CD-Review: Furze - UTD

Besetzung

Woe J. Reaper - Gesang und Instrumente
Frost - Schlagzeug

Tracklist

01. A Life About My Sabbath
02. Demonic Order In the Eternal Fascist’s Hall
03. Beneath the Wings of the Black Vomit Above
04. The Deeds That Grasp To the Candle’s Shade
05. Mandragora Officinarum
06. Goatbreath
07. Deep In the Pot of Fresh Antipodal Weave
08. Djerve Djevel


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FURZE ist ein norwegisches Ein Mann-Projekt von Woe J. Reaper, welcher nicht wirklich bekannt ist. Dass Frost am Schlagzeug zu hören ist, lässt vielleicht so manchen eher hellhörig werden. Späße über den Bandnamen gab es schon zuhauf, kann man sich also an dieser Stelle schenken und lieber darauf verweisen, dass FURZE auf Englisch Stechginster heißt, für die Botanikerfreunde unter uns. Das Album ist in zwei Abschnitte aufgeteilt, der volle Albentitel lautet: „UTD: The Wealth of the Penetration in the Abstract Paradigmas of Satan / UTD Beneath the Odd-Edge Sounds to the Twilight Contract of the Black Fascist“. Nunja, insgesamt liest sich auch der Rest der beiliegenden Infos eher so, dass man den ein oder anderen Vorbehalt wohl haben darf.

Schwafeln wir nicht groß herum, „UTD“ ist schlecht. Ich bin normalerweise jemand, der grotesken und abstrusen Klängen zumindest etwas abgewinnen kann, doch das hier ist einfach nur unsäglich. Man kann sich dieses Album eigentlich gar nicht komplett antun, die auditive Wahrnehmung lechzt danach, zu brechen. Der Sound an sich ist akzeptabel, klingt wie eine Demo samt eben minder-guter Produktion. Zwar kann man nicht abstreiten, dass hier und da mal eine akzeptable Idee vorhanden ist, aber der norwegische Protagonist verwertet da rein gar nichts. Schlimmer noch, solche Einfälle werden so gnadenlos scheiße zerhackt, das können nur ganz wenige. Der Gesang ist ebenso teilweise eine Leistung, meine Herren! „Furchteinflößende“ Laute sind ja okay, aber dieses Hundegekeife, welches manchmal zu hören ist, da stoße sicher nicht nur ich an meine Verständnisgrenze. Gerne bieten FURZE aber auch einfach zusammenhangsloses Geplänkel, welches eigentlich fast nichts mit Black Metal gemein hat. Natürlich völlig schief intoniert und eigentlich nie sonderlich vielfältig konstruiert, ein Lied ist wie das andere total mies oder scheiße. Gen Ende setzt „Deep In the Pot of Fresh Antipodal Weave“ dem Spaß noch die Krone auf, man fühlt sich einfach nur verschaukelt und verarscht. Total schlechtes Gejaule plus verkrüppelte Instrumentenklänge…Herz, was willst du mehr? Zusammenfassend kann man noch einmal sagen, dass man vor vielen Jahren für solche Leistungen vom Lehrer Stockhiebe bekam. Heute gilt dann vermutlich das Setzen auf die stille Treppe mit anschließendem Nachdenken über das, was man verbrochen hat.

Wie Candlelight solch ein Projekt nur signen konnten, erschließt sich mir nicht. Vielleicht ist es Frosts Name, vielleicht haben sich die dortigen Beschäftigten auch einfach gedacht: „Hey, das klingt ja mal daneben, könnte gut ankommen!“ oder aber „Hey! Ich steh auf Musik, die so klingt wie Elefantenhoden ein gutes Dessert sind.“ Das fast schon pseudointelligente, debile Geschwafel entbehrt jeglichen Zurückhaltens bezüglich der Punktevergabe, man fühlt sich geradezu provoziert, dieses Album herunterzumachen. Wer weiss aber schon, ob solch ein Fuchs wie Woe J. Reaper es nicht darauf gar anlegte, das soll auch nur von marginaler Bedeutung sein. Martin Ain von Celtic Frost findet die Musik oder vielmehr den akustischen Dreck übrigens ganz toll, herzlichen Glückwunsch. Man wird einfach nicht das Gefühl los, dass man hier ein Bärenrudel aufgebunden bekommt.

Keine Bewertung

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Eine Antwort auf “Furze – UTD”

  • Team AvatarMarius Mutz

    Ich habe das Album bis heute nicht gehört, möchte ich auch nicht, aber das Review muss ich seit Jahren regelmäßig abfeiern :D

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