht mystisch verklärt werden.

Jedoch folgt eine eingeschränkte Ernüchterung auf dem Fuße, „Hantises“ besitzt nämlich nicht das hohe Niveau von „Dans Les Bras Des Immortals“, ist aber trotzdem nicht schlecht. Obwohl die Produktion eindeutig aufwändig ausgefallen ist, bemühen sich die Kanadier darum, selber monoton – oder sagen wir lieber minimalistisch – zu klingen. Das Drumming hat ausgesprochen markanten Charakter, es zeigt sich äußerst zielstrebig, senkt das Tempo aber dennoch an manchen Stellen. Die Gitarren geben sich nicht immer besonders auffällig, sie agieren lieber als Teil des Ganzen, was hier positiv zu sehen ist. Hier und da stellen sie sich aber doch in den Vordergrund, dann meist mit einem zackigen und famosen Riff. Sogar ein Keyboard wird aufgeboten, am Anfang von „À l’Ombre du Mal“ präsentiert sich dem Hörer ein Klangesteppich, welcher von Schwermut angetrieben worden ist. Als würde er dies hinausschreien, kreischt Myrkhaal im Anschluss daran äußerst emotional. Die Mitte dieses Stückes wurde zudem sehr schön inszeniert: Pathetische – nicht klischeehafte -, kristallene Keyboardklänge, verzerrter Gesang, insgesamt sogar schon leicht anmutig.

Abgesehen von solchen, nicht ganz konventionellen Arrangements, ist „Hantises“ relativ gleichförmig konstruiert. Die Grundstruktur wurde im Prinzip so konzipiert, dass man schnellen Black Metal spielt, der aber nicht so bombastisch daherkommt wie bei Marduk et cetera, sondern der Atmosphäre und dem Gesang noch sehr viel Raum lässt, was der Musik freilich gut tut. Zumal man immer wieder abgehackt wirkende Passagen einstreut, ein Beispiel dafür wäre „Through Fields of Mercilessness“.

Die Musik, welche FROZEN SHADOWS hier offerieren, wird nicht langweilig, sie gefällt gar. Dennoch kommt sie nicht an die Höchstleistungen der Band heran, ich würde sogar sagen, es ist die schwächste Leistung. Diese räudige Atmosphäre wird nicht mehr eingefangen, die Kanadier verzaubern nicht mehr, nehmen den Hörer nur bedingt gefangen. Klar, „Hantises“ ist gut, macht Freude und wird sicherlich nie missfallen. Bei einer anderen Gruppe würde ich wohl attestieren, hier kommt was auf uns zu, lediglich an verschiedenen Stellen muss gefeilt werden. Hier kann ich lediglich auf die gute Darbietung verweisen.

Bewertung: 7 / 10

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