Review Robert Plant And The Sensational Space Shifters – Lullaby… And The Ceaseless Roar

Für Fans des Rock war 1980 ein schlimmes Jahr. Bon Scott starb, ebenso wie John Bonham. Doch im Gegensatz zu AC/DC, die mit neuem Sänger weitermachten, bedeutete der Tod ihres Schlagzeugers das Ende von Led Zeppelin, der vielleicht größten Rockband aller Zeiten. 2007 dann die Sensation: Led Zeppelin traten wieder live auf (zu Ehren des 2006 verstorbenen Atlantic-Records-Gründers Ahmet Ertegün) und sofort gab es Gerüchte einer Welttournee, eines neuen Albums… und es wurde nichts. Nun veröffentlicht ROBERT PLANT mit seiner Backingband, den Sensational Space Shifters, sein mittlerweile 13. Soloalbum, welches den Titel „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ trägt.

Ein kurzer Blick auf die Besetzung bzw. die Instrumentierung dieses Albums macht dabei deutlich, dass ROBERT PLANT hier keine straighte Rockscheibe vorgelegt hat. Vielmehr findet sich auf „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ eine Mischung aus afrikanischen Rhythmen, Blues, Folk und natürlich auch einigen Rockelementen.
Damit sendet der Altmeister zwei Signale. Zum einen unterstreicht er, wie losgelöst seine Solokarriere von Led Zeppelin ist und deutet zugleich aber auch an, wohin die musikalische Reise des bleiernen Luftschiffes hätte gehen können. Denn bei aller Vielfalt, aller Verträumtheit und den diversen Instrumenten schimmert doch immer wieder satter Rock durch die Kompositionen, sei es in den Riffs oder manchen Arrangements, wie beispielsweise bei „Turn It Up“, das am ehesten nach Led Zeppelin klingt, wenn auch nur zeitweise.

Der Opener „Little Maggie“ präsentiert sich als traditioneller Bluegrasssong, allerdings gepaart mit teilweise berauschter Perkussion und verwehtem Gesang, der den Hörer hinfortträgt. „Rainbow“ hingegen erinnert an U2 zu Zeiten von „Joshua Tree“ und „Embrace Another Fall“ verbindet den Sound von Massive Attack mit einem Riff, das Jimmy Page zur Ehre genügt hätte. Mit „A Stolen Kiss“ gibt es auf „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ sogar eine Pianoballade, die den Fluss des Albums jedoch keineswegs aufbricht, sondern sich vielmehr als organischer Bestandteil in das Gesamtbild einfügt.
Dieser Fluss und die Stimmigkeit des Gesamtbildes ist vielleicht die größte Stärke von „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ . Denn bei aller individueller Klasse, bei allem kompositorischen und instrumentellen Können sowohl ROBERT PLANTs als auch der Sensational Space Shifters ist dies ein echtes Album, das in seiner Gesamtheit ein stimmiges Bild ergibt, anstatt nur eine lose Ansammlung sehr guter Songs zu sein. Hier ist das Ergebnis mehr als die bloße Summer seiner starken Einzelteile, was die Platte zu etwas Besonderem werden lässt.

Mit seinem neusten Solo-Opus wird ROBERT PLANT vielleicht nicht zwangsläufig die Herzen der Rockfans im Sturm nehmen, auch wenn jeder Fan von Led Zeppelin sich problemlos in „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ verlieren kann. Der Altmeister zeigt, wie es klingen kann, wenn ein echter Rockstar in Würde altert und sich die lächerlichen Spielchen mit dem eigenen Image spart (auch wenn ROBERT PLANT selbstverständlich schon lange sowohl Solo als auch mit der Band Of Joy diesen Pfad beschreitet). „Lullaby… And The Ceaseless Roar“ ist großartige Musik höchster Qualität, eine definitive Empfehlung für jeden Rockfan und ein Fingerzeig, wie Led Zeppelin heute klingen könnten. ROBERT Plant hat mit diesem Album alles richtig gemacht.

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Wertung: 9.5 / 10

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