Fear Factory ist wohl eine der wegweisendsten Bands im extremen Metalgenre
der letzten 10 Jahre. Die Jungs haben sich 1990 formiert und haben einen
Death Metalbackground den man auf diesem Debut hier noch deutlich raushört.
Das Konzept der Band ist einfach und irgendwie auch nicht neu: Die
Menschheit und der Planet Erde werden langsam sicher von Maschinen
beherrscht , nur gab es bisher noch keine Band die versucht hat dieses
Szenario zu vertonen. Fear Factory haben es getan und es hört sich ungefär
so an wie man es sich vorstellt, kalt und brutal.
Der erste Song ‘Martyr’ und es wird sofort losgebrettert, inklusive
Doublebass. Eigentlich wäre es ein ganz herkömmlicher Death Metalsong wären
da nicht die plötzlich auftauchenden ruhigen Phasen und melodische Gesang.
Der erste richtige ‘Hit’ auf der Platte heisst ‘Scapegoat’ und vereint alle
damaligen Fear Factory-trademarks harte Strophen und ein melodischer
Refrain, bei dem Burton oftmals sehr hoch singt (was er live leider eher
selten schafft), bis am Ende Raymond nochmal zeigt was er alles kann.
Mit ‘Crash Test’ haben die Jungs dann eine Granate eingeprügelt die es in
sich hat und komplett auf einen netten Refrain verzichtet. Dieser Track
zeigt dass sie auch einfach nach vorne losknüppeln können und nicht auf
komplexe Songstrukturen angewiesen sind.
Das achte Stück ‘Scumgrief’ ist mein Favorit auf der CD und zeigt dass Fear
Factory auch richtig grooven können. Das Lied hat einfach alles ein Chorus
der sich im Ohr fest setzt, groovende Strophen und ein wiedermal genialer
Raymond Herrera. Nicht zu glauben dass dieser Mensch sich das Schlagzeug
spielen allein begebracht hat (wie viel andere Wundertrommler auch). Das
nachfolgende ‘Natividad’ ist nur eine einminütige Ansammlung von Geräuschen
die aus einer Fabrik stammen könnten.
‘Big God / Raped Soul’ kommt dann mit einer saucoolen Ansage daher bevor man
wieder Death Metal der etwas anderen Sorte geboten bekommt. Hier fallen vor
allem die schnellen Wechsel zwischen Growls in Chris Barnes-regionen und
Kirchenchor-ähnlichem Gesang, bis dann am Ende bester Grindcore-manier alles
niedergeprügelt wird.
Überhaupt scheint die zweite Hälfte des Albums wesentlich härter und das
Material das nicht so gut zugänglich ist wie die ersten Songs, hier
hingepresst worden zu sein. Immer wieder arten die Songs in
Grindcoremassaker aus, die man sich auf den neueren Alben fast gar nicht
vorstellen könnte (z.B. Suffer Age).
Unter Strich ist ‘Soul Of A New Machine’ eine wegweisende Platte, die
allerdings bei weitem nicht jedermanns Sache ist da die meisten Songs noch
nicht sehr ausgereift sind und man einfach merkt dass hier noch eine grosse
Entwicklung kommen wird (und muss). Interessant ist ausserdem zu wissen dass
die CD von keinem geringeren als Colin Richardson produziert wurde, der den
Songs zwar einen klinischen, aber trotzdem rauhen Sound verpasst hat.
Für Fans von Fear Factory ein absolutes Muss um den Weg dieser Band zu
begreifen, alle anderen sollten vorher zumindest mal reinhören.