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» home / reviews 31.07.2010 - 02:12 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Crystalium - Doxa O RevelatioN
Label:
Aura Mystique

VÖ-Jahr:
2007

Spielart:
Black Metal

Besetzung:
Kra Cillag – Gesang, Gitarre
Fanatic KV – Gitarre
KZG – Bass
K. Altar – Schlagzeug

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Doxa O Revelation
02. Entrailles Et Univers
03. Silence, Silence Porteur d'Honneur
04. A l'Absinthe, A l'Extreme
05. Passe le Mot
06. Le VIieme Radical
07. Discipline Nation Negative
08. Doxa O Revelation
09. Propagande Cillaguienne
10. D. Dei La Messianiste
11. A l'Origine



CRYSTALIUM sind so eine Band, die ich bisher lediglich vom Namen her kannte aber nie antestete. Es mag an eben jenem Namen liegen oder mir fiel einfach nie eine sonderlich positive Meinung über die Franzosen auf, keine Ahnung. Andererseits muss man auch mal sagen, dass ich schon viel schlechtere Namen von Gruppen kenne und der oben angeführte Grund ja eigentlich kein gutes Argument ist. Sei es drum: „Doxa O RevelatioN“ wurde just via Aura Mystique veröffentlicht und was mich schon an der visuellen Gestaltung ansprach, ist das Abbild eines heraldischen Löwen. Hübsch stilisiert, sicher irgendeinem Wappen entnommen, aber eben fein anzusehen.

Frankreich bietet häufig eher atmosphärischen, kargen Black Metal, CRYSTALIUM sind aber offensichtlich Anhänger der „martialischen“ Spielart und das machen sie verdammt gut. Leidenschaftlich, wütend und emotional ergriffen schreit Kra Cillag, was so geht. Rasend wirbelt seine Stimme, thront wie ein Berserker auf den anderen Instrumenten. Im Verlauf von „Doxa O RevelatioN“ wird auch schnell klar, wieso die Musik so packend ist. Es wird nicht stumpf gedroschen, vielerlei Facetten und Klangesnuancen werden eingewoben, die Gitarren wagen mal ein Vorpreschen, probieren gerne neues aus. Man lauscht einfach einem vielfältigen, ideenreichen Album, welches übrigens sehr filigran eingespielt worden ist. Sei es bei „Silence, Silence Porteur d'Honneur“, in welchem ein imposantes Gitarrensolo zum Einsatz kommt oder bei „A l'Absinthe, A l'Extreme“, in welchem der Hörer zwischen morbiden Tönen und plötzlich losbrechenden, rabiaten Momenten hin- und herpendelt. Ohnehin sind alle Einsätze der Instrumente respektive des Gesanges präzise geplant, so scheint es wenigstens.

Aber das alleine reicht ja nun noch lange nicht, denn Können ist das eine, Kreativität beziehungsweise das Talent, Lieder spannend zu gestalten, ist das andere. Doch wie schon längst von mir angedeutet, sind CRYSTALIUM natürlich auch dazu in der Lage. Alleine der Opener / Titeltrack schürt immense Erwartungen; zunächst wird wie ein Orkan gewütet, was man prinzipiell auch durchhält. Dazu heult immer wieder die Gitarre mit einem famosen Riff auf und entreißt den Hörer aus den Fesseln der Musik um ihn eleganter zu umgarnen. „A l'Absinthe, A l'Extreme“ nannte ich zwar schon, jedoch sollte man die harscheren Augenblicke noch mal aufgreifen. Man hat das Gefühl, als könne man die blanken Emotionen aus den Gesichtern herauslesen, so sehr erschlägt und packt den Hörer das Stück. Trotz allem gibt es auch leichte Hänger, „Discipline Nation Negative“ beispielsweise wird teils absichtlich mit verzerrten Gitarren in hohe Tonlagen getrieben, dies wirkt aber nicht ausgeklügelt genug. Dafür gibt es in dem Track später noch eine feine Passage, die wieder all das, was ich bisher lobend erwähnte, in sich birgt. Besonders hervorheben möchte ich zuletzt noch „Propagande Cillaguienne“. Hier geht es einigermaßen gediegen zur Sache, dafür wird das charismatische Stimmorgan von Kra Cillag voll ausgefahren und die Gitarrenarbeit brilliert mit ihrer Finesse.

„Doxa O RevelatioN ist ein klasse und starkes Album, CRYSTALIUM zeigen sich virtuos und vielseitig. Ich selbst bin ganz erstaunt, denn ich hätte niemals eine solche Vielfalt erwartet, als ich die äußere Hülle betrachtete. Insofern kann ich die Franzosen nur allen Freunden von Black Metal mit einem Einschlag Spritzigkeit und Offenheit empfehlen, ein Antesten ist die Musik allemal wert.
 
Bewertung: 7.5/10
Redakteur: Gastredakteur


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