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» home / reviews 31.07.2010 - 02:10 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Garage 13 - Out Of The Lights
Label:
Hype

VÖ-Jahr:
2007

Spielart:
Alternative Rock

Besetzung:
Petrol - Gesang, Gitarre
Flanagan - Gitarre
Sam - Bass
Johnny - Schlagzeug
Junior - Klavier, Background-Gesang

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Intro
02. With Gasoline
03. Hit Me Hard
04. Out Of The Lights
05. Payback Time
06. Soon To Be Gone
07. Turn Around
08. Another Revolution
09. Slow Lane
10. We Fade Away



Finnland steht für Qualität: Egal ob man mit Nokia-Handys telefoniert, sich gepflegt einen Vodka Finlandia einverleibt, während man gerade bei Eläkeläiset einen multiplen Humppagasmus genießt oder einfach nur den Linux-Pinguin unheimlich süß findet – die finnischen Frauen noch gar nicht mit eingerechnet. Das ändert sich auch rein gar nicht, wenn es um Musik geht, denn auch die scheinen die kühlen Finnen neben Alkohol im Blut zu haben. GARAGE 13 wollen da keine Ausnahme sein und ziehen ihr Ding seit Ende der 90er in der kleinen Stadt Äthäri durch. Auch wenn man dort sicher den verschneiten Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, die man besingen könnte, haben sich GARAGE 13 eher dem Alternative Rock verschrieben und liefern nun mit „Out Of The Lights“ ihr erstes Album nach einigen Demos und einer EP ab.

Einzig beim Intro fragt man sich angesichts akustischer, fast naturmystisch klingender Gitarren, ob hier nicht doch Ausschussware von Moonsorrow abgekauft wurde, doch „With Gasoline“ nimmt die erste Abfahrt von der Folk-Autobahn hinab mit offenem Fenster, den Arm lässig aufgestützt und immer im optimalen Drehzahlbereich. Der liegt für Alternative Rock, wie er hier geboten wird, meiner Meinung nach eindeutig im Uptempo und daran halten sich die Finnen auch brav, was von einer nicht allzu stark geschliffenen Produktion, die trotzdem für ordentlich Druck sorgt, nur unterstützt wird. Spätestens beim Titeltrack „Out of the Lights“ fragt man sich wirklich, warum man von diesem Quartett hier in Deutschland noch kaum etwas gehört hat, denn die Jungs scheinen ein richtiges Gespür für gute Songs zu haben, die sich dank eingängiger Melodien, gezaubert von Flanagans Leadgitarre, sofort ins Ohr fressen. Die Sache groovt bereits hier mehr als ordentlich und braucht sich so hinter keinem der Genregrößen verstecken, von denen man sich vor allem dadurch unterscheidet, dass hier noch deutlich gerockt wird und man nicht mehr als unbedingt nötig die Brücke zum Indie-Pop sucht. Neu erfinden GARAGE 13 das Genre ganz sicher nicht, aber versinken nicht wie viele Bands in der Bedeutungslosigkeit und neben meiner viel zu späten persönlichen Entdeckung Turbonegros in diesem Jahr, ist das eine der Lichtblicke am eigenen Rock-Horizont. Mit ganz viel Spielfreude, die man der Truppe einfach anmerkt, und durchaus variablen Songwriting sorgt man dafür, dass das Album nicht langweilig wird. Mal ist es eher eine Priese Rock 'n' Roll, die dominiert, dann rockt man einfach wieder geradeaus und orientiert sich an Bands wie Billy Talent. Petrols Stimme ist hier allerdings auf Dauer wesentlich angenehmer als die von Kollege Kowalewicz.

Ein Klasse Debüt mit nur einem Haken: Eine halbe Stunde Spielzeit sind allenfalls für Grindcore-Truppen in Ordnung, doch hier möchte man einfach mehr haben und es ist bedauerlich, dass bereits nach dem zehnten Song „We Fade Away“ Schicht im Schacht ist. Ansonsten machen GARAGE 13 auf „Out Of The Lights“ absolut keinen Fehler, den man bei einem Debütalbum einer Band vorwerfen könnte. Wer mit erfrischendem Alternative Rock auch nur ein bisschen etwas anfangen kann, der kann hiermit absolut nichts falsch machen.
 
Bewertung: 8/10
Redakteur: Nicolai Teufel (Profil)


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