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Machine Head - The Blackening - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 23.05.2013 - 07:52 Uhr  

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 CD-Review: Machine Head - The Blackening
Label:
Roadrunner

VÖ-Jahr:
2007

Spielart:
Thrash Metal

Besetzung:
Robert Flynn – Gesang, Gitarre
Phil Demmel – Gitarre
Adam Duce – Bass
Dave McClain – Schlagzeug

Internet:
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Tracklist:
01. Clenching The Fists Of Dissent
02. Beautiful Mourning
03. Aesthetics Of Hate
04. Now I Lay Thee Down
05. Slanderous
06. Halo
07. Wolves
08. A Farewell To Arms



Dreieinhalb Jahre ist es nun schon her, dass MACHINE HEAD mit „Through The Ashes Of Empires“ ihren zweiten Frühling erlebten (TTAOE erschien im Herbst 2003). Auf die schwierige Vorgeschichte möchte ich nicht weiter eingehen, die kennt eh jeder zu genüge. Doch trotz, oder gerade wegen des Hochs welches die Jungs aus Oakland momentan erleben, durfte man gespannt sein, was sie der hungrigen Meute präsentieren um diese zu sättigen. Denn nicht wenige haben durch das letzte Album erst wieder so richtig Blut geleckt. Mir gefällt mittlerweile so einiges nicht mehr am Vorgänger, vor allem die allseits präsenten neumetallischen Einschläge, welche mir immer mehr zum Dorn in den Gehörgängen wurden. So war mir doch etwas flau im Magen als ich „The Blackening“ das erste mal in den Händen hielt. Das Artwork kommt sehr episch und edel daher und lässt durchaus auf Großes hoffen.

Mit „Clenching The Fists Of Dissent“ startet man in das Album. Es verwundert nicht sonderlich, dass man hierbei ein Akustikintro gewählt hat, wo dies doch bei „Imperium“ so gut geklappt hat. Das Hautpriff welches nach gut anderthalb Minuten ertönt klingt erstmal so gar nicht nach MACHINE HEAD, es ist aber recht catchy und vor allem ist es thrashy! Die ersten Zweifel werden aus den Gehörgängen geblasen und es darf angefangen werden zu bangen, meine Damen und Herren. Ein Doublebass-Teppich und Duces Bass sorgen für den nötigen Druck und darüber thront, wie zu erwarten, Flynns Brüllgesang. Nach dem ersten Refrain gibt’s gleich das erste Solo und nach der Bridge (nach fast 6! Minuten) solieren Demmel und Flynn dermaßen um die Wette, dass selbst die Oma feucht im Schlüpfer wird. Ein cheesy „Fight, Fight“-Singalong-Part, der obligatorische melodische/tränentriefende Teil und ein für MH nicht unüblicher SloMo-Part bilden das Ende des Openers. Und so fragt man sich ernsthaft wie man ein 10-Minuten Stück so kurzweilig gestalten kann. Das liegt dann wohl an den hervorragenden Songwriting-Qualitäten der vier Herren. Überlänge ist übrigens das Stichwort von „The Blackening“. So übetreten ganze vier Stücke die Neun-Minuten-Marken, was für MACHINE HEAD keine unerhebliche Neuerung ist.

Das Album ist dermaßen voll gepackt mit neuen Elementen, Altbekanntem und geradezu Legendärem. Wer fühlt sich bei den Artificial Harmonics-Parts von „Beautiful Mourning“ nicht an „Burn My Eyes“ erinnert? Und beim schnellen Teil gegen Ende von „Wolves“, klingelt es da nicht ganz stark? Ja, da lässt „None But My Own“ aber ganz gewaltig grüßen. Ansonsten ist „The Blackening“ wie eine riesige Kinderüberraschung für MACHINE HEAD-Fans und solche die es noch werden wollen. Denn für eben diese gibt es noch wesentlich mehr zu entdecken. „Aesthetics Of Hate“ hat Robert Flynn dem Autor eines verachtenden Artikels gegenüber Dimebag Darrel nach dessen Tod gewidmet. Und dementsprechend aggressiv klingt der Titel dann auch. Dass ein Song, welcher indirekt mit Dimebag zu tun hat, auch gitarrentechnisch überzeugen muss dürfte klar sein. Und so wird geschreddert, soliert und gespuckt was das Zeug hält. „Now I Lay Thee Down“ hingegen ist für mich der Schwachpunkt des Albums, erinnert es vom Aufbau her doch stark „All Falls Down“ vom letzten Album und kommt auch ansonsten nur schwer aus den Puschen. Das macht „Slanderous“ dann wieder wett, denn hier klingen die Gitarren herrlich verspielt und schlagen dem Hörer genau in die Magengrube. Die tonnenschweren Riffs im Mittelteil fließen erstmal wie zähe Lava durch die Gehörgänge, nur um kurz darauf, wie kann es anders sein, die Finger flitzen zu lassen. Hier gibt es bis auf den ruhigen Chorus absolut keine Verschnaufpause und ist der wohl kompakteste Song der Scheibe.

„Halo“ leitet dann die zweite Hälfte dieses Werkes ein und enthält den bisher besten Refrain der Bandgeschichte. Die Art und Weise wie Flynns und Duces Stimme hier zusammen harmonieren ist schon atemberaubend. Zudem handelt es sich um ein wahnsinnig abwechslungsreiches und emotionales Stück, welches alle neuen Trademarks beinhaltet die man auf „TTAOE“ bestaunen konnte. Dass nach diesem Melodiebolzen etwas ganz, ganz anderes folgen muss ist klar. Doch dass MACHINE HEAD noch jemals ein Stück wie „Wolves“ schreiben würden und vor allem könnten, das hätte ich nicht gedacht. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wem „Vim“ vom letzten Album gefallen hat, der wird dieses Stück hier lieben. Während der erste Teil mit seinen Powerriffs noch nicht sonderlich spektakulär daher kommt, packt die Band im weiteren Verlauf die Thrashkeule aus und bricht ein dermaßen geiles Metal-Feuerwerk von Zaun dass einem fast die Spucke weg bleibt. Das muss man selbst hören. Die abschließende Halbbalade „A Farewell To Arms“ bildet dann nur noch das Sähnehäubchen und ist durch seinen spannunsvollen Aufbau ein weiteres Highlight des Albums. Verglichen mit diesem Mammut-Song zieht "Descend The Shades Of Night" ganz klar den Kürzeren und klingt wie ein Pfadfinderlied. Dass die Herren Flynn und Duce es im Refrain problemlos schaffen den genialen Gesangspart von „Halo“ in den Schatten zu stellen, spricht für sich.

Acht Lieder, 61 Minuten Musik. „The Blackening“ ist das ausgereifteste und progressivste Album der Bandgeschichte und hievt die Band dadurch auf eine neue Stufe. Jeder der vier Musiker hat seine bis dato beste Leistung abgeliefert und die Produktion ist so ungeheuer druckvoll, dass man fast aus den Latschen kippt. Das Feuer aus alten Vio-lence Tagen zwischen Robert Flynn und Phil Demmel ist wieder entfacht worden, soviel steht fest. Und das schlägt sich dermaßen stark in der Musik nieder, wie es kaum positiver sein könnte. So enthält dieses Werk z.B. mehr Soli als alle bisherigen Studioalben der Band zusammen. Man darf kaum dran denken was aus der Band geworden wäre wenn Ahrue Luster noch die Gitarre bedienen würde. Den Vergleich mit „Burn My Eyes“ braucht man hier nicht zu suchen, denn das hier ist nicht im Geringsten vergleichbar mit dem was die Band in ihren Anfangstagen gemacht hat. Das Debüt ist Geschichte, und das ist auch gut so. Generell steht „The Blackening“ für mehr Thrash, mehr Melodien, mehr Metal, einfach mehr MACHINE HEAD.
 

Bewertung: 9.5/10
Redakteur: Alain Strasser


Alle Reviews von Machine Head:

- Machine Fucking Head Live (2012)
- Unto The Locust (2011)
- The Blackening (2007)
- Through The Ashes Of Empires (2003)
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- Supercharger (2001)
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- The Burning Red (1999)
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