CD-Review: Lento - Live Recording 08.11.10

Besetzung

Donato Loia – Gitarre
Lorenzo Stecconi – Gitarre
Giuseppe Caputo – Gitarre
Emanuele Massa – Bass
Federico Colella – Schlagzeug, Samples

Tracklist

01. Icon
02. Earth
03. Hymen
04. Hymn
05. Still
06. Need
07. Vault
08. Hadrons
09. Least


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Es gibt kreativere Titel als „Live Recording 08.11.10“ – sogar für Live-CDs, so viel steht fest.Auch an der Tatsache, dass es optisch anspruchsvollere Artwork-Gestaltungsmöglichkeiten als ein sattes Grau mit schwarzem Streifen gibt, gibt es wohl wenig zu rütteln – und wenn zu guter Letzt auch noch der Nutzen eines Booklets soweit in Frage gestellt wird, dass ein solches gar nicht erst beigelegt wird, muss man sich schlussendlich zu fragen, was die Band einem mit diesem Statement sagen möchte – denn sicherlich, bei einer instrumental-CD, die demnach logischer Weise ohne Texte auskommt, ist ein Booklet nicht eben von Nöten – wie man ein solches dennoch schön gestalten kann, haben unlängst erst LENTO-Labelkollegen Omega Massif eindrucksvoll bewiesen.

LENTO – das italienische Wort für „langsam“. Klingt nach Doom-Metal. Denkt man.„Live Recording 08.11.10“ klingt nicht nach Doom-Metal. Zumindest nicht im klassischen Sinne. Denn gewiss, einige Doom-Anleihen finden sich bei genauerem Hinhören schon im Sound der Römer, jedoch eher hinsichtlich der düsteren Atmosphäre denn der Langsamkeit wegen – ist die Mischung aus Drone und Noise, die die Römer hier zelebrieren, über weite Strecken doch reichlich aggressiv: Bösartige Riffmonster klettern, kriechen und winden sich durch die Halle, getrieben und voran gepeitscht von mal vertracktem, mal äußerst straightem Drumming.
Dass das ganze live aufgenommen ist, merkt man dabei eigentlich nur am Applaus zwischen den Songs, welcher jedoch so dünn eingefangen wurde, dass er der Atmosphäre eher ab- denn zuträglich ist. Musikalisch hätte „Live Recording 08.11.10“ ansonsten ebenso gut ein Studioalbum sein können.
Am Charakter der CD hätte das jedenfalls nicht viel geändert – und der ist ein extrem schwieriger. Denn gewiss, was LENTO hier abliefern, hat Hand und Fuß, und eine recht eigene Atmosphäre sowieso, und bei einem Konzert sicher allemal – allein, auf CD wirkt das Schaffen der Italiener dann doch etwas arg anstrengend. Denn wo Neurosis beispielsweise auch mal ruhige Teile oder zumindest kurze Verschnaufpausen einstreuen, wird hier ohne Unterlass durchgeschraddelt. Dass „Live Recording 08.11.10“ dabei wie bereits erwähnt komplett instrumental gehalten ist, macht das Ganze nicht eben leichter verdaulich.

Fans von Bands wie genannten Neurosis, aber auch Omega Massif, Cult Of Luna oder Sleep können hier durchaus mal ein Ohr riskieren – sollten sich jedoch auf eine ziemlich gebündelte Ladung Chaos und Radau einstellen. Das kann zweifelsohne eine Menge Spaß machen, und wer die Gelegenheit hat, sich LENTO einmal live anzuschauen, sollte sich diese auch gewiss nicht entgehen lassen – allein auf CD vermag mich diese Klangwelt nicht voll zu überzeugen: Zu monoton klingt das dargebotene, zu anstrengend und irgendwie, leider, auch zu wenig mitreißend.

Bewertung: 6 / 10

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