CD-Review: Soijl - Endless Elysian Fields

Besetzung

Henrik Kindvall – Gesang
Matthias Svensson – Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard

Tracklist

01. Endless Elysian Fields
02. Dying Kinship
03. Swan Song
04. The Formation Of A Black Nightsky
05. Drifter, Trickster
06. The Cosmic Cold
07. The Shattering


„Endless Elysian Fields“ ist der träumerische Titel des Debüts der noch recht jungen Band SOIJL. Etwas weniger jugendlich ist die darauf gespielte melodische Form des Death/Doom, fühlt man sich dabei doch ein wenig an frühe Paradise Lost erinnert. Dieser Vergleich dürfte bei Fans ebenjener Stilrichtung Jauchzer der Freude auslösen, jedoch ist Vorsicht geboten. Unglücklicherweise kommen SOIJL nämlich in ihrem Bestreben, ein bereits etabliertes Genre auszufüllen, nicht über die Hürde einer gewissen Mittelmäßigkeit hinweg.

Frei nach dem Motto „Kennt man einen, kennt man alle“ ist bereits der eröffnende Titeltrack in fast allen Belangen repräsentativ für den Rest des Albums: langsame, melodiöse Gitarren dominieren die Klanglandschaft genauso wie die tiefen, ruppigen Growls, die einen großen Aspekt des bereits genannten Vergleichs zu Paradise Lost darstellen. Die deprimierenden Texte sind leicht zu verstehen, aber nicht gerade bahnbrechend. Hin und wieder finden sich auch ein paar höhere Screams und tiefer Klargesang, jedoch werden die Gesangsstile kaum jemals wirklich interessant angewendet. Dasselbe gilt für die melancholischen, hoch gestimmten Gitarren und das überwiegend langsame Schlagzeugspiel, es bleibt einfach kaum etwas hängen. Nur ganz selten werden die Double-Bass-Drums ausgepackt.
Dadurch versinkt die Musik von SOIJL leider über weite Strecken in der Belanglosigkeit, was sich bedauerlicherweise auch nicht durch die gelegentlichen Keyboards, Synthesizer und Chöre ändert, da auch diese nie so recht auf sich aufmerksam machen. Dies ließe sich in Maßen ja noch verschmerzen, doch da die einzelnen Tracks allesamt zwischen sieben und neun Minuten lang sind, zieht sich die Platte wie Kaugummi an einer Schuhsohle. Dabei gibt es nichts Konkretes, das man SOIJL vorwerfen könnte. Das stimmige Artwork, wenn auch etwas künstlich, macht durchaus gespannt und die moderne Produktion zeugt eindeutig von Professionalität. Doch leider reichen diese grundsätzlich guten Rahmenbedingungen nicht aus, wenn die Songs per se nicht zünden, denn keiner davon sticht heraus oder trägt etwas dazu bei, das Genre und damit die Sammlung der Hörer zu bereichern.

Somit zählt das Erstlingswerk von SOIJL leider zu jenen Veröffentlichungen, auf denen keine allzu schlimmen Fehler gemacht werden, die jedoch zu keiner Zeit fesseln oder beeindrucken. Wenn SOIJL sich etablieren wollen, muss sich jedenfalls etwas ändern, es fehlt einfach noch an einprägsamen Melodien. „Endless Elysian Fields“ ist ein auf enttäuschende Weise langatmiges Album, das eigentlich nur für bedingungslose Genre-Fans empfehlenswert ist, alle anderen sollten sich zuvor vielleicht lieber andere Platten dieser Stilrichtung zu Gemüte führen.

Bewertung: 5 / 10

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