CD-Review: Medeia - Iconoclastic

Besetzung

Keijo Niinimaa – Gesang
Samuli Peltola – Gesang, Gitarre
Pekko Mörö – Gitarre
Samuli Kuusinen – Bass
Janne Putkisaari – Schlagzeug
Laura Dziadulewicz – Gesang, Piano

Tracklist

01. Iconoclastic
02. A Waste Of Skin
03. Sleep
04. Dethroned
05. The Dominant Species
06. Prophecy
07. Loyalty Kills
08. Misery Prevails
09. Reverence
10. Redefining Hell


Bereits seit zehn Jahren sind MEDEIA im Geschäft, „Iconoclastic“ ist bereits das vierte Album und doch kennt man die Finnen hierzulande kaum, was man wohl auf die Mangelnde Livepräsenz schieben kann. Das soll sich nun jedoch ändern, denn neben einer Tour mit den Children Of Bodom und Insomnium ist da ja auch noch eine neues Album am Start.

Der Opener und Titeltrack knallt auch sofort amtlich aus den Boxen. MEDEIA präsentieren dem Hörer modernen Death Metal, der durchaus technisch orientiert ist, ohne das die technischen Spielerein zum Selbstzweck werden. Gleichzeitig wird aber auch alten Helden wie Carcass oder Entombed gehuldigt, was sich besonders in der Struktur des Songs niederschlägt. Auf „Iconoclastic“ gelingt der Band zusätzlich das dynamische Spiel mit der Geschwindigkeit – schnelle Knüppelparts wechseln sich mit langsam melodisch-groovenden Teilen ab, verbunden durch epische Midtempo-Bridges – ein energiegeladener Start ins Album, der Lust auf mehr macht.

Im weiteren Verlauf gehen MEDEIA die Sache etwas lockerer an und fokussieren in den Songs einzelne Stilmittel – „Sleep“ ist recht ruhig gehalten, wohingegen „Loyalty Kills“ mit sehr schneller Gitarrenarbeit aufwartet, die allerdings in langsame Grooves eingebettet ist, was für einen angenehmen Kontrast sorgt. Auch „Misery Prevails“, zu dem ein Video gedreht würde, überzeugt mit seinem flotten Riffing und einer intensiven Atmosphäre. Allerdings können die restlichen Tracks auf „Iconoclastic“ das hohe Qualitätslevel des Titeltracks nicht halten, ohne dass, für sich genommen, sie schlecht wären.

Textlich haben sich MEDEIA diesmal religiöser Symbolik gewidmet, oder besser der Zerstörung dieser. Dabei gibt es auf „Iconoclastic“ allerdings keinen wirklichen roten Faden, die einzelnen Tracks erzählen individuelle Geschichten. Damit lassen sich die Songs natürlich variabler gestalten, als das noch während der vorangegangenen Apokalypse-Trilogie der Fall war.

Ob „Iconoclastic“ für MEDEIA der große Durchbruch wird sich zeigen müssen, allerdings ist die Scheibe ohne Zweifel recht strak geworden. Ob man damit allerdings Bands mit ähnlichem Sound bzw. ähnlicher Orientierung (etwa Heart Of A Coward, deren neues Album „Severance“ ja auch demnächst ansteht) ernsthaft Konkurrenz machen kann erscheint zumindest nicht selbstverständlich, da es der Band nicht gelingt, die enorme Energie des Openers über die gesamte Spielzeit beizubehalten.

Bewertung: 7 / 10

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