CD-Review: Odetosun - The Dark Tunes Of Titan

Besetzung

Luke Stuchly – Gesang
Benny Stuchly – Gitarre, Bass, Keyboard, Synthesizer
Gunther Rehmer – Schlagzeug, Prekussion

Tracklist

01. At The Shore Of The Amonium Sea
02. Machine Horizon
03. Remember Sequoia Forest
04. The Dark Dunes Of Titan


Als ODETOSUN 2013 ihr Album “Gods Forbidden Orbit” veröffentlichten, staunten viele Hörer nicht schlecht. Progressiver Death Metal, der alten Opeth zur Ehre gereicht hätte, dazu Elemente aus dem Heavy Rock – eine rundum gelungene Vorastellung. Nun legt die Band mit „The Dark Tunes Of Titan“ nach und geht dabei einen ähnlichen Weg wie Opeth in den letzten Jahren.

Denn auf ihrer neuen Platte präsentieren sich ODETOSUN deutlich melodischer und progressiver, stärker am Prog der 70er orientiert und damit einhergehend mit reduziertem Härtegrad, was der Truppe allerdings nicht zum Nachteil gereicht. Denn durch diese Reduktion der brachialen Riffs und brutalen Growls heben ODETOSUN ihre Musik im Bereich des (harten) Progressive Rock auf eine neue Stufe, die den Augsburgern verdammt gut zu Gesicht steht.
So ist die atmosphärische Dichte der Songs unheimlich stark, wie bereits der Opener „At The Shore Of The Amonium Sea“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Dies gelingt vor allem durch den Kontrast zwischen den warmen 70er-Gitarren und den, natürlich weiterhin vorhandenen, brachialeren Passagen. Zudem verstecken sich viele kleine Spielerein in dem Song, ohne dass das Gesamtarrangement durch diese unfokussiert wirken würde.
„Machine Horizon“ überzeugt mit krachenden Riffs, die sich mit großartigen, getragenen Momenten abwechseln, während derer das Kopfkino bestens gefüttert wird. Erinnerungen an My Sleeping Karma werden wach, allerdings haben ODETOSUN noch das Element der donnernden Growls in petto, welches hier exemplarisch zum Tragen kommt. Mit „Remember Sequoia Forest“ folgt der mit nur knapp vier Minuten kürzeste Track, quasi eine instrumentales Interlude, welches trotzdem absolut überzeugt, ehe ODETOSUN mit dem Titeltrack knapp 16 Minuten lang ihre ganze Klasse demonstrieren. Denn „The Dark Tunes Of Titan“ ist eine derartige Achterbahnfahrt der Gefühle, gleichzeitig brachial und gefühlvoll, ein echtes Epos, das es qualitativ durchaus mit einigen Großtaten der bereits erwähnten Opeth aufnehmen kann.

Ohne große Tricks, ohne überflüssige Effekte oder ausufernde Soli gelingt es ODETOSUN auf ihrem neuen Album eine derart intensive Atmosphäre aufzubauen, dass der Hörer nur wie gebannt vor seiner Anlage sitzen und mitfiebern kann. Wer in seiner Musik eine Mischung aus Aggressivität, Wärme und technischer Versiertheit, gepaart mit einer großartigen, dichten Atmosphäre sucht, braucht nicht weiter zu suchen: „The Dark Tunes Of Titan“ bietet all das und mehr.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: