CD-Review: Obsidian Kingdom - Mantiis

Besetzung

Rider G Omega – Gesang, Gitarre
Prozoid Zeta JSI – Gitarre
Fleast Race O'Uden – Bass
Ojete Mordaza II – Schlagzeug
Zer0 Æmeour Íggdrasil – Keyboard, Gesang
Gastmusiker: Fiar – Gesang (Track 9)
Nicholas Dominic Talvola – Trompete (Track 7)

Tracklist

01. Not Yet Five
02. Oncoming Dark
03. Through The Glass
04. Cinnamon Balls
05. The Nurse
06. Answers Revealing
07. Last Of The Light
08. Genteel To Mention
09. Awake Until Dawn
10. Haunts Of The Underworld
11. Endless Wall
12. Fingers In Anguish
13. Ball-Room
14. And Then It Was


(Experimental / Progressive / Black Metal) Wenn eine Band ihr Albumcover mit einer Frau, der ein riesiges Bein einer Fangheuschrecke aus dem Gesicht wächst, ziert, kann man daraus seine Schlüsse ziehen. Beispielsweise, dass das Album „Mantiis“ heißen könnte, „der Gottesanbeterin gehörig“. Oder aber auch nur, dass man es mit keiner ganz gewöhnlichen Band zu tun hat.

Und eine gewöhnliche Band sind OBSIDIAN KINGDOM gewiss nicht. Das haben auch Season Of Mist gemerkt – und veröffentlichten das ursprünglich in Eigenregie veröffentlichte Debüt der Katalanen neu, nachdem die 500 ersten Exemplare längst ausverkauft waren. Und das mit recht, wie sich schnell heraushören lässt, ist „Mantiis – An Agony In Fourteen Bites“ doch eine spannende Melange aus Elementen verschiedenster Genres: Von experimentellem Black Metal bis zu Elementen aus dem Progressive Metal ist in der Musik des Quintetts aus Barcelona alles enthalten. Doch das wahrlich erstaunliche dabei ist, dass das Resultat alles andere als anstrengend oder zu fordernd klingt: Stattdessen ist OBSIDIAN KINGDOM bereits mit ihrem Debüt ein überaus gefälliges Album gelungen, das mit vielen mal melodiösen, mal vertrackten ruhigen Passagen dazu einläd, sich in den so erschaffenen Klangwelten zu verlieren. Das Soundgerüst bereichern OBSIDIAN KINGDOM mit gefühlvollem Klargesang und, wo es passt, auch mal mit gekonnten Screams. Auf die somit quasi unausweichliche Vielseitigkeit des Materials muss nicht weiter eingegangen werden. Erwähnenswerter ist da schon, dass „Mantiis – An Agony In Fourteen Bites“ (im Übrigen ein Konzeptalbum, das als vierzehnteiliger Song konzipiert wurde) bei alledem zumindest über weite Strecken noch den roten Faden erkennen lässt, dem es folgt. Zwar düften OBSIDIAN KINGDOM spätestens mit dem großartigen „Last Of The Night“, in dessen Mittelpunkt, eingerahmt von griffigem Black-Metal-Riffing ein minutenlanges, von groovenden Bassläufen garniertes Trompetensolo steht, jeden Puristen vergrätzt haben – die stehenden Ovationen aller anderen sind ihnen damit jedoch gewiss.

OBSIDIAN KINGDOM klingen frisch und unverbraucht, kreativ und elegant, abwechslungsreich und dennoch nicht zerfahren oder überambitioniert. Die Herren wissen, was sie tun – wie die Fans der ersten Stunde wussten, was sie Taten, als sie dafür sorgten, „Mantiis – An Agony In Fourteen Bites“ zunächst einmal ausverkauft war. Dass Season Of Mist sich der Band angenommen haben, ist also nicht nur absolut verdient, sondern hat gleich zwei positive Folgen: Zum einen ist dieses überaus starke Album wieder verfügbar, zum anderen wird es nun schon bald einen Nachfolger geben. Man darf gespannt sein!

Bewertung: 8.5 / 10

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