CD-Review: Valborg - Barbarian

Besetzung

Christian Kolf – Gitarre, Gesang
Jan Buckard – Bass, Gesang
Florian Toyka - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Astral Kingdom
03. Battlefield Of Souls
04. Exterminator
05. Amethystine Skies
06. Dead Flowers On A Demon Grave
07. Phlegethonian Stream
08. Towering Clouds
09. Iron Dreams
10. Samantha Alive
11. Last Silence


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Wer viel zusammen spielt, schreibt auch viel Musik – ganz getreu diesem Motto arbeiten die drei Bonner Musiker hinter VALBORG. Und zwar so konsequent, dass man sich eigentlich nichteinmal mehr so richtig wundert, dass die Herren eine Woche vor dem offiziellen Release ihres vierten Werkes, “Barbarian”, live den Schwerpunkt schon auf noch neueres Material legen, welches sich erst auf der nächsten Scheibe finden wird.

Doch zunächst ist, zumindest im heimischen CD-Player, “Barbarian” das Thema – und damit der Abschluss der Alben-Trilogie, die mit “Glorification Of Pain” und “Crown Of Sorrow” so vielversprechend begonnen wurde. Nachdem mit dem zweiten Album, “Glorification Of Pain”, der Stilwechsel hin zum Doomed Death Metal vollzogen wurde, war man sich auf der maximal düsteren, geheimnisvoll-verschrobenen und dabei doch irgendwie rockigen “Crown Of Sorrow” seiner Sache sicher. “Barbarian” führt diesen Weg konsequent fort, jedoch – zum Glück – nicht ohne unerwartete Wendungen:
So hat man mit “Astral Kingdom” zunächst einen typischen VALBORG-Song vor sich, welcher mit stark rhythmisierenden Riffs und recht reduziertem Drumming die Band, wie man sie bisher kannte, recht gut repräsentiert – bis, ja bis man mit fast schon powermetallenen Gesangseinwürfen sowie einem Cleanpart, welcher Instrumental wie gesanglich an Panteras “Planet Caravan” (“Far Beyond Driven”) erinnert, für leichte Irritation sorgt. Auch sonst sind es zunächst eher kleine Elemente und Effekte wie bisher nicht verwendete Gesangstechniken, die aufhorchen lassen – bleiben sich VALBORG doch zumindest zu Beginn des Werkes treu: Man hört den Song an, dass sie der selben Feder entsprungen ist, wie die auf den Alben zuvor, und auch an der düster-doomigen Grundatmosphäre des Materials hat sich nicht all zu viel geändert.
Und doch ist “Barbarian” anders als die vorigen Alben, wie sich von Song zu Song mehr herauskristallisiert: Wirkte gerade der direkte Vorgänger, “Crown Of Sorrow” noch aufgewühlt, bisweilen gar aggressiv, geben sich VALBORG dieses Mal deutlich gelassener und abgeklärter. So ist das Material sowohl vom Sound, als auch und insbesondere von der Komposition her glatter, gesetzter und, je weiter das Album voranschreitet, auch merklich ruhiger ausgelegt: Überrschend sanft wirkt der Song mit dem kraftvollen Titel “Exterminator”, pathetisch und ausladend “Amethystine Skyes”, richtiggehend gefühlvoll die fast schon gänzlich nichtmetallene Zehn-Minuten-Rock-Ballade “Samantha Alive”.
Das heißt zwar nicht, dass man auf markante Vokals a lá “I Am Space” generell verzichten muss, im Großen und Ganzen wirken diese jedoch, wo sie noch zur Anwendung kommen, in dieser für meinen Geschmack fast zu glattgeschliffenen Umgebung nicht ansatzweise so angepisst-aufgewühlt, wie man es von Songs wie “Crying Under The Fortress Of God” her kannte.

Mit “Barbarian” beschließt das Bonner Trio seine Alben-Trilogie mit einem diesmal deutlich ruhiger ausgelegten, künstlerisch dabei jedoch nicht weniger anspruchsvollen Werk: Denn auch, wenn mir das Material alles in allem eine Spur zu betulich und getragen wirkt, ist die Qualität dieses Releases nicht anzuzweifeln. Der Stil, den VALBORG hier einschlagen, mag sicher nicht jedermanns Sache sein, verabschiedet man sich doch irgendwie gleichermaßen von den düsteren Doomed Death-Passagen, wie von der groovigen Rock-Attitüde und baut statt dessen auf eine dichte Atmosphäre aus sanfter Melancholie und schleppender Monotonie. Gewiss gibt es auch hier “bösartige” Passagen, ich denke konkret an “Battlefield Of Souls” oder “Phlegathonian Stream” – an die kraftvolle Intensität des Materials der Vorgänger kann und will “Barbarian” jedoch nicht nahtlos anschließen. Schlechter macht das das Werk als solches nicht – ob in dieser Kurskorrektur jedoch der Weisheit letzter Schluss liegt, vermag wohl erst die Langzeitwirkung der Platte zu verraten.

Anspieltipps: “Battlefield Of Souls” und “Samantha Alive”, stecken diese doch die musikalischen Grenzen, zwischen denen sich “Barbarian” abspielt, recht gut ab.

Bewertung: 7.5 / 10

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