CD-Review: Funerarium - Nocthule

Besetzung

De Rais - Gesang, Bass, Gitarre
Necroshadow - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Riders Of Doom
03. Nocthule
04. Journey Through The Desolated Landscapes
05. The Curse / Ontology Of The Trinity
06. The Parable Of The Blind Leading The Weak
07. In The Streams Of Melancholy
08. In The Dark Nihilistic Center Of Gravity


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Huch. Seltsam. Letztes Mal als ich auf eine Landkarte schaute, lag Norwegen noch weit im Norden. Wenn man einen Blick auf das Scheibchen hier wirft und mal einen Lauscher in die Musik auf demselben riskiert, dann könnte man meinen, dat Dinge wäre direkt in unseren Osten umgezogen. Tatsache, FUNERARIUM kommen aus dem kleinen beschaulichen Luxemburg. Und mit “Nocthule” haut die 2000 unter dem Namen Uther Pendragon gegründete Zweimann-Kapelle schon ihre zweite Langrille raus. Norwegisch klingt das Ding allerdings allemal.
FUNERARIUM spielen sehr frostigen Black Metal der alten Schule, allerdings hin und wieder auch mit einem dezenten epischen Einschlag und sowieso des öfteren höchst melancholisch. Das gefällt gut, die Kompositionen sind ziemlich durchdacht, teilweise etwas monoton, aber hier und da findet sich auch das eine oder andere kleine, feine Riff, das sich eher im Hintergrund versteckt und erst beim vierten oder fünften Durchlauf seinen Weg in des Hörers Gehörgänge findet. Trotzdem ist FUNERARIUMS Material über weite Strecken nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Das liegt größtenteils wohl an der Produktion, denn die ist, wie vielleicht schon angedeutet, sehr norwegisch ausgefallen. Und wenn ich norwegisch sage, dann meine ich “wie in Norwegen vor etwa fünfzehn Jahren”. “Nocthule” ist von vorne bis hinten mächtig dumpf geraten, teilweise etwas verrauscht, auf jeden Fall ist das Soundgewand eher dürftig. Die Gitarren sind breiig, das Schlagzeug klingt schwach und, wie ich bereits sagte, ziemlich dumpf. Und der Bass ist auch eher von der unhörbaren Sorte. Die Abmischung macht da auch nicht ganz mit. Oft ist das Schlagzeug zu weit im Hintergrund, manchmal machen die Gitarren auch De Rais’ (sehr verhallte, das find ich allerdings gut) Stimme platt.
Mit so einer Produktion hat man’s durchaus nicht leicht. Und wirklich stark werden FUNERARIUMs Songs eigentlich nur, wenn mal einen Gang runtergeschaltet wird und die beiden Herren sich im Midtempo austoben. Denn für knalliges Uptempo fehlt ihnen einfach der Druck. Die langsameren Parts (Stücke kann man eigentlich nicht sagen, es gibt innerhalb der einzelnen Tracks viele Tempowechsel) gefallen da wesentlich besser. Da kommt trotz (oder vielleicht gerade wegen) der altbackenen Produktion eine richtig fiese, eiskalte, apokalyptische Atmosphäre auf. De Rais’ bösartiges Gekeife passt da sehr gut zu und der exzessive Hall, in den die Stimme eingebettet ist, tut ihr übriges.
Erstaunlicherweise packen FUNERARIUM auch in den eher langsameren Parts ein paar wirklich gute Riffs aus, die um Klassen besser sind als die bei den furioseren Teilen. Merkwürdig…

So fahren FUNERARIUM mit ihrer zweiten CD “Nocthule” eher zweigleisig zwischen (gelungenem) apokalyptischem Midtempo und (weniger gelungenem) knüppelndem Uptempo. Mit der aktuellen Produktion weiß aber wie gesagt nur ersteres wirklich zu gefallen. Für die Zukunft sollten FUNERARIUM also entweder mehr auf den gemäßigteren Bereich setzen oder sich ein besseres Soundgewand zulegen. Dann klappt’s auch mit der nächsten CD.

Bewertung: 6 / 10

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