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She Said Destroy - Time Like Vines - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 25.05.2013 - 05:40 Uhr  

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 CD-Review: She Said Destroy - Time Like Vines
Label:
Candlelight

VÖ-Jahr:
2006

Spielart:
Extreme Metal

Besetzung:
Anders - Gesang, Gitarre
Snorre - Gesang, Gitarre
Eystein - Bass
Torris - Schlagzeug

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Armageddon, Anyone?
02. Time Like Vines
03. Der Untergeher
04. I Sense A Tempest Arising
05. Beyond The Borders Of Our Minds
06. Joy To The World: The Coming Of Kali
07. Shapeshifter
08. Swallow My Tongue
09. Becoming The Morningstar
10. Morituri Te Salutant



Eine norwegische Band auf Candlelight Records, das kann doch nur eine weitere grimmige Black Metalband aus dem Land der finsteren Gesellen sein. Falsch gedacht, denn She Said Destroy sitzen auf dem Candlelight Unterlabel Nocturnal Art Productions welches für die eher schrägen bzw. sperrigen Künstler zuständig sein soll, denn neben eben Manngard, welche alles andere als leichte Kost sind, sind auch diese Norweger hier anfangs undefinierbar und nirgends gut einzuordnen. Die Band mit dem lieblichen Namen besteht seit der Jahrtausendwende und bereits ihr 2004er Demo „Armageddon Anyone?“ hat viele Kritiker aufhorchen lassen. Im Frühjahr 2006 erscheint nun also der erste Longplayer mit dem sehr klangvollen Namen „Times Like Vines“ und lässt so manches auf den Hörer niederprasseln. Jene Leute die gerne straighte Musik hören, die Arsch kickt und einfach so zum nebenbei bangen geeignet ist brauchen gar nicht erst weiterzulesen und können sich anderen Beschäftigungen widmen. Alle Anderen bitte weiter.

Bereits das Cover macht mehr als deutlich dass hier kein 08/15 Metal zu hören ist. Weder Bandname noch Albumtitel sind auf irgendeine Weise verschnörkelt und das Artwork ist durch die Blumen und die verwendeten Farben Orange, Grau und Weiß erfrischend untrue und gefällt mir sehr gut. Es bereitet aber noch längst nicht auf das vor was beim Abspielen der CD den Hörer erwartet. Anfangs konnte ich die Band einfach nicht einordnen, nein ich würde sogar soweit gehen dass dies hier die unberechbarste Band ist die ich seit langem gehört habe. Dies lenkt aber nicht von der Tatsache ab dass die Musik von She Said Destroy einfach großartig ist. Denkt man am Anfang vieler Lieder noch man hätte es mit einer Mathcore-band zu tun die etwas zuviel The Red Chord gehört hat, so wird man bei jedem, und damit meine ich JEDEM Song überrascht und aufs neue zu Boden gedrückt. Diese Band zeigt dermaßen viele Facetten dass es einem immer wieder den Atem raubt. Von doomigem Tempo, bis zu Speedexkursen, von herrlich apokalyptisch melancholischen Akkustikteilen bis zu black metallisch umgesetzten herzergreifenden (!), melodischen Parts, alles ist dabei. Es gibt keine Worte das Spektrum She Said Destroys zu beschreiben, die Band macht einfach Musik wie das Leben, es gibt Ups und Downs und noch vieles dazwischen.

Wenn es einen Song gibt den die Musik der Band am gerechtesten wiederspiegelt dass wäre das wohl „Shapeshifter“. Bereits die Polyrhythmik verbunden mit diesem doomigen, deprimierenden Riff und extrem tiefen Gegrunze sollte man gehört haben. Immer wieder lassen die Jungs dann das Biest von der Leine und überrollen den Hörer mit technischen Kabinettstückchen (vor allem im rhythmischen Bereich) nur um danach in einem herrlichen akkustischen Teil zu münden und das Stück mit einer herrlichen Melodie enden zulassen. She Said Destroy zeigt was man im Metal noch alles machen kann und genau so stelle ich mir progressiven Extrem Metal vor. Diese Band ist jung, frisch und sollte jeder gehört haben. Es wird sicherlich nicht jedem gefallen, aber für mich ist dieses Album schon jetzt heißester Anwärter zum Album des Jahres. Gebt ihnen eine Chance und hört euch „Times Like Vines“ an, ein derart vielseitiges Stück Musik mit einer lieblichen, wunderschönen und gleichzweitig abgrundtief hässlichen Fratze gibt es leider nur zu selten. Dieses Album hat das Zeug mein persönlicher Klassiker zur werden, ich hoffe euch ergeht es nicht anders.
 
Bewertung: 10/10
Redakteur: Alain Strasser


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